Zwiebelturmkirche

Zwiebelturmkirche in Sprockhövel wird ab Sommer saniert

Unter Dach und Fach: Detlef Meyer (Fundraising der Gemeinde), Pfarrer Arne Stolorz und der Architekt des Kirchenkreises Christian Haselhoff (v.l.) schauen durch das vom Hausbock angegriffene Gebälk in der Zwiebelturmkirche.

Unter Dach und Fach: Detlef Meyer (Fundraising der Gemeinde), Pfarrer Arne Stolorz und der Architekt des Kirchenkreises Christian Haselhoff (v.l.) schauen durch das vom Hausbock angegriffene Gebälk in der Zwiebelturmkirche.

Foto: Walter Fischer

Sprockhövel.   Zuerst werden der Turm und das Dach der Zwiebelturmkirche erneuert. Wegen giftiger Stäube wird das Wahrzeichen Sprockhövels eingehüllt.

Seit vielen Jahren ist die notwendige Sanierung der Zwiebelturmkirche Thema in der evangelischen Kirchengemeinde – und natürlich in der ganzen Stadt. Jetzt wird es ernst: „Im Sommer werden wir mit dem ersten Bauabschnitt beginnen können“, informiert Pfarrer Arne Stolorz. Erneuert wird im Überblick alles an dem Wahrzeichen Sprockhövels.

Erster Bauabschnitt dauert etwa eineinhalb Jahre

Jedoch ist aus praktischen Gründen geplant, die Kirche von oben nach unten zu bearbeiten, daher stehe am Anfang der Turm und das Dach des Kirchenschiffes auf dem Sanierungsplan. „Wir rechnen mit eineinhalb Jahren für diese Phase“, sagt Christian Haselhoff, Architekt des Kirchenkreises. Die Kosten betragen rund 750.000 Euro, und dafür haben sich die Gemeindeglieder schon beeindruckend engagiert, haben Geld gegeben. „Deutlich über 100.000 Euro Spenden sind für Turm und Dachstuhl bereits zusammen.

105.000 Euro wurden bislang gespendet

Wer einen Eindruck bekommen möchte, wie der Spendenstand aktuell ist, schaut an der Fassade des Turms hoch, ein baumlanges Barometer zeigt die Marke bei etwa 60.000 Euro, „in Wahrheit sind es aber bereits über 105.000 Euro“, klärt Stolorz auf, da müsse man mal korrigieren. 200.000 Euro werden insgesamt erhofft, um die benötigte Dreiviertelmillion stemmen zu können. Der Pfarrer rechnet vor, dass 450.000 Euro durch die Kirchengemeinde erbracht werden müssen, weitere 50.000 Euro durch Stiftungen und Spenden.

Eichenbalken in schlechtem Zustand

Erst oben im Dachstuhl werden einige Probleme deutlich, die den Sanierern den Job anspruchsvoll machen werden. „Die Eichenbalken sind teilweise in schlechtem Zustand, von Pilz befallen und durch den nagenden Hausbock fast zersetzt“, berichtet der Architekt. Bei der Sanierung schaut auch die Denkmalbehörde genau hin, daher wird vorzugsweise versucht, Teile des Gehölzes zu ersetzen, nicht gleich ganze Balken. Da in Zeiten, wo Ökologie noch keinen Stellenwert hatte, die Hölzer im Dach mit Schadstoffen behandelt wurden und die jetzt freigesetzt werden, müssen Vorsichtsmaßnahmen für die Zimmerleute getroffen werden. Turm und Kirchenschiff werden zusätzlich in Folie gehüllt, damit die belasteten Stäube nicht in die Umwelt gelangen. Ein weiteres Kapitel ist das Schieferdach: Der ursprüngliche Moselschiefer ist nicht mehr erhältlich, an seine Stelle wird Sauerlandschiefer gedeckt.

Bundestagsabgeordneter Ralf Kapschack hilft

An verschiedenen Stellen hat die Gemeinde Förderanträge gestellt, um an Bundesmittel zu kommen, setzt sich der SPD-Bundestagsabgeordnete Ralf Kapschack ein, indem er ein Empfehlungsschreiben an die Bezirksregierung richtet. Bauabschnitt zwei wird die Innensanierung umfassen, der darauffolgende dritte Bauabschnitt die Außenfassade. Stolorz: „Aber auch zwischendurch achten von uns beauftragte Steinmetze, dass die Außenwand der Zwiebelturmkirche nicht bröckelt und zum Sicherheitsrisiko wird.“

Info

Der Männerkochkreis der Kirchengemeinde „Bruzzelbrüder“ veranstaltet am 6. Mai wieder ihr Benefizkochen im Restaurant Sirtaki, der Erlös ist für die Zwiebelturmkirche. Die Hobbyköche haben sich ein saisonales Muffet – Menü mit Buffet ausgedacht mit Schwerpunkt Spargel.

Der Eintrittspreis beträgt 50 Euro und beinhaltet Speisen und Getränke sowie Tombola. Karten: 02324/77948 oder 0157/73532766.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben