Heinrich Lübke

Festakt in Enkhausen: „Können stolz auf die Lübkes sein“

Enkhausens Ortsvorsteher Gerhard Hafner am Rednerpult beim Festakt zum 125. Geburtstag von Heinrich Lübke in der Schützenhalle Enkhausen.

Enkhausens Ortsvorsteher Gerhard Hafner am Rednerpult beim Festakt zum 125. Geburtstag von Heinrich Lübke in der Schützenhalle Enkhausen.

Foto: Thomas Nitsche / WP

Enkhausen.  Der Festakt zum 125. Geburtstag des früheren Bundespräsidenten in Enkhausen wird von Ängsten begleitet: Kehren Museums-Exponate nicht zurück?

Anlässlich des Festaktes zum 125. Geburtstag von Heinrich Lübke ließ Enkhausens Ortsvorsteher Gerhard Hafner seinen Unmut freiem Lauf. Er hegt die Befürchtung, dass das Museum des Enkhauser Politikers nie wieder in sein Heimatdorf zurückkommen wird.

„Nach einem Gespräch mit der Stadtverwaltung muss ich befürchten, dass das Lübke-Haus in letzter Konsequent sogar abgerissen wird, und es dann kein Zurück mehr gibt“, war Hafner nach dem Festakt sehr enttäuscht.

Wasserschaden

Vor knapp sechs Wochen kam es in der ersten Etage im Abstellraum, über dem Lübke-Museum, zu einem Wasserschaden. „Die Exponate nach dem Vorfall im Haus zu lassen, wäre schwierig gewesen“, erklärt Hafner.

Darum wurden fast alle Exponate in die Stadtgalerie nach Sundern gebracht. Auf Anregung von Lübkes Witwe Wilhelmine wurde 1975 von der Stadt Sundern ein Museum eingerichtet. Sollte das Heinrich-Lübke Haus nach dem Schaden abgerissen werden müssen, ist die Hoffnung in Enkhausen gesunken, die Exponate zurück zu erhalten. Auch der Anbau der Schule ist in die Jahre gekommen, an diesem Gebäude wäre ebenfalls eine Sanierung nötig, soll das Museum dort unterkommen.

Doch ein wenig Zuversicht besteht noch beim im Mai gegründeten Verein zum Gedenken an Heinrich Lübke. „Wenn man will, kann man es schaffen“, versichert Hafner. Und der Ortsvorsteher will das Museum am Ort behalten. Dafür wird er sich einsetzen. Am heutigen Montag ist der 125. Geburtstag des berühmtesten Sohnes der Stadt.

Am Grab wurden Samstag vier Kränze niedergelegt. Vor dem Festakt zelebrierten Pastor Stefan Siebert und Dr. Antonius Hamers (Leiter des katholischen Büros in Düsseldorf) die Eucharistiefeier in der St. Laurentiuskirche. Stefan Lange, Vorsitzender des Vereins zum Gedenken an Heinrich Lübke, begrüßte die Gäste der Gedenkfeier in der Schützenhalle. „Unser im Mai gegründeter Verein hat sich zum Ziel gesetzt, dass wir uns an den zweiten Bundespräsidenten erinnern, auch wenn ihn nicht mehr alle kennengelernt haben“, berichtete er zu Beginn der Veranstaltung. Wie er weiter mitteilte, kam der Gedanke der Gründung von drei jungen Männern aus der Bürgerschaft.

Ein Mensch zum Anfassen

Sunderns Bürgermeister Ralph Brodel meinte, dass der heutige Tag Heinrich Lübke gefallen hätte. „Er war ein Mensch zum Anfassen“, so Brodel. Wie er weiter erzählte, war Lübke ein echter Sauerländer und hat in der damaligen Zeit schon Ungewöhnliches gemacht. So heiratete er aus Liebe heraus. Seine Frau war damals neun Jahre älter, und das war unüblich, aber nicht für Lübke. Er lobte seine Frau Wilhelmine, die auf eindrucksvolle Weise Probleme zu lösen verstand.

So hat sie als Frau des Bundespräsidenten den damaligen Sänger und Gitarristen Jimi Hendrix am Hamburger Hauptbahnhof aus einer kniffligen Situation gerettet. Weil er Probleme bei der Weiterfahrt zum Auftrittsort hatte, kam es zu einer Auseinandersetzung. Wilhelmine Lübke ging dazwischen und regelte es auf ihre Art, so dass Jimi Hendrix am Ende pünktlich seinen Auftritt beginnen konnte.

„Wir können stolz auf die Lübkes sein“, endete der Bürgermeister sein Grußwort.

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