Kunsthandwerkermarkt

Aus Hardenberger Lichterzauber wurde Regenzauber

Bei dem regnerischen Wetter waren die Stände in der Vorburg natürlich meist dicht von Besuchern umlagert.

Foto: Ulrich Bangert

Bei dem regnerischen Wetter waren die Stände in der Vorburg natürlich meist dicht von Besuchern umlagert. Foto: Ulrich Bangert

Neviges.   Beim Hardenberger Lichterzauber trotzten die Besucher dem Regen. Die Kunsthandwerker überstanden das Wochenende mit Zweckoptimismus.

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Den Zauber der Lichter spürten Händler und Publikum dieses Mal bei dem Hardenberger Lichterzauber wohl eher in der Vorburg als draußen vor der malerischen Kulisse des Schlosses. Denn es regnete hartnäckig. Verregnet war somit auch die Stimmung vieler Händler, die sich wesentlich mehr von diesem Wochenende versprochen hatten. „Das wird hier nichts mehr“, sagt einer der Kunsthandwerker enttäuscht, „die ganze Arbeit war umsonst.“ Sein Blick fällt auf sein liebevoll dekoriertes Sortiment, das er diesmal wohl wieder weitestgehend mit nach Hause nehmen muss. An anderen Ständen geht man pragmatischer vor, tauscht Tipps aus, wie man die prallen Regenpfützen am besten von den Zelten bekommt.

Grußkarten, Westen aus Alpakawolle und handgemachte Pralinen

In der Vorburg werden dann erst einmal Kapuzen abgenommen und Regenschirme zugeklappt. Endlich ein gemütliches Schlendern ohne hochgezogene Schultern. Kunstvolle Märchenbilder, edler handgefertigter Schmuck, selbst gestaltete Grußkarten, warme Westen aus Alpakawolle und leckere Pralinen warten hier darauf, von den Besuchern ausgewählt zu werden.

Hans Binnen und seine Helga betrachten gerade kleine, gefilzte Elfen. Helga Binnen hält eine in einer Art Marmeladenglas in der Hand. „Das ist echt zauberhaft“, sagt sie lächelnd, während ihr Mann schon nach dem Portemonnaie sucht. Die beiden sind extra aus Rheinberg angereist. „Wir sind Rentner, wir haben ja Zeit“, sagt Hans Binnen lächelnd. „Freunde haben uns vorgeschwärmt, wie wunderschön es hier sein soll. Daher haben wir uns fest vorgenommen, dieses Jahr auch hier zu sein.“

Die Besucher ließen sich ihre gute Laune nicht verregnen

Die kleine Elfe im Glas wechselt den Besitzer und der Blick von Hans Binnen schweift auf die Pralinen. „Ich bin mir sicher, dass ich heute auch noch hier fündig werde“, sagt er verschmitzt und prüft das edle Naschwerk sorgfältig.

Verregnen ließen sich die Laune auch Michaela Balkers und Tanja Klimmert nicht. Die beiden Freundinnen sind jedes Jahr auf dem Hardenberger Lichterzauber – „bei jedem Wetter. Wir hatten schon klirrende Kälte, Sonnenschein und Regen. Natürlich ist es schöner, wenn es trocken ist, aber Mitte November darf man auch mit Regen rechnen. Es ist einfach nur schade für die Kunsthandwerker, viele kommen sicher gar nicht erst her.“

Statt Glühwein im Freien lieber ein Glas Wein daheim auf der Couch

Da heißt es, das Beste draus zu machen: Kapuze hoch und durch.“ Die Freundin gibt zu: „Ich denke, statt einem Glühwein hier werden wir dann nachher einen Wein auf der Couch zu Hause trinken.“ Dann verschwinden die beiden, sich unterhakend in der Vorburg. „Da gibt es nämlich leckere Pralinen, die wir auf jeden Fall noch für unseren Mädelstag brauchen.“

Wen der Regen an diesem Wochenende im Übrigen gar nicht störte? Die kleinen Tannenbäumchen, die dieses Jahr als vorweihnachtlicher Bote erworben werden konnten.

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