Demografie

Sprockhövel wird immer älter

Sprockhövel ist eine

Sprockhövel ist eine

Foto: Dietmar Wäsche

Sprockhövel.   Statistik-Jahresbericht sieht den Anteil der über 60-Jährigen in wenigen Jahren bei fast 40 Prozent. Andererseits bleibt die Bevölkerungszahl stabil.

Die Stadtverwaltung Sprockhövel hat ihren Jahresbericht zur demografischen Entwicklung vorgelegt. Das wesentliche Ergebnis lautet: Die Bevölkerung wird zunehmend älter, schrumpft jedoch kaum. „In den letzten elf Jahren ist der Bevölkerungsanteil, der über 60 Jahre lag, von 27,5 auf aktuell 32 Prozent gestiegen. Bald jeder dritte Sprockhöveler ist somit Senior, und das sind aktuell 8069 Personen“, führt Uwe Kellner aus, bei der Stadt auch für statistische Erhebungen zuständig. Eine Prognose, von Fachleuten des Ennepe-Ruhr-Kreises erarbeitet, sieht den Anteil der Alten in Sprockhövel 2025 bei 38 Prozent.

Erkenntnisse für die Stadtplanung

Niedersprockhövel, der größte Stadtteil, führt beim Thema Alterung an, 3104 von insgesamt 9484 Einwohnern gehören hier zum Seniorenbereich 60 plus (32,7 Prozent). Aber auch Haßlinghausen, der Größe nach Nummer zwei mit 8845 Einwohnern, steht mit einem Anteil von 32,4 Prozent nicht viel optimistischer da. Etwas weniger ältere Mitbürger haben dagegen Obersprockhövel und Niederstüter (28,7 und 30 Prozent). „Trotzdem muss beachtet werden, dass Niedersprockhövel im Gegensatz zu allen anderen Ortsteilen über eine besonders für ältere Menschen günstige Infrastruktur in den Bereichen Einkaufen, Medizin, Nahverkehr und Betreuung verfügt“, sagt Kellner, alles sei hier gut erreichbar. In Gennebreck, Obersprockhövel, Hiddinghausen und Niederstüter seien solche Angebote, die das Leben für Senioren erleichtern, eher Mangelware.

Während viele Städte mit zurückgehenden Einwohnerzahlen kämpfen, hat Sprockhövel 2018 gegenüber dem Jahr davor lediglich 26 Einwohner verloren – 0,1 Prozent; zum Stichtag 31. Dezember 2018 lebten 25.232 Menschen in der Gesamtstadt. „Die Aufnahme von Flüchtlingen in den Jahren 2014 bis 2016 hat die Einwohnerzahl kurzfristig um rund dreihundert steigen lassen, aber bereits 2017 war dieser Zuwachs wieder weg“, führt Uwe Kellner aus. Prägnant rückläufig sind die Zahlen für Haßlinghausen (- 49), Hiddinghausen (- 41), und Obersprockhövel (- 34), Anstiege bei den Bewohnern verzeichnen hingegen Niedersprockhövel (+ 24), Gennebreck (+5) und Niederstüter (+69).

„Die Zahlen sollen uns zeigen, wo wir stehen, und was getan muss, um die Stadt für die Zukunft zu rüsten“, sagt Kellner. So sind die Erkenntnisse aus der Alterung Sprockhövels wichtig für die Stadtplanung. „Denken Sie an die Umgehungsstraße und die Überlegungen für einen barrierefreien Busbahnhof in Niedersprockhövel“, sagt Uwe Kellner. Alles müsse zu Fuß erreichbar, die Steigungen im in dieser Hinsicht problematischen Sprockhövel dürften nicht zu groß sein – ein Grund, warum etwa die Tagespflege am Turm von der Bochumer Straße die Hauptstraße hinauf ziehen wird (wir berichteten). Barrierefreier Wohnraum, mehr Orte mit Verweilqualität und auch der am Montag zu eröffnende Generationenspielplatz zählen zu diesen Projekten.

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