Mitmach-Ausstellung

Ausstellung für kleine Spürnasen mit großem Spaß am Forschen

Die blauen OP-Überzieher an, ran an die Grabungsstätte und dort dann gaaanz vorsichtig mit dem Pinsel zu Werke gehen.

Die blauen OP-Überzieher an, ran an die Grabungsstätte und dort dann gaaanz vorsichtig mit dem Pinsel zu Werke gehen.

Foto: André Marston Alvarez

Mettmann.   Ausgraben, ausprobieren und experimentieren: Kinder erkunden bei der Mitmach-Ausstellung im Neandertal das Forscherlabor Archäologie.

Draußen, unter freiem Himmel, drehen sich die Baukräne, wird mit schwerem Gerät gebuddelt: Die Umsetzung des Masterplans Neandertal ist in vollem Gange. Drinnen, im Neanderthal Museum, wird ebenfalls gegraben. Gaaanz sachte und leise. Mit Pinsel und Zollstock geht’s vorsichtig zur Sache.

Die Grabungsstation, die einem großen Doppel-Sandkasten ähnelt und wo es zwei Skelette nebst Grabbeigaben bzw. alternativ einen Hausgrundriss freizulegen gilt, gehört zu der aktuellen Sonderausstellung „Forscherlabor Archäologie – Bodenschätze enträtseln“, die das Untergeschoss des Hauses noch bis zum 5. Mai zu einem Kinderparadies der etwas anderen Art macht.

Spielerisch und auch wissenschaftlich

Schon das Bild am Eingang lässt erahnen, dass es unter der Erde nicht nur für Maulwürfe Wichtiges zu tun gibt. In dieser Mitmach-Ausstellung dreht sich spielerisch, aber auch wissenschaftlich alles um den Boden, ums Ausgraben, Ausprobieren, Experimentieren und Erforschen. Welche Bodentypen gibt es überhaupt und was ist das Besondere an ihnen? Wie gräbt man ein Skelett aus? Wie werden alte Knochen datiert? Wie funktioniert überhaupt eine archäologische Ausgrabung? Um Bodenschätze zu finden, muss man die Tricks der Profis kennen – die können die Besucher nun ausprobieren.

Das größte Museum der Welt

„Es läuft ganz gut. Jetzt in den Ferien war es teils richtig voll“, fasst Carina Bammesberger die bisherige Besucherresonanz zusammen. Die wissenschaftliche Volontärin bzw. Mitarbeiterin gehört für zwei Jahre zum Bereich Ausstellungsmanagement. Sie hat die Ausstellung von Juli 2018 an geplant und dem zur Verfügung stehenden Raum im Keller angepasst. Der Großteil der Elemente zählt zu einer eingekauften Ausstellung aus dem Osnabrücker Landesmuseum Kalkriese. „Eigentlich ist Boden das größte Museum der Welt. Er vergisst nichts und bewahrt vieles. Nur leider stellt er seine Schätze nicht aus“, heißt es hierzu in der Ankündigung.

Mit dem Forscherpass von Station zu Station

Die Kinder – ganz oft auch mit Mama und Papa oder Oma und Opa im Schlepptau – können sich mit einem Forscherpass (50 Cent) auf den Weg machen, der quasi eine Führung ersetzt, und die Stationen abklappern. Die Fundvitrine steckt voller Stücke aus verschiedenen Epochen, von der Steinzeit bis zur Plastikgesellschaft. Pollen – aus Bohrkernen sowie Seen – wollen analysiert und unter dem Mikroskop begutachten werden. So lassen sich Landschaften rekonstruieren. An Datierungsstationen lernen die Steppkes grobere und genauere Methoden zur Altersbestimmung kennen. Hier wartet eine Erdschichtabfolge darauf, chronologisch passend zusammengepuzzlet zu werden, dort erfährt man, was einem tierische und menschliche Knochen so alles sagen können.

Museumsscouts helfen und beantworten Fragen

An den Wochenenden und in den Ferien sind als Ansprechpartner und Helfer immer Museumsscouts vor Ort. Und im Umfeld der Sonderausstellung werden Workshops für Schulklassen, Kinder-Geburtstage für Spürnasen und Entdecker sowie Taschenlampenführungen angeboten. Die nächste ist am 18. Januar.

Zum Vormerken: Beim Familien-Aktionstag am 31. März erfahren die Besucher, was der Boden einem über das Klima und die Lebensweise der früheren Menschen erzählt.

>>>DOPPELT SCHAUEN MIT DEM KOMBITICKET<<<

Das Neanderthal Museum liegt an der Talstraße 300 in 40822 Mettmann. Telefonisch ist es unter (02104) 97970 und per E-Mail an museum@neanderthal.de zu erreichen (im Internet auf www.neanderthal.de). Das Museum hat dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 9 Euro für die Dauerausstellung (incl. Neanderthaler-Fundort); das Kombiticket (incl. Sonderausstellung) kostet 11 Euro. Für Gruppen, Familien, Kinder, Studenten und Behinderte gibt es Ermäßigungen.

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