Vereine in Langenberg

Aus Grundsteinkisten entstand in Langenberg ein Kunstverein

Sie gehören zum Team vom „Kunsthaus Langenberg“ (von links): Uwe Peter, Elke Brandes-Peter, Peter Reichert und Martin Schlichter.

Sie gehören zum Team vom „Kunsthaus Langenberg“ (von links): Uwe Peter, Elke Brandes-Peter, Peter Reichert und Martin Schlichter.

Foto: Uwe Möller / FUNKE Foto Services

Langenberg.  Aus dem Projekt „Grundsteinkisten“, angestoßen von Norbert Bauer, entstand der Verein „Kunsthaus Langenberg“. Sein Ziel: Kunst-Akzente setzen.

„Alles begann mit den Kalksandsteinen“, erzählt Heinz Johnen. Damals – im Jahr 1993 – hatte der allseits bekannte, mittlerweile allerdings verstorbene Langenberger Künstler Norbert Bauer die Idee gehabt, Holzkisten zu verkaufen, in denen drei Sandsteine zu finden waren: Grundsteinkisten.

Denn der damals kurz zuvor ins Leben gerufene Verein „Kunsthaus Langenberg e. V.“ brauchte schließlich Geld und Räume – und zumindest ersteres sollte mit dem Verkauf der Kisten herangeschafft werden.

Ein Schatz von 407 Grundsteinkisten

Aus der kleinen Idee wurde ein Schatz von 407 Kisten, der mittlerweile im Langenberger Bürgerhaus zu finden ist und dort regelmäßig Touristen und Kunstinteressierte aus der Region anzieht. Um trotzdem weitere Einnahmen mit dem Projekt generieren zu können, verkauft das Kunsthaus-Team mittlerweile Fotografien der Sandsteine in Holzkisten.

„Das sind hochwertige Drucke“, sagt Carlo Haak. Er gehört – wie Johnen – zum Kunsthaus-Verein und ist mittlerweile dort in verantwortlicher Position tätig.

Die „Tuchfühlung“ zog die Massen an

Ein paar Jahre nach den Grundsteinkisten entstanden dann – noch immer unter der künstlerischen Leitung von Norbert Bauer – die beiden Tuchfühlung-Projekte: Hierbei setzten sich die Künstler mit verschiedenen Entwicklungen des menschlichen Lebens auseinander, etwa Gentechnik.

„Für ‚Tuchfühlung’ sind 100.000 Leute nach Langenberg gekommen“, sagt Uwe Peter, der ebenfalls im Verein mitwirkt. „Erst danach ist die Idee aufgekommen, ein Kunst-Kaufhaus zu kreieren. Daraus ist eben das Alldiekunst-Haus geworden.“

Und Haak fügt hinzu: „Heute versuchten wir noch immer, Norberts Projekte weiterzuführen. Das sind wir ihm schuldig.“

Alldiekunst-Haus dient vielen Zwecken

Das Alldiekunst-Haus, die große Immobilie mitten im Herzen der Langenberger Altstadt, erfüllt heute verschiedene Zwecke: Zuerst einmal dient sie als Veranstaltungsraum. Zahlreiche Künstler sind hier in der Vergangenheit bereits aufgetreten, in Zeiten ohne Pandemie mindestens einmal pro Woche.

Auch Ausstellungen für Bildende Kunst beherbergt das Haus hin und wieder. „Außerdem machen wir hier Kunsterziehung“, sagt Peter. „Wir laden Schulen ein und dann können die Kinder ihre eigenen kleinen Grundsteinkisten erschaffen.“

Schulen dürfen Bühne für Projekte nutzen

Schließlich steht das Gebäude – samt professioneller Bühne – auch für Schulen zur eigenen Nutzung bereit. „Wenn sie anfragen“, sagt Haak, „bekommen sie die Räume kostenlos von uns zur Verfügung gestellt“. In diesem Jahr hätte eigentlich noch in Kooperation mit verschiedenen Schulen ein Theater-Festival stattfinden sollen, das wurde coronabedingt aber abgesagt.

„Im Moment sind wir wieder in der Lage, hier 50 Menschen zusammenzubringen“, sagt Peter und fügt hinzu: „Wir machen es im Moment so, dass die Künstler die gesamten Netto-Einnahmen bekommen und das Alldie-Haus auf die Einnahmen verzichtet. Das ist unser Beitrag dazu, den Künstlern während der Pandemie ein wenig zu helfen.“

Team arbeitet ehrenamtlich

Das gesamte Alldiekunst-Team arbeitet grundsätzlich ehrenamtlich. „Norbert war genial“, sagt Haak. „Als er aber gestorben ist, hatten wir plötzlich keine künstlerische Leitung mehr. Daher haben wir Gruppen gebildet, die sich ohne Gehalt um verschiedene Aufgaben kümmern: Daniel Platte etwa ist der Hauptverantwortliche für die Technik oder Eva Bongartz für den Service.“ Im Team gelte, sagte Haak, dass niemand wichtiger sei als der Andere.

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