Wohnungsbau

Städtische Häuser am Gedulderweg in Sprockhövel bezugsfertig

Nadine (30) und ihre Zwillinge Lilly und Alissa studieren die Pläne ihrer Wohnung, in die sie zum 1. Juni einziehen werden. Interessierte mit Wohnberechtigungsschein können sich noch bei der Stadt bewerben.

Nadine (30) und ihre Zwillinge Lilly und Alissa studieren die Pläne ihrer Wohnung, in die sie zum 1. Juni einziehen werden. Interessierte mit Wohnberechtigungsschein können sich noch bei der Stadt bewerben.

Foto: Barbara Zabka

  Die Stadt Sprockhövel hat auch am Gedulderweg zwei Mehrfamilienhäuser gebaut. Ab sofort können sich Berechtigte für eine Wohnung bewerben.

Wie schwer es alleinerziehende Mütter mit zwei kleinen Kindern haben, auf dem freien Markt eine bezahlbare Wohnung zu finden, davon kann Nadine etliche Lieder singen. „Sobald ich am Telefon meine Zwillingstöchter erwähnte, war bei den meisten Anbietern sofort Schluss“, berichtet die 30-jährige Sprockhövelerin. Da war es ein großes Glück, als die Rettungsschwimmerin im Freibad von einem Kollegen auf die die Sozialbauprojekte der Zentralen Gebäudebewirtschaftung (ZGS) am Waldweg und Gedulderweg aufmerksam gemacht wurde.

Außenanlagen

Gestern Nachmittag bekam Nadine vor Ort aus der Hand von ZGS-Chef Ralph Holtze den Mietvertrag überreicht, zum 1. Juni wird sie mit ihren Töchtern ein neues Zuhause mit 86 Quadratmetern (qm) Wohnfläche beziehen. „Die Umgebung ist wunderschön“, strahlt die junge Frau, und auch die zweijährigen Lilly und Alissa scheinen sich im Umfeld der beiden Neubauten Gedulderweg 86 a und 86 b unmittelbar an der Stadtgrenze zu Hattingen recht wohl zu fühlen. Wen wundert’s, die beiden Neubauten stehen am Wald mit Blick in schier endloses Grün.

Die nun insgesamt vier Häuser am Waldweg und am Gedulderweg sind baugleich, jedes einzelne Mehrfamilienhaus besteht aus vier Wohnungen der Größe, die auch Nadines kleine Familie bewohnen wird. Dazu gibt es jeweils eine Dachwohnung mit 47 qm. „Alle Wohnungen sind energetisch auf neuestem Stand, haben Balkone, unten Terrasse, einen offenen Wohnküchenbereich und pflegeleichten Vinyl- und Steinboden“, wirbt Holtze. Der Kaltmietpreis beträgt auch am Gedulderweg 5,25 Euro pro qm; die Zielgruppe, die die Stadt ansprechen möchte, sind Personen mit Wohnberechtigungsschein (WBS) – darunter auch Flüchtlingsfamilien, die den anerkannten Status haben.

Die beiden neuen Häuser, die sogar barrierefreie Kellerzugänge aufweisen, schlagen zusammen mit 1,9 Millionen Euro Gesamtkosten zu Buche, da sind auch die noch zu gestaltenden Außenanlagen mit Grünflächen und Spielplatz enthalten. Der Standort Gedulderweg wurde mit rund 90 000 Euro etwas teurer als der Waldweg, da hier noch eine Kanalerschließung zu bewerkstelligen war.

Um die Bauherrenschaft der Stadt im Sozialbereich hatte es in der Politik durchaus Kontroversen gegeben. Die FDP hatte es strikt abgelehnt, dass die Kommune in diesem Bereich tätig werde. „Die ZGS wird keine Wohnungsbaugesellschaft“, versichert Holtze. „Aber es wäre schon zu überlegen, ob die Gründung einer eigenen Gesellschaft nicht angesichts des Bedarfs an Sozialwohnungen in unserer Stadt sinnvoll wäre.“

Außer Nadine, Lilly und Alissa haben zwei weitere Familien unterschrieben, die übrigen Wohnungen sind noch frei. Interessierte wenden sich an die städtische Mitarbeiterin Elke Brendt, 02339/917-259.

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