Schützenfest

Meinkenbracht: Das Fest der kurzen Schießen

König in Meinkenbracht: Marvin Stiefermann sichert sich am Sonntag die Königswürde in 14 Minuten.

König in Meinkenbracht: Marvin Stiefermann sichert sich am Sonntag die Königswürde in 14 Minuten.

Foto: Franziska Richter / WP Sundern

Meinkenbracht.  Ein Fest der kurzen Schießen: Das 140-jährige Jubelfest bei den Nikolaus-Schützen hat seine Regenten gefunden, in Rekordzeit.

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Das 140-jährige Bestehen der St.-Nikolaus-Bruderschaft Meinkenbracht geht als ein Fest mit äußerst kurzen Schießen in die Geschichte der Schützenbruderschaft ein. Am gestrigen Sonntag dauert es nur 14 Minuten, bis Marvin Stiefermann als König jubelte.

Doch der Reihe nach: Am Samstag machte Christian Kaiser seinem Nachnamen alle Ehre und sicherte sich den Titel als Kaiser bei der St.-Nikolaus-Bruderschaft. Das Kaiserschießen wurde im 1979, anlässlich des 100-jährigen Bestehens der Bruderschaft, ins Leben gerufen. Der erste Höhepunkt in dem Homertdorf erfolgte mit einem flotten Wettbewerb. Nach spannenden 40 Minuten und nur zwei Runden der angetretenen König fiel der Vogel mit dem 54. Schuss von Christian Kaiser. Der Sohn von Ortsvorsteherin Irene Kaiser war 2016 König. Der Chemietechniker hatte dennoch von Anfang an auf den Titel gehofft: „Während des Schießens habe ich zwischenzeitlich die Hoffnung verloren, aber jetzt ist die Freude riesig, einfach grandios!“ Kaiser Christian Kaiser löst Vorgänger Udo Gliesche ab und wird nun bis 2024 regieren. Anschließend folgte die Proklamation des neuen Kaisers in der Schützenhalle und es wurde bis in die frühen Morgenstunden gefeiert.

Schnell zum Königstitel

Eine schnelle Nummer folgte dann am Sonntag: Dicke Wolken und kurze Regenschauer halten die

Schützen nicht vom Schießen ab. Schon nach den ersten Minuten fällt die Krone des Holzvogels, durch die Hand von Marvin Stiefermann. Noch reihen sich die Schützen vor den Gewehren. Doch als mit einem Schuss die Hälfte des Tieres aus dem Kasten fällt, wird es leerer unter der Vogelstange — Thorsten Haarmann sichert sich mit einem Schuss alle weiteren Insignien. Zurück bleibt der rechte Flügel.

39. Schuss bringt Ergebnis

Keine fünf Minuten später fällt auch dieser. Mit dem 39. Schuss sichert Marvin Stiefermann die Königswürde. Zur Königin wählte er seine 24-jährige Freundin und Konditorin Lisa Bette. Der 26-jährige Vertriebsmanager war über seinen Sieg wenig überrascht: „Der Titel passt dieses Jahr sehr gut, denn meine Oma hat ihr 60-jähriges Königinnen Jubeljubiläum“, so der frischgebackene König. Theo Pott hatte Mechtild Winter (heute Weber) 1959 zu seiner Königin ernannt. „Der Titel wurde mir schon seit einem halben Jahr angedichtet und vor ein paar Wochen habe ich dann auch angefangen darüber nachzudenken. Meine Oma wusste vor mir, dass ich der neue König werde“, sagt er und lacht.

Gebürtig kommt der neue Schützenkönig aus Salwey, aber seine Familie ist in Meinkenbracht verwurzelt. Sein Vater, Christian Stiefermann, ist der Brudermeister der St.-Nikolaus-Schützen.

Geck zum zweiten Mal

Sobald der Jubel verklungen war, hing auch schon der Geck im Kasten. Da es kaum Jungschützen gibt, kann jeder freiwillige Schütze, abgesehen vom neuen König, sein Glück ein zweites Mal versuchen: Mit dem 36. Schuss holte Thorsten Haarmann (37) den Geck, noch schneller als der König. „Genau vor 15 Jahren war ich auch schon Geck“, erzählt der Brauer. Zur Vizekönigin ernannte er seine Frau Katrin.

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