Firmennachfolge

Bei Friseur Pascal steht die dritte Generation bereit

Elli del Buono kümmert sich um den organisatorischen Teil, (v.l.) Antonio, Pascal und Daniele del Buono um den kreativen. „Wir sind ein echtes Familienunternehmen“, sagt Pascal del Buono lachend.

Elli del Buono kümmert sich um den organisatorischen Teil, (v.l.) Antonio, Pascal und Daniele del Buono um den kreativen. „Wir sind ein echtes Familienunternehmen“, sagt Pascal del Buono lachend.

Foto: Uwe Möller / FUNKE Foto Services

Velbert-Mitte.  Seit 1997 führt Pascal del Buono seinen Friseursalon an der Heiligenhauser Straße in Velbert. Nun steigt sein Sohn Daniele mit ein.

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Montagmorgen – eigentlich haben Friseure um diese Zeit geschlossen. Pascal del Buono aber ist in seinem Salon an der Heiligenhauser Straße. Geschlossen ist natürlich auch bei ihm, aber Er frisiert trotzdem. Allerdings keine Kundin, sondern seine Frau Elli.

Sein Sohn Daniele steht daneben, schaut dem Vater auf die Finger. Im Nebenraum ist Pascals Vater Antonio unterwegs. „Wir sind ein echter Familienbetrieb“, erzählt der Inhaber lachend. Er hat allen Grund zur Freude, denn sein Sohn will auch Friseur werden. „Damit steigt hier nun die dritte Generation ein, das ist heutzutage nicht selbstverständlich“, unterstreicht Pascal del Buono.

Der Vater inspirierte den Sohn – damals und heute

Wie der Vater, so der Sohn – dieser alte Spruch passt bei den drei Herren wie die Faust aufs Auge: Pascal del Buono entschied sich einst für seinen beruflichen Weg, weil er seinem Vater Antonio – „den kennen hier alle nur als Carlo“, fügt er lachend an – bei der Arbeit zusah. „Für mich war immer klar: Ich will Friseur werden“, erzählt er. „Die künstlerische Arbeit hat mich fasziniert.“ Immer schon wollte er mehr erreichen, „die Kunst der Haare vollenden.“ Und sein Sohn? „Für mich war klar, dass ich etwas in Richtung Kreativität, Kunst, Haare machen will.“ Und was habe da näher gelegen, als eine Ausbildung beim Papa anzufangen.

Doch Daniele del Buono will nicht nur im Salon in die Fußstapfen seines Vaters treten. Auch er will auf die Bühne, an Meisterschaften teilnehmen. „Ab dem zweiten Lehrjahr beginnt das Training dafür“, erläutert Pascal del Buono, von dessen Erfolgen die Urkunden an der Wand zeugen: Vierter bei der Weltmeisterschaft im Mailand, vierter bei der Europameisterschaft in Moskau, Deutscher Meister in der Kategorie „Damen Extensions“ und viele mehr.

Seit 22 Jahren an der Heiligenhauser Straße

„Wir haben uns schon auf den Premiumbereich spezialisiert“, erzählt Pascal del Buono. „Bei den Herren Haar und Bart. Und auch bei den Damen lege ich viel Wert auf perfektionistische Arbeit.“ Zwar sei nicht alles möglich, könne er nicht jeden Wunsch erfüllen, aber: „Offenbar habe ich das ganz gut hinbekommen, die Kunden kommen gerne seit nun 22 Jahren zu uns.“

Sohn Daniele hat vor den bevorstehenden Aufgaben keinen Bammel. „Es ist auch ok, dass mein Vater mein Ausbilder ist“, sagt er. „Wir verstehen uns.“ Auch dass die Familie praktisch den ganzen Tag Zeit miteinander verbringt, sei kein Problem. „Ich kenne das gar nicht anders“, sagt Pascal del Buono. „Das war mit meinem Vater genau so.“

Pascal del Buono wünscht sich mehr Wertschätzung

Was den Friseurmeister so ein wenig stört, ist etwas ganz anderes: „Es ist schade, dass die Wertschätzung für unsere Arbeit, für unseren Beruf immer mehr abnimmt.“ Die Branche sei in den Niedriglohnsektor abgerutscht. „Dabei versuchen wir hier, das Handwerk hochzuhalten, ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis zu bieten.“

Trotzdem: „Für Friseure ist das heute die geilste Zeit“, sagt del Buono. Ein Widerspruch? „Nein“, sagt er, „überhaupt nicht.“ Die Kreativität „ist viel größer als vor zehn, 20 oder 30 Jahren.“ Arbeitgeber würden fast alle Frisuren erlauben, er könne mit Haarverlängerungen arbeiten. „Wandel hat es immer gegeben. Der Beruf entwickelt sich weiter. Und diese Kreativität – die begeistert.“

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