Kultur

Auftakt zu Velberter Sommerkonzerten in der Apostelkirche

Das Ensemble Noisten – hier Claus Schmidt (Gitarre) und Reinald Noisten (Klarinette) – spielten traditionelle Klezmer-Musik, dazu tanzte ein Derwisch und die Kirchenorgel der Apostelkirche rundete das Konzert ab.

Das Ensemble Noisten – hier Claus Schmidt (Gitarre) und Reinald Noisten (Klarinette) – spielten traditionelle Klezmer-Musik, dazu tanzte ein Derwisch und die Kirchenorgel der Apostelkirche rundete das Konzert ab.

Foto: Ulrich Bangert / FUNKE Foto Services

Velbert-Mitte.  Die Reihe der Velberter Sommerkonzerte hat mit einem ungewöhnlichen Konzert in der Apostelkirche begonnen: drei Religionen musikalisch vereint.

Indische Klänge ertönten, es kam die Melodie einer Klarinette dazu und leitete in eine schwungvolle, lustige Weise über, begleitet vom Kontrabass wurde sie von der Kirchenorgel aufgenommen: Es war ein ungewöhnliches, sehr harmonisches Konzert aus typischen Elementen großer Religionen, Islam, Christen- und Judentum, das in der Apostelkirche Dalbecksbaum stattfand.

Mehr als 100 Besucher erlebten mit „Klezmer trifft Derwisch trifft Orgel“ den Auftakt zu einer Reihe von Sommerkonzerten, die bis einschließlich 1. September in verschiedenen Kirchen im Kirchenkreis Niederberg stattfinden werden.

Klezmer mischt sich mit Bach-Chorälen

Reinald Noisten erläuterte zwischen den Stücken deren Bedeutung und Herkunft. So fügten sich ein Freylach, ein fröhlicher Tanz des Klezmer, einer vor allem in Osteuropa verbreiteten jüdischen Musikrichtung, und die Choralvorspiele von Johann Sebastian Bach, die Neyflöte und Percussions zu einem homogenen Ganzen.

Wenn sich dann noch der Derwisch in rotem Gewand drehte, konnten die Besucher meditativ verschmelzen: „in der Reinheit, die trotz der Verschiedenartigkeit Religionen ihren gemeinsamen Nenner ganz einfach in der Musik findet.“

Dialog der Religion klingt durch die Musik leicht

Besucherin Mercedes Cellon war sehr angetan: „Diesen Tanz habe ich noch nie gesehen, aber davon gehört. Er gefällt mir sehr gut, ist wunder-, wunderschön. Es gefällt mir auch, dass es hier in Velbert stattfindet.“ Auch Ali Egeli gefiel die Veranstaltung: „Die Musik ist sehr entspannend. Der Dialog zwischen den drei Religionen klingt durch die Musik sehr leicht.“ Für den türkischstämmigen Velberter klang vor allem durch den Gesang von Ney-Flötist Murat Cakmaz ein wenig heimatliche Kultur durch.

Vielfalt bildet Einheit in der Musik

Als Noisten erzählte, konnte man sich gut vorstellen, wie es wäre, wenn „ein Rabbi, ein Iman, ein Priester oder wer auch immer sich nicht über Ideologisches austauschten sondern einfach tanzen – weil es einfach Spaß macht“. In den Dialog von Orgel und Bassklarinette mischten sich die Neyflöte, Gitarre und Percussions.

Hartmut Scheidt war begeistert: „Es gefällt mir wirklich sehr gut, die Mischung und die Harmonie, die darin steckt. Die Vielfalt, die eine Einheit in der Musik bildet.“

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