Im Bürgerhaus

Ballettschülerinnen tanzen Mädchenträume

Mit beeindruckenden Tanzdarbietungen begeisterten die Ballettschüler ihr Publikum im Bürgerhaus.

Foto: Ulrich Bangert

Mit beeindruckenden Tanzdarbietungen begeisterten die Ballettschüler ihr Publikum im Bürgerhaus. Foto: Ulrich Bangert

Langenberg.   Die Ballettschule Endres-Mester zeigte im Bürgerhaus-Saal grazil kesse Nichten, fröhlich hüpfende Prinzessinnen und aufmüpfige Puppenbräute.

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Eine Schüleraufführung, ganz gleich ob von Ballett-, Schauspiel-, Kunst- oder Musikschulen, ist nicht allein eine Leistungsschau erlernter Fähigkeiten und Talente – sie offenbart den Nährboden und die Saat des kulturellen Lebens einer Gesellschaft. Ein gelungenes Beispiel dafür stellte jetzt die Ballettaufführung im großen Bürgerhaus-Saal dar: Mit detaillierter Sorgfalt und offensichtlichem Herzblut präsentierte Nina Endres, ihre Mutter Erika Endres-Mester und engagierte Helfer eine große Schar von Tanzeleven.

Tradition werden gewahrt – bei Schülern und Lehrerinnen

„Ich selbst bin ja keine Primaballerina geworden“, erzählte die Mutter einer Schülerin, die in der Ballettschule Endres-Mester bereits als Achtjährige Unterricht genossen hat und nun ganz begeistert ihrer eigenen Tochter und der Leiterin Nina Endres nach der beeindruckenden Aufführung zujubelte. Traditionsreich von Mutter zu Tochter, bei den Schülern wie bei den Lehrerinnen. Und der prall gefüllte Saal des Bürgerhauses verbreitete dazu die passende Aura.

Die feinfühligen Choreographien aus klassischem und folkloristischem Bewegungsmaterial waren perfekt auf die sehr soliden Fähigkeiten der Ballettschüler eingerichtet. Die überzeugend tänzerische Pantomime der kindlich-jugendlichen Compagnie zog das Publikum sofort in eine zauberhafte Geschichte von neugierigen Mädchen und frechen Puppen, die sich selbstständig machen. Die Rolle des magischen Puppenmachers kam ausdrucksstark mit stolzen Posen und magischen Gesten herüber. Perfekt anmutige Armhaltungen und Posituren in harmonischer Symmetrie markierten die Übergänge von Bild zu Bild. Einfach schön. Hin und wieder haperte es sympathisch bei den fortgeschrittenen Ensembles noch an Synchronität. Das Vergnügen wurde dadurch nicht beeinträchtigt.

Nach der Pause gab es mit dem Auftritt der Prinzessinnen, Köchinnen und Wäscherinnen nochmal richtig Kreischalarm. So zuckersüß zeigten die Kleinsten ihren Charme, da schmolzen alle Herzen. Als überraschender Höhepunkt rockte dann plötzlich Lenny Kravitz aus den Lautsprechern. In die klassischen Grundbewegungen webte Nina Endres moderne Andeutungen, und die versierten Tänzerinnen erschufen damit eine faszinierende Reibung zur Musik.

Helga Satzkys Kostümfundus war das Tüpfelchen auf dem i

Das Tüpfelchen auf dem i waren die entzückenden Kostüme aus dem Fundus von Helga Satzky. Ein Traum für jede Ballerina. Mangelware sind in diesem Traum allerdings mutige Prinzen für gewagte Hebefiguren und variable Pas de deux. Mehr begeisterte Tänzer würden sicher für Inspiration sorgen, über traditionelle Rollenbesetzungen hinaus auch kräftige Waschmänner oder Schraubenschlüssel schwingende Mechanikerinnen in künftigen Ballettperformances zu erleben. In der Rolle der Tante bewies das älteste Compagniemitglied komödiantisches Talent, blieb allerdings, genau wie der expressive Puppenmacher, eher als exotisch im Gedächtnis

Ein großes Kompliment für die konzentrierte Ensembleleistung, welche sich an den geschmeidigen Abläufen und der hohen Bühnenpräsenz der Tänzer ablesen ließ.

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