Sozialprojekt

Wunsch von Pastor Dominic aus Sprockhövel wird erfüllt

Pastor Dominic (in grünem Talar) besucht regelmäßig seine Mutter und die Kinder in seiner Heimatstadt in Nigeria.

Pastor Dominic (in grünem Talar) besucht regelmäßig seine Mutter und die Kinder in seiner Heimatstadt in Nigeria.

Foto: St. Januarius

Sprockhövel.   Nigerianischer Geistlicher arbeitet in der Kirchengemeinde St. Januarius. Zusammen mit der Kinderkirche unterstützt er Kinder in der Heimat.

Als Dominic Ekweariri in seiner Ratlosigkeit nicht mehr weiter weiß, betet er. „Ich habe meine Worte an die Mutter Gottes gerichtet und auch auf einen Zettel geschrieben“, sagt der Pastor aus Nigeria, der seit einiger Zeit seinen Dienst in der Katholischen Kirchengemeinde St. Januarius versieht. Und, er nennt es ein Wunder, sein Traum ging schon bald in Erfüllung.

Seine Mutter kümmert sich um immer mehr Kinder

Obwohl seine Aufgabe als Geistlicher im Pfarrbezirk ihn fordert und erfüllt, hält der 38-jährige Geistliche noch engen Kontakt zu seiner afrikanischen Heimat. „Ich telefoniere oft mit meiner Mutter, die erzählt mir, was in unserer Stadt passiert.“ Seit einiger Zeit erfährt der Pastor so, dass in seinem Elternhaus immer mehr Kinder aus schwierigen Verhältnissen vorbeischauen und von seiner 67-jährigen Mutter versorgt werden. „Diese Kinder sind oft Waisen oder haben nur einen Elternteil, der sich nicht um sie kümmern kann“, berichtet Pastor Dominic. Natürlich gehe es zunächst um Essen und Mahlzeiten, aber es sei mehr notwendig: „Es schmerzt sehen zu müssen, dass vielen der Jugendlichen dort jede Zukunftsperspektive fehlt“, berichtet der katholische Geistliche. „Ich habe seit jener Zeit jeden Cent, den ich spare konnte, an meine Mutter für die Kinder geschickt.“

Erster Kontakt zur Kinderkirche

Aber das reicht natürlich nicht. Erst waren es drei bis vier Kinder, dann 15, bei seinem letzten Besuch im Januar 25 Kinder. Was kann er tun? Wirf dein Anliegen auf den Herrn, heißt es in der Bibel, Dominic Ekweariri suchte Hilfe bei Maria. Eine Woche nach dem Hilferuf wurde Pastor Dominic nach dem Gottesdienst in St. Januarius von Stephanie von Scheven, Georg Riegel und Tobias Fischer vom Team der Kinderkirche angesprochen. „Wir hatten uns überlegt, künftig Projekte in der Gemeinde mit Kindern zu machen und suchten eine Organisation, die wir unterstützen können“, sagt Stephanie von Scheven. Eine der vielen Großhilfeorganisationen komme für sie nicht in Frage.

1000 Euro in nur einem halbem Jahr

Pastor Dominic konnte sein Glück gar nicht fassen; nie hatte er in Deutschland von „seinen Problemkindern“ erzählt. Das Zusammentreffen mit der Kinderkirche sieht er als Folge seines Gebets. „Wir haben dann im zweiten Halbjahr 2018 knapp 1000 Euro für die Kinder in Pastor Dominics Heimatstadt gesammelt“, sagt Stephanie von Scheven. Zu Weihnachten brachte der nigerianische Geistliche dann außer Geld auch Spielzeug, Stifte und Hefte mit nach Afrika – Grundausrüstung für die Schule. Mit dem Partner Kinderkirche im Rücken scheinen nun weitere Unterstützungen möglich: Mehr Kinder können bedacht werden, wenn Pastor Dominic vor Ort ist, sucht er alle von seiner Mutter betreuten Kinder auf, spricht mit ihnen, versucht, sich ein Bild zu machen, individuelle Potenziale zu erkennen und entsprechend Förderungen anzubahnen. „Da sind Kinder, die sollten einen möglichst hochgradigen Schulabschluss machen. Andere sind eher praktisch-technisch begabt und sollten nach der Schule eine Ausbildung machen können“, sagt der Pastor. Mittlerweile investiert er große Teile seines Jahresurlaubs, um in der alten Heimat systematisch Verbesserungen für die jungen Menschen zu erwirken.

Kreis der Unterstützer wird größer

„Meine Motivation ist dabei ungebrochen“, sagt er. „Mit mehr Geld kann ich vor Ort mehr erreichen, Mitstreiter gewinnen, die auch meine Mutter entlasten.“ In der Kirchengemeinde und – durch Veröffentlichungen im Pfarrblatt – darüber hinaus finden sich immer mehr Unterstützer für das Sozialprojekt. „Es gibt immer mal wieder Überschüsse bei Veranstaltungen von Gemeindegruppen, unsere Kirchenband Sacropop hat zuletzt die Einnahmen ihres Jubiläumskonzerts für Nigeria gespendet“, sagt Tobias Fischer. Eigene Kollekten für das Projekt gibt es zwar nicht, doch die Spenden fließen, denn auch viele Gemeindeglieder haben die Kinder in Nigeria ins Herz geschlossen.

INFO

Je größere Dimensionen das Sozialprojekt annimmt, desto wichtiger ist es Pastor Dominic, dass es transparent bleibt. „Dass Vertrauen der Menschen hier darf nicht enttäuscht werden.“

Daher plant er zurzeit, einen Verein zu gründen, der offen und überprüfbar seine Förderung praktiziert.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben