Corona-Virus

Bereits mehr als 6000 Corona-Kontrollen durchgeführt

Die Mitarbeiter des Kommunalen Ordnungsdienstes sind immer zu zweit unterwegs. Bei diesem Einsatz kontrollieren sie, ob die Kunden auf dem Wochenmarkt in Velbert ihre Masken tragen.

Die Mitarbeiter des Kommunalen Ordnungsdienstes sind immer zu zweit unterwegs. Bei diesem Einsatz kontrollieren sie, ob die Kunden auf dem Wochenmarkt in Velbert ihre Masken tragen.

Foto: Uwe Möller / FUNKE Foto Services

Velbert.  Der Kommunale Ordnungsdienst hat in Velbert seit März mehr als 6000 Corona-Kontrollen durchgeführt. Trauungen und Beerdigungen machen besorgt.

Die Leute vom Kommunalen Ordnungsdienst (KOD) der Stadt Velbert haben seit März mehr als 6000fach kontrolliert, ob und wie die Corona-Schutzverordnung – die zuletzt gültige Liste umfasste 74 verschiedene Tatbestände – respektiert und eingehalten wird. Dabei gelte die Devise „Mit Augenmaß und Konsequenz“, sagt der Leiter des Fachbereichs Bürgerdienste, Jürgen Wosimski. „Es geht allein um den Schutz der Bürgerschaft“, fügt Christine Müller vom KOD-Innendienst hinzu. Laut Bilanz der Sachbearbeiterin rund um das Infektionsschutzgesetz sind bislang bereits 723 Bußgeldverfahren eingeleitet worden.

Immer auf dem neuesten Stand sein

Zum Großteil waren es Verstöße gegen Kontaktverbote. Also zu große Gruppen und zu dicht beieinander „im öffentlichen Raum“, etwa in der Fußgängerzone oder auf Spielplätzen. Beim ersten Mal werde das mit einem Betrag um die 200 Euro geahndet, erzählt Daniel Paasch. Die Schutzverordnung werde fast alle 14 Tage erweitert, verändert und konkretisiert – man denke nur an den so genannten Teil-Lockdown ab Montag –, so der KOD-Leiter, „das macht das Ganze nicht leichter. Es müssen immer alle up to date sein.“ Das passiert u. a. per Besprechungen und mittels E-Mails. „Das ist nicht so einfach wie beim ruhenden Verkehr“, wirft Müller ein. Anfangs habe es z. B. nur ein Verfahren gegeben, wenn jemand auch nach Aufforderung das Masken-Tragen verweigert habe. „Jetzt kostet es immer Geld.“

Missachtung der Quarantäne-Anordnung wird richtig teuer

„Wir nehmen grundsätzlich nicht gleich an Ort und Stelle Geld“, schildert Paasch das Vorgehen. „Und wir schreiben und hören jeden erst einmal an. Das ist so vorgeschrieben und natürlich aufwändig.“ Folgeverstöße kämen ziemlich teuer. Wenn etwa ein Friseur keine Kontaktlisten führe, den Kunden nicht erst die Haare wasche und diese keine Maske trügen, bedeute das zunächst 2000, bei Wiederholung aber 4000 Euro. Andere Beispiele: Das unerlaubte Durchführen einer größeren Veranstaltung kostet 5000, ein Verstoß gegen die Quarantäne-Anordnung sogar bis zu 25.000 Euro.

Rund um die Uhr in Bereitschaft

Die KOD-Mitarbeiter – neun machen Außendienst, sieben kümmern sich um die Verkehrsüberwachung, zwei sind für die mobile Tempokontrolle da – sind immer zu zweit unterwegs. Im gesamten Stadtgebiet. Stichprobenartig und schwerpunktmäßig gehen sie vor. „Vierundzwanzig sieben“, sagt Müller und meint damit, dass das Team die komplette Woche rund um die Uhr „in Bereitschaft und grundsätzlich im Dienst“ ist. Selbstverständlich gingen die Corona-Kontrollen auch zu Lasten anderer Aufgaben, würden etliche Überstunden geschoben. „Aber wir haben ein ganz tolles Betriebsklima und ein tolles kollegiales Miteinander“, lobt Jürgen Wosimski, „sonst ginge das auch gar nicht.“

Die meisten Quarantäne-Verfügungen im Kreis Mettmann

Die KOD-Kräfte stimmen sich mit der Polizei ab und pflegen eine enge Rückkopplung mit dem Kreis-Gesundheitsamt, „damit wir schnell reagieren können“. Apropos schnell: Velbert hat kreisweit die meisten Quarantäne-Verfügungen. „Das haben die Leute spätestens am Folgetag in den Händen“, resümiert Paasch zufrieden. „Der größte Teil der Bevölkerung ist verständig und froh, dass wir alle diese Aufgaben wahrnehmen und Aufklärung leisten“, schildert er die Resonanz.

Verstöße werden querbeet begangen

„Wir gehen nicht in die Wohnung, aber wir gehen jedem Hinweis nach“, bekräftigt Jürgen Wosimski. Das ufere bisher aber nicht in Denunziantentum aus, sondern betreffe z. B. Anfragen von Arbeitskollegen, die von einem Reiserückkehrer aus einem Auslandsrisikogebiet berichteten. Man zeige im Zusammenhang mit Corona ja immer mit dem Finger auf die Jugend, meint Wosimski, „aber das ist hier nicht der Fall. Es gibt ohnehin nicht die eine Gruppe, es geht querbeet.“ Ein schwieriger Bereich, der ihm Sorgen bereite, seien Trauungen und Beerdigungen, zumal im größeren Rahmen: „Denn irgendwann liegen sie sich in den Armen.“

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