Freizeit

Sprockhöveler würden auch mehr Eintritt ins Freibad zahlen

Spaß bietet das Freibad Sprockhövel für junge und ältere Wasserratten. Aber es macht Verluste. Bürger wären bereit, mehr Eintritt zu bezahlen, um das Bad zu erhalten.

Foto: Biene Hagel, Archiv

Spaß bietet das Freibad Sprockhövel für junge und ältere Wasserratten. Aber es macht Verluste. Bürger wären bereit, mehr Eintritt zu bezahlen, um das Bad zu erhalten.

Sprockhövel.   Das Freibad macht Verluste – im vergangenen Jahr eine halbe Million Euro. Befragte Besucher schlagen eine Preiserhöhung um gut 50 Prozent vor.

Das Freibad in Sprockhövel hat im vergangenen Jahr eine halbe Millionen Euro Verlust gemacht. Wachsende Personalkosten, Sach- und Betriebskosten, Abschreibungs- und Verwaltungskosten sowie Zinsen verursachen die ernüchternde Bilanz. Doch die Bürger wollen auf ihr Freibad nicht verzichten. Sie wären auch bereit, mehr Eintritt zu bezahlen.

Momentan kostet der Besuch des Freibades an der Bleichwiese für Erwachsene 3,70 Euro. Kinder und Jugendliche sowie Schüler und Studenten bezahlen zwei Euro. „Bis zu sechs Euro würde ich für den Eintritt ausgeben“, meint ­Marvin Saszik (25). „Ich bin nicht so oft im Freibad, höchstens drei Mal im Jahr. Trotzdem bin ich froh, dass es diese Möglichkeit gibt.“

Viele Besucher sind mit dem Angebot zufrieden

Mit dem Angebot dort ist er zufrieden: „Ich liege nicht so gerne einfach nur auf der Wiese herum, sondern betätige mich lieber.“ Ein Kicker, eine Tischtennisplatte und ein Beachvolleyballplatz stehen den Besuchern dazu zur Verfügung. „Das ist auch gut so“, findet der 25-Jährige.

Ähnlich sieht das auch Maximilian Lemke (19). Einen Kritikpunkt hat er aber: „Der Beachvolleyballplatz ist zwar vorhanden, aber es ist fast unmöglich, ihn zu benutzen. Überall wuchern Sträucher und Disteln.“ Über eine große Wasserrutsche würde er sich ebenfalls freuen.

„Ohne das Freibad würde definitiv etwas fehlen“

„Es gibt ja sonst nicht viel in Sprockhövel. Ohne das Freibad würde definitiv etwas fehlen“, beteuert Karsten Schnitzler (30). Doch er wünscht sich längere Öffnungszeiten. „Das Freibad gibt es ja schon ewig. Als kleiner Junge war ich regelmäßig dort“, erinnert er sich. „Ich habe das Gefühl, die Stadt will gar nicht, dass das Bad überhaupt erhalten bleibt. Ich höre seit zwanzig Jahren, dass es geschlossen werden soll.“

„Fünf Euro für Erwachsene und drei Euro für Kinder wären noch angemessene Preise“, rechnet Markus Meßner (46) vor. Mit Sohn Mario (6) besucht er im Sommer gerne das Bad an der Bleichwiese. „Es wäre schade, wenn es das Freibad eines Tages nicht mehr geben würde.“ Besonders für Kinder sei es ideal. „Für die ganz Kleinen gibt es ein Babybecken und in der Nähe der Rutsche ist das Wasser nicht allzu tief“, lobt er.

Vorschlag: Nach Aufenthaltszeit bezahlen

Auch Heike Griehsel (52) und Andrew Chapman (58) sind begeistert von dem Angebot im Freibad und möchten es nicht missen. „Das ist in so einer kleinen Stadt wirklich eine super Sache“, finden sie. Auf Vergünstigungen wie Dauer- oder Saisonkarten, die bisher jeweils am Jahresende auch zu ermäßigten Preisen verkauft werden, würden sie dafür auch verzichten. „Wenn es hilft, klar.“

Heike Griehsel hat sogar eine Idee, wie das Bad in Zukunft mehr Gewinn machen könnte: „Die Besucher müssten auf Zeit bezahlen. Wer einen ganzen Tag dort verbringt, sollte mehr Eintritt abtreten als jemand, der nur eine Stunde dort ist“, schlägt sie vor. „Ich zum Beispiel schwimme gerne zwei bis drei Bahnen und gehe dann wieder. Aber die meisten Leute legen sich ja gerne noch auf die Wiese.“

Übersicht über Besucherzahlen und Kosten

2017 besuchten 33 853 Personen das Freibad zwischen Mai und September, bescherten der ZGS Einnahmen in Höhe von 82 523 Euro – 35 028 Besucher und 87 120 Euro waren es in 2016.

Der Förderverein unterstützte das Bad in den vergangenen Jahren mit Instandhaltungs- und Heizkostenzuschüssen von
4000 Euro (2017) und 3000 Euro (2016).

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik