Prozess

Angeklagter soll Heroin in Hundekotbeuteln verkauft haben

Vor dem Wuppertaler Landgericht ging es in der Verhandlung um illegale Drogengeschäfte.

Vor dem Wuppertaler Landgericht ging es in der Verhandlung um illegale Drogengeschäfte.

Foto: Uwe Möller

Wuppertal.   Seinen Lieferanten hatte der Velberter zwar benannt, die Polizei hat diesen aber noch nicht überprüft

Lange Leitung in Ermittlungen um mutmaßliche Heroingeschäfte in Velbert: Ein 38 Jahre alter Angeklagter soll nach seiner Festnahme Anfang Juni der Polizei seinen Lieferanten benannt haben. Die Durchsuchung an dessen Adresse allerdings sei noch nicht erledigt, gab ein Polizist des Kriminalkommissariats Freitag kleinlaut im Zeugenstand des Landgerichts Wuppertal zu: „Ich habe die Akte grade bekommen. In der kommenden Woche sollten wir so weit sein.“ Betretenes Schweigen im Saal.

Einsatz am Panormaradweg

Der 38-jährige Angeklagte soll Heroin an Endabnehmer verkauft haben. Er sei selbst arbeitslos und suchtkrank. Der Mann bestätigte dem Gericht, die Droge zehngrammweise von seinem Händler auf Kredit bekommen zu haben. Bezahlt habe er erst nach dem Weiterverkauf – ein sogenanntes Kommissionsgeschäft. Vom Gewinn habe er seinen eigenen Konsum finanziert. Ein Polizist erläuterte, der Mann habe die Festnahme ruhig über sich ergehen lassen: „Wir waren im Einsatz am Panoramaradweg, an der Saubrücke. Die heißt so. Wir haben ihn kontrolliert und gefragt, ob er verbotene Gegenstände bei sich führt. Das hat er bejaht.“

Geladenen Schreckschusspistole dabei

Mit dabei: Eine geladene Schreckschusspistole. Kleine Mengen Heroin soll der Mann in Hundekotbeuteln transportiert haben. „Das ist üblich“, kommentierte ein Zeuge. Eine größere Menge sei in einer Bauchtasche gewesen.

Neuer Verhandlungstermin in drei Woche

Dass die Angaben zum möglichen Hintermann womöglich stimmen, soll sich aus Ermittlungen ergeben. Der Angeklagte habe dessen Nummer in seinem Handy gespeichert gehabt. Kurz vor der Festnahme habe er dort angerufen. Sogar eine Adresse soll bekannt sein. Die Männer hätten sich für ihre Geschäfte gewöhnlich nachts an einer Innenstadt-Bushaltestelle getroffen.

Das Gericht will in drei Wochen weiter verhandeln. Dann soll ein Krinimalbeamter zu den laufenden Ermittlungen erneut berichten. „Vielleicht sind wir dann weiter“, kommentierte der vorsitzende Richter.

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