Arbeitsgericht

Sprockhöveler Filialleiterin soll Einnahmen gestohlen haben

Foto: dpa Picture-Alliance / Britta Pedersen

Hagen/Sprockhövel.   Die Filialchefin eines Discounters soll 4700 Euro aus dem Tresor gestohlen haben und würde gekündigt. Nur sie besaß einen Schlüssel.

Aus dem Tresor eines Geschäfts in Sprockhövel sind 4700 Euro verschwunden. Das kostete die langjährige Filialleiterin (46) den Job. Auch das von ihr angerufene Arbeitsgericht Hagen vermochte ihr nicht zu helfen (Az. 4 Ca 1985/17). Im Gerichtssaal flossen Tränen.

Es handelt sich um einen Haushaltswaren-Discounter

Der 6. November letzten Jahres war ein Montag. Für die Filialleiterin des Haushaltwaren-Discounters an der Hauptstraße sollte es sogar ein schwarzer Montag werden. Die 46-Jährige, die als Leiterin der Filiale allein über die Schlüssel verfügte, öffnete das Geschäft und den Tresor. Daraus entnahm sie die Geld-Kassetten für die Kassen. Als gegen Mittag das Personal wechselte, musste der Safe erneut geöffnet werden. Reine Routine, doch dann der Schock: Im Geldschrank fehlte die Geldtasche mit den Einnahmen vom Wochenende: 4700 Euro – spurlos weg.

Die Filialleiterin benachrichtigte die Verkaufsleitung

Die fassungslose Filialleiterin benachrichtigte die Verkaufsleitung. Das Unternehmen mit mehr als 220 Filialen hat seinen Sitz in Oberhausen. Dort reagierte man zunächst gelassen: Am nächsten Tag werde ein Mitarbeiter der Revision vorbeikommen. „Hätte man nicht die Polizei rufen müssen“, fragt sich die Frau heute.

Tags darauf erschien dann ein Revisionsprüfer. Die Filialleiterin musste den Inhalt ihrer Tasche vorzeigen und wurde intensiv befragt: Nein, sie hätte weder Büro- noch Tresorschlüssel jemals an Dritte weitergegeben. „Wo das Geld geblieben ist? Ich kann es mir nicht erklären. Ich habe es jedenfalls nicht genommen.“ Die Firma gab sich nicht zufrieden. Sie sprach neun Tage später die zweifache Entlassung der Filialleiterin aus: Eine fristlose Kündigung, und, falls diese vor Gericht nicht standhalten sollte, zusätzlich noch eine fristgerechte Kündigung.

Entlassung nach 13 Jahren tadelloser Tätigkeit

Das alles nach 13 Jahren tadelloser Tätigkeit. Die 46-Jährige reichte eine Kündigungsschutzklage ein. Doch Arbeitsgerichtsdirektor Jürgen Schlösser wies auf den Knackpunkt des Verfahrens hin: „Die Frage ist, wie dringend der Verdacht ist. Wenn Sie stets alleine im Besitz der Schlüssel waren, könnte es schwierig werden. Vielleicht kann es dann für eine Verdachtskündigung reichen.“ Die Klägerin wandte ein, wenn sie im Urlaub war, seien auch anderen Mitarbeiterinnen die Schlüssel überlassen worden. Es wäre also ein Leichtes gewesen, Nachschlüssel fertigen zu lassen. „Warum sollte ich das Geld nehmen? Wie blöd müsste ich sein? Es ist doch klar, dass der Verdacht sofort auf mich fallen würde. Ich arbeite gerne dort und ich hänge an diesem Arbeitsplatz.“ Die Vertreterin des Haushaltswaren-Discounters blieb hart: „Fakt ist, es ist ein Vertrauensbruch da.“

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