Umwelt

Sundern: Gestopfte Lecks sparen 180 Tonnen Kohlendioxid

Ralph Brodel und Jürgen Schwarberg mit dem jüngst in Hachen gebrochenen Rohr.

Ralph Brodel und Jürgen Schwarberg mit dem jüngst in Hachen gebrochenen Rohr.

Foto: Matthias Schäfer / WP Sundern

Sundern.  Wasserverluste und Klimaschutz - Das geht zusammen, denn jeder Kubikmeter Wasser, der gefördert wird, braucht Strom. So spart man doppelt.

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Es gab Zeiten, da hatten die Stadtwerke Sundern Wasserverluste von 48 Prozent. „Glücklicherweise sind diese Zeiten vorbei, die Verluste haben sich seit drei Jahren unter zehn Prozent eingependelt“, berichtet der Betriebsleiter der Stadtwerke Sundern, Jürgen Schwarberg, bei einer Pressekonferenz. Dies hat für die Bürger finanzielle Vorteile, aber auch für die Umwelt und das Klima gibt es einen Nutzen unter dem Aspekt der Verringerung des CO2-Ausstoßes.

Schon vor 19 Jahren, als Jürgen Schwarberg in Sundern seine Arbeit begann, lag das Hauptaugenmerk auf dem enormen jährlichen Wasserdefizit. Damals hatten ihm Kenner der Materie aus den Nachbarstädten gesagt, er solle nicht zu optimistisch sein, denn die Wasserverluste im Netz unter die gesetzliche geforderte Hürde von zehn Prozent zu bekommen, sei schwer. Es folgten in den Jahren ab 2002 große Anstrengungen mit Spezialfirmen und ungewöhnlichen Nachteinsätzen, um den Leckagen im Stadtgebiet auf die Spur zu kommen. „Es war schon so etwas wie Detektivarbeit“, beschreibt Schwarberg den Weg und lobt seinen Mitarbeiter Thomas Schulte: „Er hat sich in diese Materie hineingefuchst.“

Kleine Löcher schwer zu finden

Nun hat man ein Niveau erreicht, von dem es schwer fällt, es weiter zu senken. „Da gibt es noch ganz k

leine Löcher, im Fachjargon ,Pisser’, die verlieren täglich zwischen 300 und 500 Liter. Sie sind aber schwer aufzuspüren“, erklärt Schwarberg, und dass dafür Aufwand und Ertrag in keinem erträglichen Verhältnis stehen würden.

Für den Bürger von Sundern hat sich der 17-jährige Weg hierher schon gelohnt: „Wir haben Wasserverluste von 1,26 Millionen Kubikmeter gebannt und damit dauerhaft reduziert“, so Schwarberg. Damit gebe es in Sundern eine sichere Wasserverteilung. Aber es gebe noch weitere Vorteile, die in Richtung Umwelt- und Klimaschutz gehen: „Zur Bereitstellung von einem Kubikmeter Frischwasser werden 0,8 Kilowatt-Stunden Strom benötigt, etwa für die Förderung des Wassers per Pumpe“, rechnet Schwarberg vor. Durch die gestopften Leckagen spare man so etwa eine Millionen Kilowatt-Stunden Strom. „Das können wir auch in CO²-Verbrauch umrechnen, im bundesweiten Schnitt wären es 500 Tonnen. Da wir in Sundern aber günstiger Strom beziehen, liegt die Ersparnis bei immerhin 180 Gramm pro Kilowatt-Stunde, somit bei 180 Tonnen“, präsentiert er den Vorteil für die Umwelt.

Wichtiger Ansatz

Bürgermeister Ralph Brodel sieht darin einen wichtigen Ansatz. „Wenn man nichts macht, spart man auch nichts ein. Es geht ohnehin nur darum, an vielen Stellen etwa einzusparen, das macht Sinn“, unterstreicht er, dass der Ansatzpunkt der Stadtwerke richtig sei. Das sei ein positiver Nebeneffekt der langjährigen Arbeit.

13 Millionen Euro investiert

Finanziell hat es auch für den Bürger etwas gebracht: Die Rehabilitationsmaßnahmen des Rohrnetzes seit 2002 haben etwa 13 Millionen Euro gekostet. Rechnet man die finanziellen Effekte durch das eingesparte Wasser dagegen, sind dies 380.000 Euro bei einem jährlichen Kapitalaufwand von 510.000 Euro. „Am Ende ergibt dies eine Mehrbelastung des Bürger von 4 Euro im Jahr“, hat Schwarberg errechnet.

Schade ist, dass in diesen Jahren die Preise im Tiefbau um etwa ein Drittel gestiegen sind und so die Vorteile sich wieder aufbrauchen: „Stellen Sie sich mal vor, wenn wird aber jetzt erst bei diesen Preisen nach den Lecks suchen müssten“, zeigt Jürgen Schwarberg auf.

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