Feinstaub

Feinstaub: Älteren Kaminöfen droht zum Jahresende das Aus

Der Bezirksschornsteinfeger stuft während der Feuerstättenschau den Emissionsausstoß des Kaminofens mit Hilfe einer Tabelle ein.

Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Der Bezirksschornsteinfeger stuft während der Feuerstättenschau den Emissionsausstoß des Kaminofens mit Hilfe einer Tabelle ein. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Velbert.  Stoßen die Heizgeräte bis Baujahr 1984 zuviel Feinstaub aus, müssen sie nachgerüstet oder stillgelegt werden. Schornsteinfeger überprüft.

Vielen alten Kaminöfen droht Ende dieses Jahres das Aus, wenn sie zu viele Schadstoffe ausstoßen und nicht nachgerüstet werden können.

Ältere Modelle stoßen verhältnismäßig viel gesundheitsschädlichen Feinstaub aus. Zum Schutz der Umwelt sieht nun ein Gesetz vor, dass Kaminöfen, die älter als 30 Jahre sind und zuviel Feinstaub ausstoßen, nachgerüstet oder stillgelegt werden müssen. Die Frist bis Ende Dezember 2017 gilt für Öfen mit dem Baujahr bis einschließlich 1984.

85 Prozent mehr Schadstoffe

„Es geht dabei aber nur um Kaminöfen, die geschlossen betrieben werden und nicht um den offenen Kamin mit offenem Feuer“, erklärt Ulrich Grüttner von der für Velbert zuständigen Schornsteinfegerinnung in Düsseldorf.

Der Schadstoffausstoß der älteren Öfen liegt bis zu 85 Prozent über dem der modernen. Für Geräte, die vor März 2010 in Betrieb gingen, liegen die Grenzwerte bei 4 Gramm Kohlenmonoxid und 0,15 Gramm Staub pro Kubikmeter – zum Vergleich: bei ganz neuen Anlagen liegen die bei nur 1,25 Gramm Kohlenmonoxid und 0,04 Gramm Staub erlaubt.

Im Rahmen der Feuerstättenschau, die zweimal in sieben Jahren stattfinden muss, erklärt Grüttner weiter, überprüft der zuständige Schornsteinfeger auch die Kaminöfen. Stellt er fest, dass die Grenzwerte bei einem alten Gerät überschritten werden, setzt er eine Frist zur Nachrüstung. Unternimmt der Eigentümer der Wohnung oder des Hauses nichts, macht er eine Meldung ans Ordnungsamt. Die Behörde kann dann den Ofen im schlimmsten Fall stilllegen. „Der bevollmächtigte Bezirksschornsteinfeger kann den Ofen selbst nicht außer Betrieb setzen. Er braucht die Behörde“, erklärt Ulrich Grüttner weiter. Zuwiderhandlungen können ein Bußgeld bis 50 000 Euro zur Folge haben.

Datenbank hilft

Wie können Besitzer von Kaminöfen herausfinden, ob sie betroffen sind? Grüttner: „Auf jedem Kamin gibt es ein Typenschild, auf dem Hersteller und Modell verzeichnet sind“. In einer Datenbank kann nachgeschaut werden, wie alt das Gerät ist.ein Ausdruck reicht als Nachweis.

Es gibt aber auch Ausnahmen. Historische Modelle, die vor 1950 hergestellt wurden und Kochherde sind ausgenommen von den strengen Grenzwerten; ebenso Hausbesitzer, die ausschließlich mit ihrem Ofen heizen.

Es gibt aber auch die Möglichkeit, den Ofen mit einem Filter nachzurüsten. „Durch ihn werden die Feinstaubpartikel verdichtet, so dass sie für Menschen nicht mehr so gefährlich sind.“ Die sind allerdings recht teuer und filtern nur einen gewissen Staubanteil aus den Rauchgasen. Möglicherweise werden dann die Grenzwerte für Kohlenmonoxid trotzdem nicht eingehalten.

Übersicht mit Farbampel

  • Der Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks bietet online eine Übersicht an, wann Öfen von der Gesetzesänderung betroffen sind.
  • Anhand der Baujahre werden die Ofengenerationen in eine Skala mit Rot, Gelb, Orange und Grün eingeordnet. Grün sind die neuesten Öfen.
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