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Alleinerziehende sprechen über Probleme und Erfahrungen

„Wir sind ein super gutes Team geworden“, sagt die alleinerziehende Julia Stoverack über sich und ihre 5-jährige Tochter Clara.

Foto: Christof Köpsel

„Wir sind ein super gutes Team geworden“, sagt die alleinerziehende Julia Stoverack über sich und ihre 5-jährige Tochter Clara. Foto: Christof Köpsel

Wülfrath.   Julia Stoverock hat in Wülfrath eine Gruppe für Mütter und Väter gegründet. Auch Eltern aus Velbert sind zu den Treffen eingeladen.

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Julia Stoverocks größte Angst ist es, krank zu werden. „Was mache ich, wenn ich mal ausfalle?“, darüber macht sie sich häufig Gedanken. Julia Stoverock ist alleinerziehend und lebt mit ihrer fünfjährigen Tochter Clara in Wülfrath. Manchmal fühle sie sich hilflos, erzählt die Mutter, weil alle Verantwortung an ihr hänge.

Solche Gedanken machen sich viele Mütter und Väter, die sich alleine um ihre Kindern kümmern. Im letzten Jahr hat Julia Stoverock über Pfingsten eine Reise mit anderen Alleinerziehenden gemacht und ist so auf den Verband Alleinerziehender Mütter und Väter NRW, kurz „VaMV“, aufmerksam geworden. In ganz NRW gibt es lokale Netzwerke, die selbstverantwortlich von Mitgliedern des Verbandes organisiert werden – jetzt auch in Wülfrath. Und diese Gruppe ist auch Anlaufstelle für Alleinerziehende aus Velbert.

In Zukunft Vorträge und Ausflüge

Einmal im Monat bietet Julia Stoverock ein Treffen für Alleinerziehende aus Wülfrath und Umgebung an. „Ich möchte ein Netzwerk aufbauen.“ Beim Aufbau der Gruppe haben sie Gudula Kohn, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Wülfrath, und Kurtula Gößl, Leiterin des Offenen Ganztags an der Grundschule Ellenbeek, unterstützt. Im Raum der Ganztagsbetreuung finden die Treffen statt. Die Kinder können die Spiele der Schule nutzen oder auf dem Schulhof toben. „Es soll aber nicht um eine Kinderbetreuung gehen, sondern um den Austausch der Eltern“, betont Julia Stoverock.

Das erste Treffen war im Februar, „da ging es hauptsächlich um die Ex-Partner“. Längerfristig hofft Julia Stoverock auch etwas Programm bei den Treffen anbieten zu können. „Vielleicht kann man mal einen Rechtsanwalt einladen, der etwas über das Sorgerecht nach einer Trennung erzählt“, stellt sie sich vor. Auch einen Tagesausflug fände sie schön. „Das ist schon eine Herausforderung für mich“, sagt Julia Stoverock, „aber beim VaMV gibt es ganz viele Frauen, die schon ganz lange Gruppen leiten. An die kann ich mich immer wenden.“

Alleinerziehende sollen sich gegenseitig unterstützen

Anders als viele anderen ist die Wülfratherin nicht alleinerziehend, weil sie sich von Claras Vater getrennt hat. Er starb an Krebs, als sie im dritten Monat schwanger war. Sie hat eine schwere Zeit durchgemacht, „aber heute kann ich jeden Tag sagen, dass ich glücklich bin“. Julia Stoverock arbeitet als Teilzeitkraft in einem Kindergarten. Um in Zukunft nicht mehr an diese festen Strukturen gebunden zu sein, möchte sie sich im Bereich Coaching selbstständig machen und „andere Frauen begleiten, die ein schweres Schicksal durchgemacht haben“.

Dann könnte sie mal wieder vormittags zum Sport gehen, während Clara selbst im Kindergarten oder – ab nächsten Sommer – in der Schule ist. Oder sie ruft eine Mutter oder einen Vater aus der Gruppe an und fragt, ob sie Clara für ein paar Stunden vorbeibringen kann. Denn das will sie mit ihrem Engagement erreichen, dass sich Alleinerziehende aus der Umgebung gegenseitig unterstützen.

Auch Väter und Mütter als Velbert sind eingeladen

Die Gruppe trifft sich jeden ersten Dienstag im Monat von 16 bis 18 Uhr in der Räumen der Offenen Ganztagsbetreuung der Grundschule Ellenbeek (Tiegenhöfer Straße 16, 42489 Wülfrath). Auch Mütter und Väter aus Velbert sind selbstverständlich willkommen.

Wer Kontakt zu Julia Stoverock aufnehmen möchte, kann der Facebook-Gruppe „Alleinerziehend in Wülfrath“ beitreten oder eine Mail an gemeinsam_sind_wir_stark@web.de schreiben. Infos für Alleinerziehende gibt es im Internet auf www.vamv-nrw.de oder unter der Telefonnummer 0201/82774-70.

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