Maifeier

Werner Sauerwein (SPD) will für soziale Ziele kämpfen

Am "Tag der Arbeit" haben die meisten in NRW frei. Aber warum ist das so und woher kommt der Maifeiertag überhaupt? Infos gibt es im Video.

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Der stellvertretende Bürgermeister von Sprockhövel äußert sich im WAZ-Gespräch über die Bedeutung des Maifeiertages.

Seit dem Jahr 1886 gibt es den Tag der Arbeit, seinen Ursprung hat er in den nordamerikanischen Arbeiterbewegung. Bedeutung erlangte der 1. Mai als Kampftag der Arbeiterklasse, heute wird er gerne als Maifeiertag bezeichnet. Mit dem gebürtigen Wuppertaler und Sprockhöveler SPD-Ratsherrn und stellvertretenden Bürgermeister Werner Sauerwein sprach Redakteur Matthias Spruck.

Hat der Protesttag heute noch das Potenzial für Veränderungen in der Gesellschaft?

Der Feiertag hat in der Gesellschaft insgesamt an Zuspruch wohl eher abgenommen. In den letzten Jahren habe ich bei den Veranstaltungen in Gevelsberg nur noch wenige Teilnehmer gesehen – meistens stammten sie aus dem Gewerkschaftsmilieu.

Welche Themen sollte der Tag der Arbeit haben in der heutigen Zeit, wo der Arbeitsmarkt auch in Sprockhövel mit aktuell 5,1 Prozent Jobsuchenden ziemlich entspannt wirkt?

Es gibt immer noch einige soziale Themen, die am Maifeiertag diskutiert werden und für deren Ziele man kämpfen sollte. Der Mindestlohn ist so ein Thema. Oder denken Sie an die Betreuungsplätze in Kitas: Damit die Eltern überhaupt arbeiten gehen können, müssen Kapazitäten ausgebaut werden. Am besten wäre es, die Kita-Plätze wären kostenlos. Unsere Landesregierung braucht da Wind aus den Kommunen.

Man gewinnt den Eindruck, der Maifeiertag hat heute mehr mit Feiern und Tanzen zu tun.

Das stimmt, er ist für die meisten zum Spaßtag geworden. Aber auch das Tanzen hatte früher seinen Zusammenhang mit der Politik: Zuerst gab es die politischen Reden, im Anschluss wurde dann gefeiert. Die Party ist geblieben, aber den politischen Hintergrund blenden viele gerne aus. Insofern hat sich einiges am Charakter des Tages verändert. Gestern Abend wurde ja zur großen Mai-Tanzveranstaltung in die Glückauf-Halle eingeladen, da waren bestimmt wohl wieder viele Sprockhöveler dabei.

Sie sind 40 Jahre Mitglied bei der SPD. Werden Sie heute zu einer Maifeier gehen?

Nein, heute mal nicht, sonst bin ich ja im Auftrag der Stadt häufig in Gevelsberg dabei. Heute ist in unserem Freibad Saisoneröffnung, und wir Sprockhöveler haben lange für den Erhalt des Bades gekämpft. An der Bleichwiese bin ich aber ohne öffentlichen Auftrag.

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