Verkehr

Sprockhöveler Kreuzung bleibt noch lange gefährlich

Kreuzungsbereich Bochumer Straße / South-Kirkby-Straße, ein Unfallschwerpunkt. Bildautor: Bastian Haumann / Funke Foto Services

Kreuzungsbereich Bochumer Straße / South-Kirkby-Straße, ein Unfallschwerpunkt. Bildautor: Bastian Haumann / Funke Foto Services

Foto: Bastian Haumann

Sprockhövel.   Für die Kreuzung Bochumer/ South-Kirkby-Straße hat „Straßen.NRW“ eine Neuplanung in Auftrag gegeben. Baubeginn wird nicht vor Ende 2020 sein.

Erkannt ist der Unfallschwerpunkt Bochumer-/ South-Kirkby-Straße längst. Aber an dieser Kreuzung, lässt sich nicht „mal eben“ etwas verbessern. „Dabei arbeiten alle beteiligten Behörden mit Hochdruck, um die Situation zu entschärfen. Es kreuzen dort zwei Landesstraßen, die L 651 und die L 551 mit einer Verkehrsdichte von 21.000 Autos in 24 Stunden“, sagt Andreas Berg, Sprecher und Sicherheitsbeauftragter von „Straßen.NRW“.

Wie berichtet, war bei keinem Unfall zu schnelles Fahren die Ursache. Das Problem ist die uralte Ampelanlage, an der sich nichts mehr verändern lässt. Man bekäme nicht einmal mehr die „Abblendhütchen“, die halbrund über den Ampellichtern angebracht sind. Andreas Berg ist für die Sicherheit zuständig. In der Funktion ist er auch Mitglied der Unfallkommission, in der Polizei, Stadt, Kreis und „Straßen.NRW“ Mitglied sind.

Planung in Auftrag gegeben

„Schon 2016 wollten wir Änderungen an der Kreuzung vornehmen und schnell etwas machen. Vor allem die Abbiegephasen wollten wir sicherer gestalten, weil es immer wieder Abbiege-Unfälle gibt. Aber, was wir auch überlegt haben, es ist an der Stelle ohne große Umbaumaßnahmen nicht machbar“, schildert Berg. Auch ein Kreisverkehr sei nicht geeignet, weil man bei zwei Landesstraßen dann Fußgänger nicht mehr sicher über die Fahrbahn leiten könne.

Klar sei, dass man die gesamte Kreuzung umbauen und die Linksabbiegespur von der Bochumer Straße aus in die South-Kirkby-Straße hinein zweispurig ausbauen müsse. Die Erkenntnisse seien bereits an ein Ingenieurbüro gegeben worden, das die Kreuzung jetzt neu plant. Allerdings – und das ist ein Grund für die noch lange Wartezeit bis zum Beginn von Umbauarbeiten – müssten etliche Behörden eingeschaltet werden: „Zum Beispiel die Landschaftsbehörde und die Wasserbehörde – und ein abgestimmter Entwurf ist nicht ganz schnell zu machen“, sagt Berg.

Kurzfristige Lösungen nicht möglich

Man könne damit rechnen, dass die Ausführungsplanung noch eine Zeit in Anspruch nehmen werde. Der Baubeginn könne für Ende 2020, Anfang 2021 angestrebt werden, vermutet der Sicherheitsbeauftragte von „Straßen.NRW“.

Bei allen Überlegungen, die Kreuzung vorerst zu entschärfen, sei man nicht weitergekommen. „Wir haben so eine gefährliche Kreuzung zum Beispiel in Schwelm kurzfristig sicherer machen können. Da haben wir eine Linksabbiegespur einfach gesperrt. Die Autofahrer konnten aber in dem Fall problemlos wieder auf ihre ursprüngliche Richtung geführt werden, nachdem sie zunächst geradeaus fahren mussten“, schildert Berg schnelle Lösungen.

Unfallkommission verlegt erneute Besichtigung vor

Wenn man das aber an dieser großen Kreuzung in Sprockhövel machen würde, bräche durch den extrem starken Verkehr, das absolute Chaos aus. „Das ist an der Stelle überhaupt nicht zu machen, hat die Unfallkommission einmütig festgestellt.“ Dennoch wird die Kommission die Unfallkreuzung im November ein weiteres Mal in Augenschein nehmen, um doch noch nach kurzfristigeren Lösungen zu suchen, damit keine Menschen mehr zu Schaden kommen. „Vorgesehen war die Bereisung eigentlich erst für 2019.“

>>> Elf Unfälle gleicher Art in drei Jahren

Im Jahr 2015 hat die Polizei festgestellt, dass sich Unfälle der gleichen Art an der Kreuzung Bochumer-/ Ecke South-Kirkby-Straße häufen. In der Drei-Jahres-Betrachtung habe sich diese Stelle als ein Unfallschwerpunkt herausgestellt. Vier Unfälle gab es 2015, weitere vier 2016 und drei 2017. Darunter waren vier Unfälle, die sich beim Abbiegen ereigneten.

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