Jubiläums-Serie

50 Jahre WAZ Velbert – 50 Jahre Stadtgeschichte(n)

Bevor die WAZ in Velbert an den Start ging, besuchten zahlreiche Kinder die Redaktion und schauten bei der Arbeit zu.

Foto: WAZ-Bild (Original)/Sascha Döring (Repro)

Bevor die WAZ in Velbert an den Start ging, besuchten zahlreiche Kinder die Redaktion und schauten bei der Arbeit zu. Foto: WAZ-Bild (Original)/Sascha Döring (Repro)

Velbert.   Die erste Fußgängerzone kommt, der Dom wird eingeweiht und Schemken Bürgermeister. Das heutige Velbert entsteht durch die Neugliederung.

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Sperrig klingt sie, die erste Schlagzeile der neuen Velberter Lokalzeitung: „Gewerbesteuer zwingt Gemeinden verkrampfte Wirtschaftsförderung auf“ titelt die WAZ Velbert am 3. Oktober 1966. Zitiert wird da ein Prof. Dr. Ernst, der auf dem 51. Deutschen Geodätentag die Bundesregierung kritisiert.

Doch schon bald nimmt die Berichterstattung Fahrt auf, denn auch die Zeiten werden turbulenter. Schon bald steht Gut Pollen im Mittelpunkt: Soll hier ein militärisches Übungsgelände entstehen oder nicht? In Neviges streiken Eltern und lassen ihre Kinder nicht zur Schule gehen, weil die Schmalenhofer Straße zu gefährlich ist. Und es tauchen Themen auf, die heute noch genauso aktuell sind, wie damals: Die Landwirte klagen über Flächenfraß und bei der VHS soll gespart werden.

Ein erster Meilenstein der Stadtentwicklung hin zum heutigen Velbert dann im Jahr 1967: Im Dezember werden 300 Meter der Friedrichstraße zur Fußgängerzone umgewidmet, mit anfänglichen Schwierigkeiten, wie die WAZ am 7. Dezember im Bild festhielt – und noch einmal darauf hinwies, dass die Fußgängerzone „nur zwischen 18 und 10.30 Uhr befahren“ werden dürfe. Auch der Neubau der Stadtwerke an der Kettwiger Straße beginnt in diesem Jahr, auch die Sanierung am Schloss Hardenberg ist Thema. Die wird nämlich mal wieder teurer als erwartet. Kurioses gibt es aber auch: Telefongespräche in die USA kosten „nur“ noch 27 Mark für drei Minuten und es gibt Protest gegen die Einführung der „zwielichtigen Mehrwertsteuer.“

Dom wird eingeweiht

Ein Jahr später, 1968, steht Neviges im Fokus. Die Wallfahrtskirche wird eingeweiht, Mehr als 7000 Besucher strömen in den Betonbau, das Pontifikalamt hält der Kölner Erzbischof Jospeh Kardinal Frings. Die Weihe übernahm zuvor bereits der chinesische Bischof Vitus Chang. Schlagzeilen macht auch Renate Baumeister aus Velbert, die als Frau Vaskène die führende Modeschöpferin in Paris ist. Die Marke „Parikène“ wird weltweit vertrieben. Natürlich sind auch die anhaltenden Studentenproteste Thema und Lieselotte Floering (geborene Schulte), eine Velberterin, die im britischen Dereham zur Bürgermeistern gewählt wird.

Heinz Schemken, für viele auch heute noch immer „der Bürgermeister“, wird zum ersten Mal 1969 ins Amt gewählt – gegen Widerstand aus der eigenen Partei, der CDU: „Ja, mir als Katholiken hat das nicht jeder zugetraut“, erzählt Schemken heute. Auch damals schon diskutiert: Wohin mit dem Schloss- und Beschlägemuseum. Und eine Zahl, die heute unvorstellbar klingt: Im Oktober stehen 3690 offenen Stellen gerade einmal 103 Arbeitslose gegenüber. Außerdem wird 1969 das Tierheim eröffnet und 1000 i-Dötze allein in Velbert eingeschult.

1970 protestieren die Schüler des Jungengymnasiums gegen autoritäre Erziehungsmethoden. Und streiken mehrere Tage. Der Karstadt-Bau beginnt, das Metropol-Theater wird abgerissen. Um die gemeinsame Erziehung von Jungen und Mädchen an Schulen geht es 1971. Im Mai folgt der Beschluss, ab dem Schuljahr ‘72/’73 die Ko-Edukation zu erlauben. Mit 42 Grad Celsius wird einer der heißesten Sommertage registriert.

Die Jahre ’74 bis ’76 stehen im Zeichen der kommunalen Neugliederung: Vom Beschluss der Städte Neviges und Langenberg, mit Velbert zusammenzugehen, bis zur Langenberger Klage vor dem Landesverfassungsgericht in Münster (Entscheidung fällt 1977).

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