Kirche

Bischof plädiert in Neviges für Veränderungen in der Kirche

Gläubige feiern am Sonntag den 25.10.2020 einen Gottesdienst zum Wallfahrtsende unter Hygieneregeln wegen der Corona Pandemie im Mariendom in Velbert Neviges. Foto: Uwe Möller / Funke Foto Services

Gläubige feiern am Sonntag den 25.10.2020 einen Gottesdienst zum Wallfahrtsende unter Hygieneregeln wegen der Corona Pandemie im Mariendom in Velbert Neviges. Foto: Uwe Möller / Funke Foto Services

Foto: Uwe Möller / FUNKE Foto Services

Velbert-Neviges.  Bei der Abschlussmesse der Wallfahrt in Velbert-Neviges fand der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck deutliche Worte zur Zukunft der Kirche.

In dieser Wallfahrtssaison war so einiges anders in Neviges, das stellt Abbé Thomas am Sonntag in seiner Begrüßung der Gemeinde in der Abschlussmesse der diesjährigen Wallfahrt fest. Ein bisschen leer wirkte der mächtige Mariendom am Sonntagmorgen schon. Das lag aber nicht am fehlenden Interesse der Gemeinde, sondern ist eher den aktuellen Coronabestimmungen geschuldet gewesen. Schließlich war sogar Bischof Franz-Josef Overbeck des benachbarten Bistums Essen zu Besuch, um ein Pontifikalamt – also eine Messe mit Bischof – gemeinsam mit den drei Abbés aus Frankreich zu zelebrieren.

In seiner Predigt plädierte Bischof Overbeck für Veränderungen innerhalb der Kirche. „In Hinblick auf die jüngeren Generationen müssen wir anders mit ihnen umgehen als mit den Älteren.“, erklärte er. In der aktuellen Krise sei er auch öfter gefragt worden, ob er die Kirche für Systemrelevant halte. Darauf entgegne er immer mit der Frage: „Für welches System denn relevant?“

Was den Kirchgängern der Glaube bedeutet

So vertritt er die Meinung, dass Kirche durchaus sehr relevant sei für das Leben der Gläubigen. Für Bischof Overbeck ist klar, dass alle im Geist der Botschaft Gottes „solidarisch sein müssen in diesen Zeiten.“ So zitierte er aus einer Erklärung des Papstes: „Wir müssen uns als Christen zusammen mit allen Religionen für das Gute der Menschen einsetzen.“

Im Anschluss an die Messe traf die Gemeinde sich trotz Regen noch draußen vor der Kirche für das ein oder andere Gespräch. Die drei Priester Abbé Thomas, Abbé Phil und Abbé Ignacio unterhielten sich mit den Gemeindemitgliedern und waren sichtlich erfreut über die Teilnahme. Und was bedeutet es für die Gläubigen in die Kirche zu gehen? Alex Schab ist aktiv in den Pfadfindern der Gemeinde und war dort lange Zeit Leiter. „Der Glaube an sich bedeutet mir viel.“, erzählt er. Doch gerade die Gemeinschaft kriege gerade jetzt einen Hieb in die Seite. „Das Gemeindeleben ist sonst deutlich aktiver.“

Viele Aktionen nicht möglich in der Pandemie

Viele Aktionen zu Weihnachten, wie zum Beispiel der Weihnachtsmarkt und größere Messen fallen der Pandemie dieses Jahr zum Opfer. „Ansonsten trifft man sich dort mit den Leuten, auch viele die mal in Neviges gewohnt haben und von weiter wegkommen.“ Für Michael Skop ist Kirche ein Rückzugsort, wenn er Probleme hat, „steht aber nicht an erster Stelle in meinem Leben.“, meint er. Er ist regelmäßig in den Gottesdiensten. „Aber durch Corona hat sich für mich was das angeht nicht viel geändert.“

Gottesdienste finden in Neviges weiterhin statt. Zu beachten ist jedoch die neue Gottesdienstordnung, welche ab dem 31. Oktober in Kraft tritt. Für die Gottesdienste angemeldet werden kann sich im Internet und unter der Telefonnummer des Pfarrbüros: 02053 931862.

Das ist die Wallfahrt

Die Wallfahrt nach Neviges lässt sich auf den Franziskanerbruder Antonius Schirley zurückführen. Der Legende nach sprach eine Stimme während seines täglichen Mariengebets zu ihm: „Bring mich nach dem Hardenberg, da will ich verehret sein!“

Nach der wundersamen Heilung des Fürstbischofs von Paderborn und Münster war er der erste der sich 1681 auf den Weg nach Neviges machte. In den folgenden Jahren entwickelte sich Neviges zu einem bedeutenden Wallfahrtsort für Pilger. 1676 wurde das Franziskanerkloster in Neviges gegründet, welches sich bis Ende 2019 um die Gläubigen kümmerte. Anfang September dieses Jahres übernahmen drei Abbés aus Frankreich offiziell diesen Dienst.

Die Wallfahrtskirche in ihrer heutigen Form wurde 1968 geweiht und ist nach dem Kölner Dom die zweitgrößte Kirche im Erzbistum Köln. Hier lesen Sie weitere Nachrichten aus Velbert

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