Handel

Auf Tour mit der Langenberger Eierfrau

Sabine Kuhlendahl (v.l.), Ursel Kuhlendahl und Michaela Grünendahl kümmern sich um die Auslieferung der Eier.

Sabine Kuhlendahl (v.l.), Ursel Kuhlendahl und Michaela Grünendahl kümmern sich um die Auslieferung der Eier.

Foto: Uwe Möller / FUNKE Foto Services

Velbert.   Seit elf Jahren fährt Sabine Kuhlendahl mit der „Eierkutsche“ durch Velbert. Ihre Kunden freuen sich über Eier vom Hof – und andere Produkte.

Jeden Dienstag um kurz nach acht Uhr geht es los: Seit elf Jahren startet Sabine Kuhlendahl ihre Tagesroute in der vollbeladenen „Eierkutsche“. Mehr als 2000 Eier fährt sie heut aus, für 100 Kunden an 60 Standorten. Die Eier kommen vom Familienbetrieb Hamershof an der Bleibergstraße.

Schon der Großvater lieferte Eier aus

„Mein Großvater begann mit dem Eierausfahren, meine Mutter führte es dann fort und heute macht meine Nichte eine landwirtschaftliche Ausbildung und wird mit in den Hof einsteigen“, erklärt die 46-Jährige. Diesmal führt sie ihre Route durch das Velberter Umland und die Innenstadt, kreuz und quer, bis alle Kunden beliefert sind. Um 10 Uhr hat Kuhlendahl schon 20 Betriebe und Privatpersonen abgeklappert.

Jetzt geht es voll bepackt zur Apotheke zum Schlotschmet: 60 Eier gehen hier über die Theke, jeder der Mitarbeiter bekommt seine gewünschte Anzahl. „Solche Sammelbestellungen haben wir relativ oft. Eine Person nimmt dann einfach die Eier für mehrere Parteien, beispielsweise in einem Wohnhaus entgegen. Das lohnt sich auch deutlich mehr, als nur sechs Eier auszuliefern.“

Auch Änderungen und kurzfristige Wünsche sind möglich

Die meisten Kunden beliefert die gelernte Floristin wöchentlich, doch ist sie auch für Änderungen und kurzfristige Wünsche offen. „Deshalb habe ich immer mehr Eier dabei, als eingeplant. Die Eierkutsche erkennen viele Leute wieder oder sie fragen interessiert nach, wenn sie unser Schild im Wagen sehen. Dann bin ich gerne für spontane Käufe vorbereitet.“

In der Heißmangel an der Poststraße wird Kuhlendahl schon erwartet: Besitzerin Margarete Koch bezieht ihre Eier schon seit 25 Jahren vom Hof: „Seit ich mein Geschäft habe, beliefert mich die Familie. Früher kam Ursel Kuhlendahl, die Mutter zu mir, heute ist es die Tochter. Die Eier sind spitze, ich mache gerne Eierlikör daraus.“

Zwischen den Stationen wird Fahrtenbuch geführt

Zwischen den Stationen hält Sabine Kuhlendahl alle Verkäufe gewissenhaft in ihrem Fahrtenbuch fest. Beim Kindergarten Junior Welt angelangt, wird es lebhaft: Zwischen Kindern, die in ihre Jacken schlüpfen, dürfen die Erzieherinnen ihre Bestellungen an sich nehmen und bezahlen gleich bar. Fast jede der Frauen möchte ein paar Eier mitnehmen.

Leiterin Beate Richter kennt die Familie schon seit Nichte Nadine Grünendahl eben hier im Kindergarten war. Seitdem schätzt sie die frischen Eier: „Die Qualität der Eier ist toll, und es ist schön, mit der Familie in Kontakt zu bleiben. Ganz selbstverständlich ist es ja nicht, dass Sabine Kuhlendahl hier extra vorbeifährt.“ „Auch können wir Fleisch oder Gemüse bestellen, das wird dann mitgebracht,“ ergänzt eine Kollegin.

Sortiment umfasst auch Fleisch und Gemüse

Denn das Sortiment des Hofladens wird den Kunden dann einfach mitgeliefert. „Gerade ältere Leute, die die schweren Kartoffeln nicht mehr schleppen können, nehmen dieses Angebot gerne an.“ Doch damit tausende Eier für die wöchentliche Runde bereitstehen, müssen Kuhlendahl und ihre Schwester, Hofbesitzerin Michaela Grünendahl, oder ihre Mutter frühmorgens erst einmal in den Stall, um die täglich etwa 1400 Eier der 1600 Legehennen einzusammeln.

Das Eiergeschäft ist nur ein Teil des breit aufgestellten Betriebs, der im Hofladen eigene und weitere regionale Erzeugnisse verkauft, Pferde und Kühe beherbergt und Felder bestellt.

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