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Bei „Wortwechsel“ verkauft der Computer-Doc auch Tickets

Repariert Computer und verkauft Freizeit-Tickets: Hans-Werner Rimpel möchte sich künftig noch mehr auf sein EDV-Geschäft konzentrieren. Daher bleibt sein Geschäft ab dem 1. Oktober nachmittags geschlossen.

Repariert Computer und verkauft Freizeit-Tickets: Hans-Werner Rimpel möchte sich künftig noch mehr auf sein EDV-Geschäft konzentrieren. Daher bleibt sein Geschäft ab dem 1. Oktober nachmittags geschlossen.

Foto: Alexandra Roth / FUNKE Foto Services

Neviges.  In seinem Büro „Wortwechsel“ hilft Hans-Werner Rimpel bei Computerproblemen und mehr. Seine Stammkunden schätzen den umfassenden Service.

Überall stehen Kartons mit Kabeln, Batterien, kleinen Ersatzteilen. „Tastaturen“ steht auf einem Paket im Regal, ein Brett höher lächelt ein Herr von einem nostalgischen Schwarz-Weiß-Foto. Gemütliches Tohuwabohu herrscht bei „Wortwechsel“ in dem kleinen Büro im Herzen der Altstadt, mitten drin sitzt Hans-Werner Rimpel und macht gerade für eine Kundin den Eintritt ins Panoramabad klar. „Wortwechsel – Kommunikation, die verbindet“, das ist für Rimpel viel mehr als ein Slogan. Seit 2014 gibt’s hier nicht nur Tickets für zahlreiche Veranstaltungen in Velbert und Umgebung, der gelernte Radio- und Fernsehtechniker ist auch für viele die letzte Rettung, wenn der Computer daheim die Grätsche macht und gar nichts mehr geht. Wenn die Welt zusammenbricht, sagt Hans-Werner Rimpel am Telefon nur seelenruhig: „Bring mir die Kiste vorbei.“

Fahrten zu den Kunden

In Ausnahmefällen fährt der Computer-Doktor auch schon mal zu dem „Patienten“ nach Hause, was natürlich nicht während der Öffnungszeiten seines Ladens möglich ist. Aber sich aus Wohlwollen und Gutmütigkeit einen freien Abend nach dem nächsten um die Ohren zu hauen, geht auf Dauer auf Kosten der Gesundheit, so hat der beliebte EDV-Fachmann eingesehen. Damit er seinen „Außer-Haus-Service“ weiterhin anbieten kann, müssen sich seine Kunden ab dem 1. Oktober ein wenig umgewöhnen. Dann wird Wortwechsel“, Rommelssiepen 1, nur noch vormittags geöffnet sein. „Den Hermes-Paketservice gebe ich dann ab an die Schneiderei Flora direkt gegenüber, das läuft für die Leute also weiter.“

Der Ticket-Verkauf läuft gut

Weiter läuft auch der Ticket-Verkaufservice für alle möglichen Kultur-Veranstaltungen in Velbert und Umgebung. „Im Moment ist das natürlich wegen Corona etwas mau, die neuen Prospekte und Flyer sind auch noch nicht da.“ Dafür sei aber der Verkauf für den Eintritt in die drei Velberter Bäder sehr gut angenommen worden – besonders, als das Freibad noch geöffnet hatte. „Viele Schüler können nicht online bezahlen. Und viele Erwachsene wollen es auch nicht.“ Die Freibad-Saison im Panoramabad ist jetzt zwar beendet, aber auch für die Halle muss man sein Ticket vorher kaufen und dabei die Kontaktdaten hinterlassen.

Bilder-Service bleibt

Auch der Bilderservice bleibt bestehen, den Hans-Werner Rimpel gemeinsam mit dem Fotografen Rolf Krause anbietet. So kämen Kunden zum Beispiel mit alten Familienfotos, die sie gern vergrößert verschenken möchten. „Wir scannen Fotos, Dias, Negative, Gemälde, Drucke, bearbeiten sie dann individuell in Absprache.“ Auch beschädigte Fotos könnten problemlos gerettet werden. Und auch in Zukunft fertigt „Wortwechsel“ Visitenkarten, Plakate, Broschüren und Einladungskarten. Das alles bleibt, nur möchte Rimpel künftig mehr den Fokus auf sein EDV-Geschäft legen.

Schwerpunkt auf EDV legen

Seine Computer-Kundschaft hält ihn schon jetzt ganz schön auf Trab. „Was ziemlich häufig passiert: Leute vergessen ihre Passwörter. Dann ist Holland in Not.“ Und Rimpel die Ruhe selbst. Oder, auch das komme immer mal wieder vor, ein Virus hat sich eingeschlichen. „Ich mach halt alles rund um PC-Probleme.“ Da verschwinden plötzlich Hochzeitsbilder, sind wichtige Dateien für die Examensarbeit weg – und immer ist die Aufregung groß. Was der EDV-Fachmann allerdings nicht macht: „Ich verkaufe keine Neu-Geräte, bei den Preisen der Großen kann ich einfach nicht mithalten. Aber wenn Stammkunden ein tolles Angebot sehen und mich deswegen anrufen, dann sag ich ehrlich meine Meinung.“

Es klingelt, ein älterer Herr will „nur mal eben was fragen“ und verlässt kurze Zeit später erleichtert das Geschäft. Rimpel: „Ich hatte etwas für ihn gescannt und gefaxt, er hatte Sorgen, ob auch alles angekommen ist.“ Ach ja, Fotokopien kann man hier auch machen und zudem seine Dateien drucken lassen. Was es ansonsten bei „Wortwechsel“ gibt, ist unbezahlbar: jede Menge Menschlichkeit.

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