Bildung und Literatur

Bei Autor Joachim Günther wird das Vorlesen zur Show

Kinderbuchautor Joachim Günther zeichnet die Helden seiner Bücher während seines Vortrags.

Kinderbuchautor Joachim Günther zeichnet die Helden seiner Bücher während seines Vortrags.

Foto: Uwe Möller / FUNKE Foto Services

Velbert.  Der Kinderbuchautor begeistert die Zweitklässler in der Grundschule in Velbert-Birth. Dabei hilft dem Schriftsteller ein ganz erstaunlicher Pirat.

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Die Antwort ist eindeutig. „Jaaaaa“, schreien rund 60 Kinder, als Buchautor Joachim Günther fragt, ob die Schüler noch eine weitere Geschichte hören möchten. Der Besuch des Autors in der Grundschule Birth begeisterte die Zweitklässler ganz offensichtlich – und förderte das Interesse für Literatur unter anderem mithilfe eines ganz erstaunlichen Piratenkapitäns.

Gestalten mit Kopftuch und Ohrring

Auch die folgende Frage des Kinderbuchautors beantworten die „Igel“ und „Delphine“ aus der 2c und 2d übrigens einstimmig: Die lange Geschichte sollte es sein, keinesfalls die kurze, und das, obwohl Günther bereits vier Geschichten vorgetragen hatte. Dass sie gut aufgepasst haben, zeigen die Grundschüler, die sich in der Mensa ihrer Schule versammelt hatten, ebenfalls, denn vor den Beginn der Geschichte hat der gelernte Bürokaufmann die Zeichnung der Hauptpersonen gestellt. „Da fang ich mal wieder...“ „...mit den Augen an“, wissen die Kleinen. Schwer fällt es ihnen auch nicht, den Beruf der Gestalten mit Kopftuch und Ohrring zu identifizieren. „Das sind Piraten!“, sind sich die Zweitklässler einig.

Fest im Schulprogramm verankert

„Die Begegnung mit einem Autor ist bei uns fest im Schulprogramm verankert“, erzählt Sonja Döring, Klassenlehrerin der 2d. „Jedes Jahr erleben die jeweiligen Zweitklässler bei dieser Aktion, wie faszinierend Geschichten sein können, gerade nach dem Vorlesetag in der letzten Woche passt diese Begegnung jetzt natürlich hervorragend. Joachim Günther war auch schon mehrfach bei uns zu Gast.“ Es sei erkennbar, dass bei den Lesemuffeln nach solchen Lesungen das Interesse an Büchern steige und auch die Ausleihzahlen in der Schülerbücherei anstiegen. Im Grunde keine Motivation dieser Art mehr benötigen Hanna und David, die ohnehin gerne lesen. „Ich mag Hexengeschichten“, erzählt Hanna, während David „alle Kindergeschichten“ gut findet. „Der Autor hat uns erzählt, wo er herkommt und dass er Geschichten für Kinder schreibt“, erinnern sich die beiden – die jeweils liebste handelt von einer verrückten Tante beziehungsweise rosaroten Schweinen.

Der Pirat, der keine Glatze mag

All die kann Günther seinen gespannt lauschenden Zuhörern auch auf Bildern zeigen, denn „nur am Tisch zu sitzen und vorzulesen wäre mir zu wenig. Deswegen zeichne ich auch zusätzlich die Hauptpersonen auf.“ Die Kinder freut’s - genauso wie die Verwendung eines Megafons, die eingespielte Musik, wenn die Piraten mit ihrem Kapitän „Fette Beute“ in der Disco landen und das Säckchen, bei dem jeder mal fühlen und raten darf, was sich wohl darin befindet. Für alle Neugierigen: Es ist eine Perücke, denn der Piratenkapitän ist unglücklich über seine Glatze. Interaktiv also ist die Lesung des 1955 geborenen Autors, der bereits seit 30 Jahren in die Schulen und Kindergärten geht, um aus seinen insgesamt fünf Büchern vorzulesen. „Im Prinzip hören alle gut zu“, freut sich Günther, „die Interaktion mit den Kindern macht mir Spaß und es ist wichtig, sie für das Thema Lesen zu begeistern.“

Wenn die Geschichten spannend sind, scheint das kein Problem zu sein – und durch das Lesen weiterer Piratengeschichten dürfte sich dann auch die einzige Wissenslücke der Kinder bezüglich des Lieblingsgetränks von Piraten schließen. Wobei es ja mit einer Pepsi deutlich leichter sein dürfte, einen kühlen Kopf zu bewahren als mit rum, ganz gleich, ob mit oder ohne Perücke.

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