Auf der Suche nach Talenten

Velbert-Mitte.   „Ich war so froh, dass ich irgendwen hatte, der mich ein bisschen an die Hand nimmt.“ Sophie Hemscheidt ist in der Stufe Q2 am Geschwister-Scholl-Gymnasium (GSG), in diesem Frühjahr macht sie ihr Abitur. Wie es danach weiter gehen soll, darüber hatte sie zwar eine ungefähre Vorstellung, „aber ich wusste nicht, wie ich da hin komme.“

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„Ich war so froh, dass ich irgendwen hatte, der mich ein bisschen an die Hand nimmt.“ Sophie Hemscheidt ist in der Stufe Q2 am Geschwister-Scholl-Gymnasium (GSG), in diesem Frühjahr macht sie ihr Abitur. Wie es danach weiter gehen soll, darüber hatte sie zwar eine ungefähre Vorstellung, „aber ich wusste nicht, wie ich da hin komme.“

An dieser Stelle kommen Alberto Rodriguez und Svenja Löhe ins Spiel. Die beiden sind Talentscouts, ausgeschickt von der Hochschule Bochum. Und sie sollen Schülerinnen und Schülern Hilfestellung geben. „Zielgruppe dabei sind Schüler, die nicht aus Akademiker-Haushalten kommen oder denen aus anderen Gründen die Unterstützung zu Hause nicht gegeben werden kann“, erläutert Martina Schaminet-Gierse, die an der Hochschule Bochum das Talentscouting koordiniert.

Programm ist großer Erfolg

Seit neun Monaten läuft das Projekt nun schon. Dass gleich zwei Scouts an einer Schule sind, liege daran, „dass hier so großer Bedarf besteht“, sagt Martina Schaminet-Gierse. Ein Dauerzustand sei das aber nicht. Mehr als 40 Schülerinnen und Schüler nutzen bereits die Beratung, und weil das „also ein großer Erfolg ist“ – sagt GSG-Schulleiter Reinhard Schürmann – haben das Gymnasium und die Hochschule die Kooperation nun auch schriftlich besiegelt – mit einer kleinen Feierstunde im Beisein der Schulleitung, des Präsidenten der Hochschule Prof. Dr. Jürgen Bock, der betreuenden Lehrer Katrin Seim und Julian Leonhardt, von Elternvertretern und natürlich der Schülerinnen und Schüler, die bislang das Angebot genutzt haben.

Was die Beratung so besonders macht? „Die Atmosphäre“, sind sich die sieben Gymnasiasten einig. „Wir werden geduzt, sind auf einer Ebene mit Alberto und Svenja“, erzählt Nicola Boeken. „Es ist nicht so, dass da jemand über uns steht.“ Das sieht Philip Vom Schemm genauso: „Es gibt keinen Druck in die eine oder andere Richtung. Es wird gefragt, was ich will, was ich kann und dann beraten.“

Ausbildung oder Studium

Dabei geht es Svenja Löhe und Alberto Rodriguez gar nicht einmal darum, die Schülerinnen und Schüler zu einem Studium zu bringen. Es geht schlicht und einfach darum, „unsere Stärken und Schwächen herauszufinden. Festzustellen, in welchem Bereich meine Eignung liegt, was mir liegen könnte“, erläutert Julian Wille die Art der Beratung. Ob dann hinterher eine Ausbildung, eine duale Ausbildung oder ein reines Studium folgt – das ist zweitrangig.

Manche der Schüler sind sogar schon einen Schritt weiter – wie zum Beispiel Florian Radziej. Er will nach dem Abi Informatik studieren, war sich aber lange nicht sicher, in welchem Bereich genau: „Ich habe dann am Botschafter-Programm der Hochschule teilgenommen, habe mir alles zeigen lassen. Jetzt bin ich mir sicherer, wo ich hin will.“

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