Tierschutz

339 Einsätze zum Schutz der Tiere im Kreis Mettmann

Seine zwei Bartagamen – hier ein Symbolfoto – hat ein Besitzer ohne Wasser und Futter beim Umzug in der alten Wohnung zurückgelassen.

Foto: Paul Zinken/dpa

Seine zwei Bartagamen – hier ein Symbolfoto – hat ein Besitzer ohne Wasser und Futter beim Umzug in der alten Wohnung zurückgelassen. Foto: Paul Zinken/dpa

Mettmann.   Die Mitarbeiter des Amtes für Verbraucherschutz kümmern sich auch um das Wohl von Vierbeinern und Federvieh. Erschreckende Zustände aufgedeckt.

Beinahe jeden Tag gehen im Schnitt beim Amt für Verbraucherschutz des Kreises Tierschutzbeschwerden ein. Insgesamt waren dies im vergangenen Jahr 339. Dies geht aus dem neuen Jahresbericht des Amtes hervor.

Kleiner Hund in Messiewohnung

„Die meisten Beschwerden gehen online bei uns ein, aber auch telefonisch und schriftlich“, berichtet Dorothea Stangier, die Leiterin des Amtes. Ihre Mitarbeiter rücken dabei nicht nur zu gewerblichen Tierhaltern aus, sondern auch zu privaten. Dabei seien die Mitarbeiter der Abteilung Veterinärwesen sowohl beim Hundebesitzer, der sein Tier ohne Schutzhütte in einem zu kleinen Zwinger hält, also auch beim Katzenzüchter, den es zu begutachten gilt.

Ein schreckliches Bild

Im vergangenen Jahr konnten mehrfach Wohnungen nur mit Durchsuchungsbeschluss in Augenschein genommen werden.Den amtlichen Tierschützern bot sich manchmal ein schreckliches Bild. So kamen sie in eine Messi­wohnung, deren Tür sich kaum öffnen ließ, weil sich der Müll dahinter fast bis zur Zimmerdecke stapelte. Mehrere Zimmer waren nicht mehr zu betreten. Dort musste ein kleiner Hund leben. Das Tier wurde sofort entzogen.

Kaum besser erging es drei Katzen, vier Katzenwelpen und zwei Bartagamen. Ihre Besitzer waren einfach ausgezogen und hatten die Tiere ohne Futter und Wasser zurückgelassen. Eine Bartagame konnte nur noch tot geborgen werden, die übrigen Tiere, die sehr geschwächt waren, konnten wieder aufgepäppelt werden.

Tiere wurden fremd untergebracht

Im vergangenen Jahr mussten im Kreis drei Hunde, 38 Katzen, zwei Wellensittiche, zwei Kaninchen, eine Bartagame und zwei Nymphensittiche beschlagnahmt und fremd untergebracht werden. Fünf Verfahren wurden mit begründetem Verdacht an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet.

Nicht selten hätten es die Mitarbeiter auch mit Nachbarschaftsstreitigkeiten zu tun – etwa wenn der Hahn zu laut kräht. Da, so die Amtsleitung, reiche es oft schon, wenn sich das Amt einmische.

Private Nutztiere melden

Dorothea Stangier appelliert an die privaten Halter von Nutztieren, diese auch dem Amt in Mettmann zu melden. „Es gibt im Kreis eine Reihe von Privatleuten, die Minischweine, Hühner oder auch einzelne Schafe oder Ziegen halten“, erklärt die Amtsleiterin. „Im Fall von Seuchen ist es wichtig genau zu wissen, wo sich Tiere aufhalten, die sich möglicherweise anstecken könnten“. Nur so könnten die Halter informiert und mögliche Gegenmaßnahmen, wie Quarantäne, ergriffen werden.

>>ÜBERWACHUNG VON LEBENSMITTELN

  • Das Amt für Verbraucherschutz ist auch für die Lebensmittelüberwachung im Kreis zuständig.


  • Dazu wurden im vergangenen Jahr 4039 Betriebskontrollen durchgeführt. Es wurden 133 Verfahren wegen Ordnungswidrigkeiten eingeleitet.


  • 1879 Lebensmittelproben wurden untersucht, 224 waren auffällig, oft wegen Verstößen gegen Kennzeichnungsvorschriften.

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