Landwirtschaft

Bauern stellen grüne Kreuze gegen das Agrarpaket auf

Bauern-Proteste: Deshalb gehen die Landwirte auf die Straße

Protest der Landwirte: Die Bauern in NRW sind unzufrieden mit der aktuellen Agrarpolitik der Bundesregierung. Sie fürchten um ihre Existenz.

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Velbert/Kreis Mettmann.  Die Landwirte im Kreis Mettmann protestieren gegen die Auflagenflut und die zunehmende Bürokratie. Die Bauen sehen ihre Existenz in Gefahr.

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Wer aufmerksam auf den Landstraßen Velberts und Umgebung unterwegs ist, der entdeckt vielleicht ein grünes Kreuz auf dem Feld oder am Straßenrand. Aufgestellt wurden diese von den Bauern als Mahnmal und als stiller Protest gegen das im September beschlossene Agrarpaket.

Aufruf des blauen Bloggers gefolgt

Auch am Wülfrather Zwingenberger Weg stehen solche Kreuze. Dafür verantwortlich ist Kreislandwirt Bernd Kneer. Genauer gesagt sein Söhne, die auch landwirtschaftliche Ausbildungen absolviert haben. „Als ich von der Aktion gelesen habe, wollte ich den Jungs davon erzählen, aber da waren die bereits losgezogen, um die Kreuze aufzustellen. Ich unterstütze das aber total“, erzählt der Kreislandwirt.

Kneer ist einer von vielen Landwirten in ganz Deutschland, der dem Aufruf vom Blogger „Bauer Willi“ gefolgt ist, mit den Kreuzen auf Missstände in der Politik aufmerksam zu machen. „Dass sich die Gesellschaft und damit auch die Landwirtschaft ändert, ist völlig klar“, findet Kneer, sagt aber auch: „Wir schauen nicht weg.“

Steigende Auflagenflut und Bürokratie

So richtet sich der Protest der Bauern unter anderem gegen die steigende Auflagenflut und überzogene Bürokratie für Landwirte, Dumpingpreise für Essen und die unfaire Handelspolitik, sowie den ungebremsten Flächenverbrauch. Auch die Änderungen bei der Düngeverordnung, das Aktionsprogramm Insektenschutz sowie die Einführung eines Tierwohl-Labels werden kritisiert.

Mittelständische Betriebe sind besonders betroffen

Vor allem mittelständische und Familienbetriebe seien von den Auswirkungen des Agrarpakets betroffen, so Kneer. Und auch Martin Dahlmann, Vorsitzender der Kreisbauernschaft Mettmann, macht deutlich, wie ernst das Problem ist: „Die Flut der Vorschriften, die durch das Agrarpaket auf die landwirtschaftlichen Familienbetriebe einprasselt, gefährdet unsere Existenz.“

Der Velberter Landwirt Michael Greshake kann „den großen Unmut“ und das „Grummeln im Bauch der Kollegen absolut verstehen“, hat aber auf seinem Hof selbst kein Kreuz aufgestellt. Das hängt auch damit zusammen, dass er Milchwirtschaft betreibt: „Da befinden wir uns noch in einer anderen Lage.“

Respekt und Anerkennung für die tägliche Arbeit

Aber nicht nur politische Entscheidungen sollen mit der Protestaktion angemahnt werden, sondern die Landwirte wollen sich für ihre alltägliche Arbeit auch wieder mehr Respekt und Anerkennung verschaffen. Das sogenannte „Bauernbashing“ wird populärer und immer häufiger werden die Landwirte zum Buhmann gemacht. Die grünen Kreuze sollen also an das erinnern, was in der Landwirtschaft täglich geleistet wird. Dahlmann macht deutlich, dass es so nicht weitergehen kann: „Geht es so planlos und praxisfern weiter wie bisher, wird man nur ein Ziel erreichen: Dass die regionale Landwirtschaft verschwindet und Nahrungsmittel in Zukunft aus dem Ausland kommen. Das trifft am Ende nicht nur die Bauern, sondern schadet der gesamten Gesellschaft.“

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