Sprockhövel

Trassenverein bekommt grünes Licht für Trassen-Entwicklung

Die Landschaftsarchitektin Ina Bimberg hat für die Glückauf-Trasse eine Potenzialanalyse erstellt und jetzt der Öffentlichkeit vorgestellt.

Die Landschaftsarchitektin Ina Bimberg hat für die Glückauf-Trasse eine Potenzialanalyse erstellt und jetzt der Öffentlichkeit vorgestellt.

Foto: Volker Speckenwirth

Sprockhövel.   Expertise bescheinigt dem 22 Kilometer langen Rad- und Wanderweg ein gutes touristisches Potenzial. Verein Glückauf-Trasse nun Partner der Stadt.

In einer gemeinsamen Sitzung der Ausschüsse für Stadtentwicklung sowie Umwelt und Verkehr gab es jetzt grünes Licht für die Anerkennung des Vereins Glückauf-Trasse als qualifizierter Partner zur Entwicklung der Trasse auf Sprockhöveler Stadtgebiet. Zuvor hatte die Landschaftsarchitektin Ina Bimberg ihre Potenzialanalyse für die ehemalige Bahnstrecke vorgestellt, die sie im Auftrag des Vereins erstellt hatte.

Zahlreiche Alleinstellungsmerkmale

Die Mehrheit der Sprockhöveler weiß die Glückauf-Trasse und ihre Möglichkeiten, Freizeit auf ihr zu gestalten, zu schätzen. Der Verein trommelt schon länger für eine Aufwertung des radfreundlichen Weges, organisiert kleine Feste, Fahnenaktionen, Kunst-Events, für die die Stadt sich bislang artig bedankt hat. Im vergangenen Jahr sprach die Vereinsvorsitzende Beate Prochnow bei der Stadtverwaltung vor. Mit Hilfe der Sparkassenstiftung hatte ihr Verein eine Potenzialanalyse in Auftrag gegeben, für die Umsetzung eines umfassenden Trassenkonzepts jedoch fehle dem Verein das nötige Geld wie auch die professionelle Kraft.

„Wir haben erkannt, dass unter den vielen trassenfreundlichen Initiativen der ehrenamtliche Verein von Frau Prochnow ein qualifizierter Partner für die Stadt ist“, lobte der Beigeordnete Volker Hoven. Die Stadt wolle diese Kooperation vorantreiben.

Die Landschaftsarchitektin Ina Bimberg hat im vergangenen Herbst die Trasse mit dem Fahrrad erkundet. „Wir haben die Strecke in sieben Abschnitte unterteilt, um Stärken und Schwächen besser benennen zu können“, so Bimberg. Insgesamt zeigte sich die Architektin, die auch Parallelen zu ihr bekannten Bereichen des Ruhrwegs zog, überaus begeistert: „Zahlreiche Viadukte, die Zeche oder der Malakovturm etwa sind Alleinstellungsmerkmale und von hohem Wert für die Trasse“, sagte sie. Hier werde die historische Dimension als ehemaliger Bergbaustandort sichtbar und erlebbar. Von vielen positiven Eindrücken berichtete sie: Schön gewachsene Waldbereiche, offene Felswände, alte Bahnhofsgebäude in schneller Folge, dann aber auch immer wieder Panoramablicke in offene, bergisch geprägte Landschaften. „Wirklich überzeugt hat mich auch die sehr gute Anbindung an überregionale Radwege Richtung Ruhrgebiet und Wuppertal und Niederberg.“ Aber auch verbesserungswürdige Aspekte benannte die Fachfrau: So sei die Verzahnung mit den Angeboten in den Sprockhöveler Ortsteilen zu bemängeln, es sollten mehr Unterstände und einheitliche Rastplätze eingerichtet werden. Im Bereich der Ortsteile sollte der Boden asphaltiert werden, auf Beleuchtung sollte aus Naturschutzgründen unbedingt verzichtet werden. „Die Glückauf-Trasse hat das Potenzial für Tagesausflüge“, ist Ina Bimberg überzeugt.

Nach einer fast halbstündigen Auseinandersetzung um die Formulierung des Beschlusses bekam der Verein gleichsam ein Zertifikat als Partner der Stadt bei der Entwicklung der Trasse. „Wir sind froh, dass am Ende doch noch ein Konsens gefunden werden konnte“, so Beate Prochnow. Heute will der Verein über die Regionalmanagerin Sofia König einen Antrag beim Vital-Programm für die Erstellung eines Masterplans vorlegen.

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