Polizeibericht

Angehörige bedrohen Retter nach Unfall in Velbert

Diese blaue Opel Astra erfasste die beiden Fußgängerinnen auf der Berliner Straße.

Foto: Polizei

Diese blaue Opel Astra erfasste die beiden Fußgängerinnen auf der Berliner Straße. Foto: Polizei

Velbert.  Zwei Frauen wurden bei einem Unfall auf der Berliner Straße schwer verletzt. Sanitäter konnten minutenlang nicht helfen. Strafanzeigen erstattet.

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Polizeibeamte und Rettungssanitäter sind nach einem Unfall auf der Berliner Straße von Angehörigen der Unfallopfer massiv bedroht worden. „Vorfälle von einer solchen Qualität hat es im gesamten Kreis Mettmann noch nicht gegeben“, sagte Ulrich Löhe, Sprecher der Kreispolizei.

Wie die WAZ bereits berichtete, waren am Mittwoch gegen 18.40 Uhr zwei Frauen bei einem Unfall auf der Berliner Straße schwer verletzt worden. Eine der beiden Fußgängerinnen schwebt nach wie vor in Lebensgefahr.

40 bis 50 Schaulustige am Unfallort

Nur kurze Zeit nach dem Unfall sammelten sich laut Polizei sehr schnell 40 bis 50 Schaulustige am Unfallort, unter denen sich nach ersten Erkenntnissen auch Bekannte, Freunde und Angehörige der zwei türkischstämmigen Unfallopfer befanden. Mehrere dieser Personen störten die Maßnahmen von Rettungsdienst und Polizei mit ihrem aufgebrachten und tumultartigen Verhalten ganz massiv und behinderten dabei sogar die ärztliche Versorgung der zwei Verletzten. „Die Rettungssanitäter konnten sich mehrere Minuten lang nicht um die Unfallopfer kümmern“, berichtete Löhe.

Einzelne Personen bedrohten und beleidigten die Einsatzkräfte, griffen diese und den Unfallfahrer an, beschädigten das Unfallfahrzeug zusätzlich mit Fußtritten. Der 28-jährige Unfallfahrer musste von der Velberter Polizei geschützt und vom Unfallort weggebracht werden. Um die Situation zu beruhigen, forderte die Polizei Verstärkung an.„Hierzu war sogar die Androhung des polizeilichen Einsatzes von Pfefferspray erforderlich“, heißt es im Polizeibericht. Wegen der am Unfallort gemachten Erfahrungen veranlasste die Polizei zudem, dass an den beiden Krankenhäusern, in denen die verletzten Frauen untergekommen waren, vorsorglich Schutzmaßnahmen veranlasst wurden.

Der Einsatz am Unfallort endete erst gegen 21.30 Uhr. Die polizeilichen Ermittlungsmaßnahmen zum Unfall dauern indes weiter an. Die Rettungssänitäter erstatteten Strafanzeige gegen die Angreifer. Konkret wird gegen zwei oder drei Rädelsführer ermittelt.

Polizei habe solche Dimension noch nie erlebt

Dass die Rettungskräfte und auch die Polizei an Einsatzorten angegangen oder auch beleidigt werden, ist auch im Kreis Mettmann oder in Velbert nicht neu. „Aber in einer solchen Dimension wie am Mittwochabend an der Berliner Straße haben wir das noch nicht erlebt“, sagte Löhe. Solche gewalttätigen Aktionen an Einsatzorten seien absolut nicht hinnehmbar, weil sie auch gefährlich seien, erklärte der Polizeisprecher weiter.

Nach Angaben der Polizei war es zu dem Unfall gekommen, weil der 28-Jährige Autofahrer die beiden 69 und 71 Jahre alten Frauen zu spät gesehen hatte und auf der regennassen Straße nicht mehr ausweichen oder bremsen konnte. Die Damen trugen dunkle Kleidung und wollten in Höhe des Hauses Berliner Straße 2 die dort vierspurige Fahrbahn überqueren, als sie von dem Auto erfasst wurden.
Die Polizei sperrte für die Dauer der Unfallaufnahme die Berliner Straße komplett, der abendliche Verkehr wurde um- bzw. abgeleitet. Dadurch kam es zu nicht unerheblichen Verkehrsstörungen im Berufs- und vorweihnachtlichen Geschäftsverkehr.

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