Neue Serie

Sprockhövel und seine Wirtschaft

Sprockhövel ist ein Standort für gewerbliche Wirtschaft – hier das Gewerbegebiet Stephansbecke III in Haßlinghausen.

Sprockhövel ist ein Standort für gewerbliche Wirtschaft – hier das Gewerbegebiet Stephansbecke III in Haßlinghausen.

Foto: Hans Blossey

Auftakt zur Serie „Produkte aus Sprockhövel“. Stadtspitze verweist auf vorzeigbaren Branchenmix. Firmennachfrage nach Flächen.

Sprockhövel – eine Stadt mit großem Branchenmix. Sprockhövel – eine Stadt mit Einnahmen, die vergleichbar sind mit der von Nordrhein-Westfalens Landeshauptstadt Düsseldorf. „Weil das so beeindruckend ist, können Bürgermeister Ulli Winkelmann und 1. Beigeordneter Volker Hoven auch nicht verhehlen, dass sie auf diese Daten ausgesprochen stolz sind.

„Wir sind die einkommensstärkste Gemeinde im Ruhrgebiet, wir haben tatsächlich Einnahmen, die so hoch sind wie in Düsseldorf“, betont der Beigeordnete. „Probleme hat die Stadt eigentlich nur, weil sie ungewöhnlicherweise zwei Zentren hat. Haßlinghausen und Niedersprockhövel und aus dem Grunde alles doppelt vorhalten muss. Das bringt die Finanzprobleme. Ansonsten sähen wir richtig gut aus“, sagt Hoven. „Die Unternehmen hier sind gut aufgestellt, haben vor allem die Umstrukturierung vom früher beherrschenden Bergbau auf Bergbau-Zulieferprodukte gut geschafft“, freut sich Bürgermeister Ulli Winkelmann. „Hier werden qualitativ hochwertige Produkte hergestellt. Es gibt Firmen, die produzieren alles, was mit Öldruck zusammenhängt, andere haben sich aus Bergbauunternehmen heraus entwickelt und den Wandel gut überlebt“, sagt Wirtschaftsförderin Inge Döbbelin, die „ihre“ Betriebe alle gut kennt und stolz auf so einen vorzeigbaren Branchenmix in Sprockhövel ist.

„Unter anderem haben wir hier auch Unternehmen, die Weltmarktführer sind.“ Dadurch, dass die Unternehmen insgesamt so breit aufgestellt seien, gebe es für die Stadt eben auch eine Garantie, dass es in Krisenzeiten nicht gleich alle Arbeitsplätze der Stadt durchschüttelt. „Wir haben hier eine gute Mischung von produzierendem Gewerbe, Dienstleistung und Handwerk“, sagt Bürgermeister Winkelmann.

Ein Wermutstropfen bleibt aus Stadtsicht: Man würde gerne mehr Betriebe ansiedeln, auch die Nachfrage sei da. Was fehlt, ist die Fläche für Gewerbegebiete. Viele Grundstücke sind in privater Hand, andere gehören zu Naherholungsgebieten, die man nicht umwandeln kann. „Es gibt so gut wie keine Leerstände, die Firmen, die bei uns sind, wollen auch bei uns bleiben“, sagt Volker Hoven.

Arbeitslosigkeit unter Durchschnitt

Stolz ist die Stadtspitze auf die ausgesprochen hohe Qualifizierung, Spezialisierung und Bandbreite der Unternehmen. „Ich bin immer wieder erstaunt, was wir hier für unglaublich interessante und gesunde Unternehmen haben. Das ahnen die meisten gar nicht“, betont Wirtschaftsförderin Inge Döbbelin. Die Arbeitslosigkeit liegt deutlich unter dem Bundesdurchschnitt. Ein großes Lob für die Sprockhöveler Unternehmen hat Inge Döbbelin immer wieder. „Wir haben sehr viele Firmen, die in erster Linie die jungen Leute ausbilden und übernehmen, die hier aus Sprockhövel und Umgebung kommen. Die gehen sehr verantwortungsvoll mit den Jugendlichen um und sorgen auch dafür, dass gut ausgebildete gar nicht erst abwandern.“

„Was Sprockhövel immer wieder in eine angespannte Lage bringt, ist jedoch die Bipolarität“, erklärt Volker Hoven. Es müsse eben alles für die Bürger doppelt vorgehalten werden: die Kanalisation, Arztpraxen, Schulen, Büchereien. Ein Grund dafür, warum die Stadt bis 2020 am kommunalen Stärkungspakt teilnehmen müsse.

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