Christbaumschmuck

Sprockhövelerin malt frohe Botschaften auf Baumkugeln

Beate Seehöfer ist Krankenschwester. Die 50-Jährige bemalt in ihrer Wohnung Weihnachtskugeln mit Texten aus der Bibel, auf den großen Kugeln ist die Weihnachtsgeschichte nach dem Lukas-Evangelium geschrieben.

Beate Seehöfer ist Krankenschwester. Die 50-Jährige bemalt in ihrer Wohnung Weihnachtskugeln mit Texten aus der Bibel, auf den großen Kugeln ist die Weihnachtsgeschichte nach dem Lukas-Evangelium geschrieben.

Foto: Volker Speckenwirth

In akkurater Schrift malt Beate Seehöfer aus Sprockhövel die Weihnachtsgeschichte auf Christbaumkugeln auf. Die Kunstwerke finden viele Abnehmer.

Wie lang ist eigentlich die Weihnachtsgeschichte? Genau eine Christbaumkugel. Im Ortsteil Hiddinghausen betreibt Beate Seehöfer (50) ein außergewöhnliches Hobby. Sie schreibt die Weihnachtsgeschichte auf bunten Weihnachtsschmuck, Buchstabe für Buchstabe, Wort für Wort. „Ich brauche etwa eine Stunde, bis alles fertig ist“, sagt sie. Wenn sie ihre Arbeit vollendet hat, füllt der Text die gesamte Kugel, schlängelt sich rund um sie herum. „Und jede ist ein Unikat.“ Selbst wenn sie die gleiche Farbe wählt – wobei die Auswahl groß ist –, die gleichen Bändchen und Käppchen aussucht: „Meine Hände sind noch lange nicht genormt.“ Und jedes Mal, wenn sie eine ihrer Kugeln mit der Weihnachtsgeschichte verpackt und für den Versand vorbereitet, fällt es ihr schwer. „Ich möchte sie am liebsten nur in gute Hände abgeben.“

Saison endet nicht mit Weihnachten

Für Beate Seehöfer ist das Weihnachtsfest aber viel mehr als ein Geschäft. „Es geht nicht nur um Geschenke und um schlechte Musik in Kaufhäusern“, sagt sie. Dass sie das Fest ehrt, war sicherlich einer der Gründe, die zu ihrem außergewöhnlichen Hobby führten. Das Blättern durch ein Kirchenmagazin war ein weiterer. „Ich las über eine Frau, die genau das macht, was ich heute mache“, erzählt sie. Doch es gestaltete sich als unmöglich, eine der verzierten Kugeln zu erwerben. Und Beate Seehöfer versuchte es einfach selbst. Bevor sie anfing, machte sie einige Versuche am Reißbrett. Wie die Weltkarte eines Atlas brachte sie die Form der Christbaumkugel in die zweite Dimension und experimentierte mit dem Text. Welche Zeile bildet die Mitte? Wie groß muss sie schreiben? Und sie fand die passende Größe. „Ich nutze Kugeln mit einem Durchmesser von acht Zentimetern und Lackstifte mit einem Durchmesser von 0,8 Zentimetern.“ Auf glatten Oberflächen könne sie am besten arbeiten. „Aber auch matte sind möglich. Dann verschleißen jedoch die Stifte schneller.“

Bis sie den Dreh raus hatte, gingen freilich einige Kugel zu Bruch. Dafür reichte ein kleiner Fehler, ein falsches Wort, ein Buchstabendreher. Ihre kleinen Kunstwerke verteilte sie erst an Freunde, Bekannte und sie stellte auf einigen wenigen Basaren aus. Ein Internetauftritt samt Facebook-Seite kam hinzu. Und die Nachfrage wurde größter. Liefern kann sie schnell. Ihre Saison startet im Oktober und geht bis Ende Dezember, damit also über Weihnachten hinaus. Und das genüge ihr auch. „Falls ich nichts passendes im Angebot habe, fertige ich es an.“

Das dauert wenige Tage. Auch der Versand ist unkompliziert. Sie verpackt die Kugeln in kleinen transparenten Schachteln, gut geschützt durch ein Ziertuch, und übergibt sie ihren neuen Besitzern. Mal per Post, mal werden die Kugeln bei ihr abgeholt. „Oder ich treffe mich einfach mit den Leuten.“ Preise gibt’s auf Anfrage. Bestellungen nimmt sie telefonisch oder per E-Mail entgegen. Ihr Weihnachtsschmuck reiste sogar mal bis nach Amerika. „Allerdings im Handgepäck.“ Und eine Dame aus Süddeutschland brachte sie auf eine neue Idee. Auf einer kleineren Kugel von sechs Zentimeter Durchmesser schreibt sie nun auch die Strophen des Gedichtes „Von guten Mächten“ von Dietrich Bonhoeffer. „Das passt perfekt.“

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