Heimat

Grillhütte in Sundern vier Jahrzehnte im Zeichen der Wurst

Besteht seit 40 Jahren: Die Grillhütte an der Wacholderheide in Altenhellefeld.

Besteht seit 40 Jahren: Die Grillhütte an der Wacholderheide in Altenhellefeld.

Foto: Matthias Schäfer / WP

Altenhellefeld.  Die Grillhütte an der Wacholderheide in Altenhellefeld wird dieser Tage 40 Jahre alt. Hunderte Vereine haben es sich dort gut gehen lassen.

Es gibt wohl niemanden in Altenhellefeld, der genau sagen könnte, wie viele Grillwürstchen auf dem Rost der Grillhütte an der Wacholderheide gebraten worden sind, ebenso nicht, wie viele Liter Erbsensuppe oder Hektoliter frisches Pils dort verköstigt wurden. Denn neben zahllosen eigenen Veranstaltungen der SGV-Abteilung gab es in vier Jahrzehnten Hunderte Vereine aus dem Alten Testament und aus der Region, deren Mitglieder dort gerastet, getrunken und ge­gessen haben.

Der ehemalige Ortsvorsteher des Dorfes, Willi Vogt, kann sich allerdings an einige Prominente noch ganz genau erinnern: „Das waren die NRW-Minister Hans-Otto Bäumer (Landwirtschaft), Franz-Josef Kniola (Verkehr) und auch Hermann Heinemann (Soziales)“, erzählt der langjährige Sunderner Kommunalpolitiker anlässlich des 40-jährigen Bestehens der Hütte. „Natürlich gab es dann meistens eine Bratwurst“, ergänzt er.

Die Grillhütte ist eng verbunden mit der Freizeitanlage und dem davor liegenden Kinderspielplatz. Kein Zufall – die SPD in Sundern bemühte sich schon im Jahre 1977 um die Landesförderung aus dem sogenannten Zukunftsinvestitionsprogramm für den ländlichen Raum, das damals frisch aufgelegt wurde. Später wurde es dann in Dorferneuerung umbenannt.

Danach ging alles ganz schnell: Die Stadtverwaltung Sundern, gerade einmal zwei Jahre im Amt, sprang auf den Zug auf und sondierte den Projektbedarf in den Dörfern der jungen Stadt. Schon am 21. September 1977 gab es dann eine Bereisung, an der u. a. Regierungsdirektor Schmitz vom Landesamt für Agrarordnung, der damalige Sunderner Beigeordnete Clemens Braukmann, Amtsrat Otto Vogt sowie Franz Schulte-Rosier (CDU) und Willi Vogt (SPD) teilnahmen.

Sensationelles Ergebnis

Das Ergebnis war für Sundern sensationell: Die Prüfer aus Münster stellten für einige Orte eine Förderung in Aussicht, so für Freizeitplätze in Altenhellefeld, Hellefeld und Amecke, jeweils mit 85 Prozent Zuschuss aus den Mitteln des Landesamtes für Agrarordnung.

Lokale Zeitung beschrieben dies als „warmen Regen über den Homert-Bergen und im Alten Testament“.

In Altenhellefeld legte man sich schnell auf das städtische Grundstück unterhalb der Wacholderheide fest, dazu auf eine Fachwerkhütte mit Grill- und Spielplatz. Alles zum Preis von etwa 61.500 D-Mark. Und dann kam das bürgerschaftliche Engagement zum Tragen:

Die Altenhellefelder verpflichteten sich, die restlichen 15 Prozent in Eigenleistung zu erbringen. Schon im Sommer 1979, kurz vor der Eröffnung, zeigte sich die heimische SGV-Abteilung an einer Verwaltung und der Instandhaltung der Hütte interessiert. Am 5. Juni wurde mit der Stadt ein – bis heute gültiger – Vertrag abgeschlossen.

Lob für Engagement der Bürger

„Seit 40 Jahren ist die Grillhütte eine Bereicherung des dörflichen Gesellschaftslebens“, findet Willi Vogt noch vier Jahrzehnte später. Er lobt das bürgerschaftliche Engagement der SGVer, die die Hütte nicht nur in all den Jahren in Stand gehalten, sondern auch durch Modernisierungsarbeiten attraktiv gehalten haben. Leider fiel die Jubiläumsfeier der Hütte im September der Vielzahl anderer Veranstaltungen zum Opfer: Nun soll im kommenden Jahr das 40-Jährige mit einem Jubiläumskartoffelbraten nachgeholt werden.

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