Adventszeit

Alle Szenen fürs „Wunder von Neviges“ sind schon im Kasten

Luise und Emely standen als Engel vor der Kamera. Die Proben und Aufnahmen fanden am Wochenende auf dem Hof Murach statt.

Luise und Emely standen als Engel vor der Kamera. Die Proben und Aufnahmen fanden am Wochenende auf dem Hof Murach statt.

Foto: Alexandra Roth / FUNKE Foto Services

Neviges.  Warten auf „Das Wunder von Neviges“. Die evangelische Kirchengemeinde zeigt eine Weihnachtsgeschichte, die es in dieser Form noch nie gab.

Susanne Gruber drängt ein bisschen zur Eile. Für die Akteure des digitalen Krippenspiels gibt es einen strammen Zeitplan. „Der muss eingehalten werden, damit sich nicht viele Menschen begegnen“, versichert die Ehefrau des Pfarrers de r evangelisch-reformierten Kirchengemeinde , die zusammen mit Angelika Mendorf, Silke Angenendt, Maria Sindt, Tina Stratmann, Monika Schulz, Tobias Wegschaider, Katja Hoffmann und Sebastian Henlich den digitalen Gottesdienst für den Heiligen Abend vorbereitet. Obwohl es auf dem Bauernhof im ländlichen Donnenberg viel Platz gibt, halten alle Beteiligten möglichst viel Abstand von einander.++Sie möchten

keine Nachrichten aus Velbert mehr verpassen? Dann bestellen Sie unseren kostenlosen Newsletter. ++

Tierische Geräusche aus dem Hintergrund

Alle tragen hier einen Mund-Nasen-Schutz, der nur von den Schauspielern vor der Kamera abgenommen wird. Passenderweise steht im Stall zwischen Heu und Stroh die Krippe. Ab und zu macht sich ein Esel in seiner Ecke lautstark bemerkbar, ein paar Schafe wissen nicht wohin mit ihren Kräften und liefern sich einen kleinen Schaukampf.

Zoe ist an den Futtertrog getreten, im dem eine Stoffpuppe als das Jesuskind liegt. Die Achtjährige hat eine Krone auf dem Kopf und einen purpurroten Umhang über den Schultern, sie ist einer der drei Könige, die aus dem Morgenland gekommen sind, um den gerade geborenen Heiland zu huldigen.

Taschenlampe statt Scheinwerfer

Maria Sindt kümmert sich unter anderem um die Kostüme, daneben sorgt sie für das passende Licht. Während an echten Filmsets riesige Beleuchtungseinrichtungen die Location ausleuchten, muss hier im Stall eine starke Taschenlampe reichen. „Wir machen das noch einmal, Du musst ein bisschen lauter sprechen“, fordert Tonmeisterin Silke Angenendt, während Tina Stratmann mit dem Smartphone Bilder einfängt. „Die Qualität hiermit ist viel besser als mit einer digitalen Spiegelreflexkamera“, so ihre Feststellung. Sobald alle Szenen im Kasten sind, beginnt für sie die eigentliche Arbeit, wenn alle einzelnen Szenen am Computer zu einem Ganzen zusammengefügt werden.

Vespertüte für die Chauffeure

Damit es den Eltern, die draußen auf dem Hof in ihren Autos auf ihre kleinen Schauspieler warten, nicht zu langweilig wird, versorgt sie Angelika Mendorf mit einer „Vespertüte“. Neben dem obligatorischen Rückverfolgungszettel befinden sich darin ein Päckchen Möhrensaft, ein Apfel und eine Mandarine sowie frisches Spritzgebäck. Die Darsteller erhalten für ihre Mühe ein T-Shirt mit dem Logo „Das Wunder von Neviges“. Das handelt von Kindern, die bei der Oma sind und nicht mit dem Smartphone spielen dürfen. Sie langweilen sich, gehen durchs Haus und entdecken eine Bibel, wo sie auf die Weihnachtsgeschichte stoßen.

Eile wegen möglicher neuer Auflagen

„Die spielt in zwei Ebenen“ so Susanne Gruber, die das Beste daraus macht, was in Coronazeiten möglich ist. „Wir wollten auch am Hardenberger Schloss aufnehmen, das war aber nicht möglich“, bedauert sie und legt Wert darauf, das alle Aufnahmen bereits jetzt im Kasten sind. Ihre Eile ist nicht ganz unbegründet: „Wer weiß, welche Auflagen in dieser Wochen noch von der Kanzlerin und den Ministerpräsidenten beschlossen werden und ob die Kontakte noch weiter eingeschränkt werden“, so ihre Befürchtung.

Zu sehen sein wird das Wunder von Neviges am 24. Dezember ab 10 Uhr auf der Homepage der Gemeinde: evangelische-kirche-neviges.de.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben