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Rat entscheidet über Windkraft

Die Windräder in Hövel und Beckum beeinflussen schon die Erdbebenmessstation im Sorpedamm

Foto: Markus Danne

Die Windräder in Hövel und Beckum beeinflussen schon die Erdbebenmessstation im Sorpedamm Foto: Markus Danne

Sundern.   Über 4000 Seiten haben in den vergangenen Tagen die Mitglieder des Ausschusses für Stadtentwicklung, Umwelt und Infrastruktur erhalten.

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Über 4000 Seiten haben in den vergangenen Tagen die Mitglieder des Ausschusses für Stadtentwicklung, Umwelt und Infrastruktur erhalten, um sich für die entscheidende Sitzung am kommenden Montag, 30. Januar, umfassend zu informieren. Ab 17.30 Uhr wird dann diskutiert und eine abschließende Entscheidung der Windkraftfrage in Sundern gesucht.

„Es gibt keine wesentlich neue Entwicklung“, berichtete in der monatlichen Pressekonferenz Bürgermeister Ralph Brodel zum Thema Vorrangzonen für Windkraftanlagen. In den vergangenen Monaten wurden die Pläne zweimal überarbeitet, weil an der geplanten Flächen (Hellefelder Höhe) ein neuer Schwarzstorch-Horstes entdeckt wurde sowie im Bereich Wildewiese, wo ein Hof in der Beurteilung vergessen wurde. So könne man am Montag die Entscheidung fällen.

Wie sieht Bezirksregierung die Lage?

Die Frage bleibt, ob die Bezirksregierung Arnsberg nach einer Entscheidung in Sundern für Hellefelder Höhe und Wildewiese, die Pläne genehmigen wird: „Die Frage ist, wie sich die Regierungspräsidentin gegen den Landrat aufstellt“, präzisierte Ralph Brodel die entscheidende Fragestellung. Er habe gehört, dass die Arnsberger Behörde die Sunderner Rechtsauffassung stärken werde: „Genaues sehen wir, wenn wir den Bescheid haben.“

Bei den bisherigen Einwendungen gegen die Sunderner Pläne in Sachen Windräder ist die Einwendung der Seismologen aus Krefeld neu (unsere

Zeitung berichtete mehrfach), auch im Altmühltal in Bayern stoppte kürzlich ein Gericht eine Windanlage aus diesem Grund. „Wenn es auf einen Umkreis von 15 Kilometern um die Station im Sorpedamm hinauslaufen sollte, dann fällt mir nichts mehr ein, wo in Sundern ein Windrad aufzustellen ist“, so Brodel in der Pressekonferenz. Er sehe ein, dass die Sunderner Station aufgrund der Lage eine besondere Wichtigkeit habe.

Seismologen sehr spät

Kritik übte Brodel an dem relativ späten Termin, zu dem die Seisologen des Landes nun Stellung beziehen. Das begründet der Leiter, Dr. Klaus Lehmann schon vor einigen Wochen im Gespräch mit unserer Zeitung: „Es geht ja nicht um ein Windrad, sondern wir merken an der Station in der Sorpe und auch an anderen schon deutlich die Zunahme der Windräder.“ So hätten die im Bereich Beckum und Hövel existierenden Anlagen, die sich in einem Abstand von 4 - 5 Kilometern zur Erdbebenstation befänden, schon „Schwingungen im Untergrund, die bereits jetzt zu einer Beeinträchtigung der Erfassung von Mikrobeben führen“, erzeugt: „Die Schwingungen überdecken teilweise die Messwerte von Mikrobeben in den für das Absperrbauwerk maßgeblichen Frequenzen“, heißt es in der entsprechenden Stellungnahme der Seismologen.

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