Kultur

„Amazing Shadows“ – Schattentheater im Bürgerhaus Langenberg

Auch das Herz wird von Tänzern gebildet. Hinter einem Vorhang zeigen sich beeindruckende Lichtspiele.

Auch das Herz wird von Tänzern gebildet. Hinter einem Vorhang zeigen sich beeindruckende Lichtspiele.

Foto: Stefan Arend

Langenberg.   Das Shadow Theatre Delight aus der Ukraine war zu Gast im Bürgerhaus Langenberg – und zeigte, was mit Licht und Schatten alles darstellbar ist.

Eine Reise durch eine Welt voller Schatten und Licht bot sich den Zuschauern von „Amazing shadows“. Während sich die meisten faszinierenden und bewegenden Szenen auf der Bühne des Bürgerhauses vor dem Vorhang abspielen, verschwanden bei dieser Show Hauptakteure hinter den Vorhang der Bühne. Denn durch eine kunstvolle Inszenierung von Licht, Schatten und den Körpern der Tänzer entstanden Skulpturen, Gebäude, Tiere und Fabelwesen.

Geschichte führt durch die Entstehung der Menschheit

Liebevoll konzipiert führte die Geschichte durch die Entstehung der Menschheit, zeigte Sternzeichen, nahm mit auf eine Reise durch die ganze Welt. Immer wieder mit der gleichen Faszination, was aus menschlichen Körpern entstehen kann. Bilden die Tänzer in einem Moment noch einen riesigen und starken Elefanten, „zerfallen“ sie in Sekundenschnelle zu einer fragilen Blüte. Zwischen Krieg und Frieden, Natur und Industrie findet sich die Liebe und das Leben. Ganz ohne Worte, dafür mit eingängiger Musik kommt das Tanzensemble „shadow theatre delight“ aus der Ukraine aus. Der Körper reicht für die Sprachverständigung komplett aus. Kleine Kapitel mit einer abgerundeten Geschichte, instruiert von einem Erzähler und einem jeweils passend dazu entstehenden Sandgemälde der russischen Künstlerin Irina Titova, der „Queen of sand“, machen die getanzte Schattenwelt zu einem magischen und vor allem unvergesslichen Moment.

Nicht nur die Kinder sind völlig fasziniert

Das findet auf jeden Fall Hannah (6), die sich mit aufgeregt roten Wangen an ihre Oma kuschelt. „Das haben wir der Oma zu Weihnachten geschenkt“, freut sie sich. „Und ich darf sie begleiten, ganz ohne Mama und Papa. Also passe ich heute dann mal zur Abwechslung auf sie auf“, sagt das Enkelkind lächelnd. „Sie hat nämlich manchmal Angst im Dunkeln.“ Bei diesen Schattenwesen dürfte aber selbst Hannahs Oma eher verzückt als entsetzt sein.

Auch Emilia (8) ist total begeistert. „Ich hatte gedacht, es ist eine einfache Show mit Pappfiguren. Es ist schon beeindruckend, was die Menschen einfach nur mit ihren Körpern darstellen können.“

Aus den vordersten Reihen ist nicht immer alles zu sehen

Die Begeisterung ist aber nicht nur bei den Kindern deutlich zu spüren. „Ich hatte so etwas Ähnliches schon mal im Fernsehen gesehen, aber eine ganze Show mit Schattentanz auszugestalten, ist doch noch einmal eine ganz andere Hausnummer.“ Bei aller Faszination gab es allerdings auch einen Wermutstropfen.

Die Licht- und Schattengestaltung war auf die ganze Leinwand ausgelegt. Wer unten im Parkett saß, hatte auch schon in den vorderen Reihen manches Mal Probleme an, seinem Vordermann vorbeizulinsen und das Geschehen im unteren Bildbereich mitverfolgen zu können.

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