Ausstellung

Besucher spielen in der Bibliothek in Neviges mit Sprache

Eine Ausstellung zum mitmachen und anfassen: Bibliothekarin Alexandra Friedlein hat bereits den Workshop für Jugendliche begleitet.

Eine Ausstellung zum mitmachen und anfassen: Bibliothekarin Alexandra Friedlein hat bereits den Workshop für Jugendliche begleitet.

Foto: Alexandra Roth

Neviges.   In der Stadtteibibliothek Neviges läuft im Februar eine Ausstellung zum mitmachen. Die Besucher spielen mit Sprache - und essen Glückskekse

In der Bibliothek Kekse essen, wo gibt’s denn sowas? In der Stadteilbibliothek an der Elberfelder Straße ist das bis zum 17. Februar sogar ausdrücklich erwünscht. Und zwar an Station 1 einer vergnüglichen und höchst kurzweiligen Ausstellung rund ums Thema Sprache – konzipiert von Bibliothekarin Alexandra Friedlein und der freien Autorin Lütfiye Güzel.

Basis bildet ein Workshop im Jugendzentrum

Die beiden hatten im Dezember vergangenen Jahres einen Poetry-Workshop im Jugendzentrum Lessingstraße auf die Beine gestellt. Die Ergebnisse bilden das Grundgerüst dieser interaktiven Ausstellung, dessen Motto ist: Nicht nur gucken, sondern selbst etwas machen. „Wir sind eine Bücherei und da wollten wir den Besuchern etwas anbieten, um sich mit Sprache beschäftigen zu können“, sagt Alexandra Friedlein.

Auch Glückskekse gehören zur Ausstellung

Zurück zu den Keksen, genau genommen den Glückskeksen: Die Aufgabe ist einfach: Tütchen aufreißen, Keks essen, vorher natürlich die Botschaft entrollen. Wem nichts einfällt, der pinnt den Spruch einfach an die Wand. Die meisten geben jedoch ihren eigenen Kommentar ab. „Und immer die kleinen Freuden beachten“, schrieb jemand zum Glückskeks-Spruch „Eine Freude vertreibt 100 Sorgen“

Besucher probieren gern die Stationen aus

Bibliotheks-Stammgast Kai Christof Grüger findet die Idee „grundsätzlich interessant“. Einer seiner persönlichen Favoriten: Aus einer Zettelbox werden drei Worte gezogen, die in einem kleinen Gedicht vorkommen müssen. Ja, es lohne sich auf jeden Fall, die Ausstellung mehrmals zu besuchen, man sei ja schließlich auch nicht jeden Tag gleich gelaunt. Sarah (14) hat die Glückskeks-Station besonders gut gefallen. „Ich finde es gut, dass man hier überall seine Ideen einbringen kann.“

Weiter geht’s in die Kinderecke, hier lautete das Motto „Deine Botschaft an die Welt: In welchem T-Shirt würdest du gern herumlaufen?“ Für Malin geht „jeden Tag die Sonne auf“, Lina hat keine Lust auf Nörgler und fordert „Sei glücklich“ und ein Erwachsener würde gern den Satz „Lebe jeden Tag so, als wäre er Absicht“ auf der Brust tragen.

Buchtitel erfinden

Beliebt scheint auch die nächste Station zu sein, wie die zahlreich hinterlegten Zettel zeigen: Welcher Titel könnte sich hinter diesen Büchern verbergen? Inspiriert nur vom Buchcover – der Titel ist überklebt – sollen die Besucher überlegen, was wohl der Inhalt der hier gezeigten Bücher sein könnte.

„Einfach ein bisschen über sich selbst nachdenken“, so sagt Alexandra Friedlein, kann man bei einem Blick ins „Buch der Antworten“ von Carol Bolt. Man stellt sich selbst eine x-beliebige Frage, schlägt blind eine Seite auf und macht sich seinen ganz persönlichen Reim. „Lass dir Zeit für deine Entscheidung“. Aha . . .

Neugierig geworden? Einfach vorbeikommen und ausprobieren, was man mit Sprache alles anfangen kann.

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