Medizin

Sauerland-Klinik in Hachen ist jetzt MS-Schwerpunktzentrum

Einweihung A-Trakt Sauerland-Klinik und Überreichung der Anerkennung zum  MS-Schwerpunktzentrums.

Einweihung A-Trakt Sauerland-Klinik und Überreichung der Anerkennung zum MS-Schwerpunktzentrums.

Foto: Matthias Schäfer / WP Sundern

Hachen.  Die Leistung an der Hachener Sauerland-Klinik ist enorm: Das Haus wurde umgebaut, der Betrieb lief weiter, mit besten Zahlen.

Die Worte waren heute Nachmittag immer wieder zu hören: Hervorragend, Spitze, aber auch hoch spezialisiert. Das kommt nicht von ungefähr und das soll mal einer nachmachen: Denn während des Umbaus der Sauerland-Klinik (A-Trakt) wurden mehr Patienten als in den Jahren zuvor behandelt. „Ich freue mich auf diesem Zauberberg zu arbeiten“, sagte dann der Medizinische Direktor der MS-Klinik, Dr. Markus Heibel. Mit Blickrichtung zu seinem Partner in der Leitung der Klinik, André Kampmann, aber auch mit Blick zum ganzen Team.

Mit einem Drohnenflug ging es zu Anfang in einer kurzen Präsentation über die Wälder zum „Zauberberg“ am Ende der Siepenstraße. Die ersten Planungen für den Umbau des A-Traktes von 1963 gingen auf das Jahr 2016 zurück. „Wir haben die Leitung bei diesem Schritt unterstützt“, meinte dazu Thorsten Böse, stellvertretend für den Aufsichtsrat der Klinik. Denn der Aufwand und die Kosten mit 7 Millionen Euro seien starke Herausforderungen gewesen.

50 Umzüge zuvor

Warum, erklärte André Kampmann: „Zunächst mussten 50 Umzüge organisiert werden, damit der Betrieb

in der Bauphase weiterlaufen konnte“, erklärte er den Festgästen. Beim Durchhaltevermögen der Mitarbeiter gegen Staub, Dreck und das ständige Konzert der Bohrer hob er die Mannschaft der Küche hervor: „Sie waren die einzigen, die nicht umziehen konnten, dazu wurde die Fläche noch halbiert.“ Zu Weihnachten soll jetzt aber auch die Küche als letzter Bestandteil der Umbaumaßnahme erledigt sein.

„Aus 3 mach 2“, umschrieb Dr. Heibel die groben Ziele. Jeweils das mittlere Zimmer wurde zu Duschen umgebaut. Er nahm Bezug auf die Duschzelle, die man 1963 schon eingebaut hatte: „Wer darin zurecht kam, der kam überall auf der Welt zurecht.“ Aber nun könne man nach 53 Jahren auf die enormen Erfahrungen zurückgreifen, die im Hause gemacht wurden. In die Planungen 2016 wurden neben den Patienten auch die Mitarbeiter einbezogen. Das Ergebnis war ein Musterzimmer. Und von dort gab es Lob, aber auch an konstruktiven Anregungen.

Modernste Diagnoseräume

Heute nun konnte man den Umbau mit 37 im vollem Umfang behindertengerechten Zimmern präsentieren. Dazu kommen im A-Trakt die verschiedenen Diagnose-Räume sowie mehrere Ambulanzen. „Wir sind bei null gestartet, nun kommen jährlich 1000 Menschen, um sich dort vorzustellen“, so Dr. Heibel.

Gleichzeitig war der heutige Tag aber auch ein Meilenstein in der Klin

k-Geschichte, denn es wurde eine Ehe besiegelt. „Ich finde es hier zauberhaft“, lobte Dr. Sabine Schipper, die NRW-Geschäftsführerin der Dt. MS-Gesellschaft. Sie verlieh gestern das Zertifikat zur Anerkennung der Sauerland-Klinik als MS-Schwerpunktzentrum. So werden jetzt in Hachen für das seit 2001 bestehende MS-Register Daten anonym bei den Patienten erhoben. Diese werden von DMSG-Forschern ausgewertet und sollen Erkenntnisse über Bewältigungsstrategien für MS-Erkrankte bringen. Gefordert sind von einer Klinik dafür 400 Patienten im Jahr: „Eine Zahl die Ihr hier natürlich mit über 2500 toppt“, so eine hoch erfreute Geschäftsführerin. Urteil von Dr. Markus Heibel dazu: „Wir können mehr als nur bauen.“

Riesenleistung aller Beteiligten

Lob gab es auch von Bürgermeister Ralph Brodel: „Es ist schade, dass nicht ganz Sundern hier ist, um mitzubekommen, wie Spitze diese Einrichtung ist.“ Der Umbau sei eine Riesenleistung aller Beteiligten.

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