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Sprockhövel: SPD verliert ein Drittel ihrer Mitglieder

Die SPD hat in Sprockhövel mit Abstand die meisten Mitglieder, aber sie hat zuletzt auch deutlich verloren.

Die SPD hat in Sprockhövel mit Abstand die meisten Mitglieder, aber sie hat zuletzt auch deutlich verloren.

Foto: Heiko Kempken / FUNKE Foto Services

Sprockhövel.  Bei der SPD müssen Ortsvereine fusionieren – trotzdem ist sie in Sprockhövel größte Partei. Grüne schicken junge Interessenten in andere Städte.

Ein weiteres Mal haben sich Ortsvereine (OV) der SPD zusammengeschlossen, um „die Kräfte zu bündeln“, wie es heißt. Der Ortsverein Mitte fusionierte jetzt mit dem OV Niedersprockhövel-Stüter. In den vergangenen fünf Jahren hat die SPD fast ein Drittel ihrer Mitglieder verloren. Dennoch hat sie die Nase noch immer deutlich vor CDU, FDP und den Grünen.

Nur noch zwei Ortsvereine der SPD in Sprockhövel

Künftig hat die SPD also nur noch zwei Ortsvereine: Ober- und Niedersprockhövel-Stüter heißt der eine, Haßlinghausen-Hiddinghausen-Gennebreck der andere. CDU, FDP und Grüne haben schon seit Jahren einen einzigen Stadtverband und stabile Mitgliederzahlen, wie sie betonen. Aber auf niedrigerem Niveau als die SPD.

Die weitaus meisten Mitglieder haben immer noch die Sozialdemokraten - allerdings mit deutlichen Rückgängen in den vergangenen Jahren, auch durch Todesfälle. „Zurzeit haben wir 176 Mitglieder, vor fünf Jahren waren es noch circa 80 Personen mehr“, sagt Wolfram Junge, SPD-Fraktionsvorsitzender. Erst 2019 schlossen sich Haßlinghausen, Hiddinghausen und Gennebreck zu einem Ortsverein zusammen. „Es macht ja keinen Sinn, Strukturen aufrecht zu erhalten, wenn es in einem Ortsteil nur noch wenige Mitglieder gibt“, sagt Junge.

CDU stabil beim 120 Mitgliedern

„Bei uns gab es immer schon einen einzigen Ortsverband, der mit dem Stadtverband identisch ist“, so der Stadtverbandsvorsitzende der CDU, Christian Waschke. „Wir haben im Augenblick 120 Mitglieder, zwischen 110 und 120 haben wir aber schon seit Jahren. Das bleibt sehr stabil auf demselben Niveau.“ Dieser Stadtverband decke alle Ortsteile und alle Altersgruppen ab. Einen einzigen Ortsverband zu haben, sei sehr effektiv, man spreche mit einer Stimme.

Überalterung bei den Grünen

Dasselbe auf niedrigerem Niveau ist bei den Grünen der Fall. Sprecher Matthias Chantrain: „Unser Ortsverband ist mit 32 Mitgliedern relativ klein, aber mindestens die Hälfte ist richtig aktiv.“ 2019 habe man überdies fünf neue Mitglieder aufnehmen können. „Unser Problem ist, dass wir keine Universität haben. In Witten zum Beispiel liegt der Anteil der Grünen weitaus höher.“ Auch die Grünen haben mit Sterbefällen zu kämpfen, weil der Ortsverband relativ überaltert sei.

Es würden aber immer wieder neue Bürger in die Partei eintreten. Die Mitgliederzahl sei mittlerweile relativ konstant. „Als ich vor vier Jahren dazukam, hatten wir 25 Mitglieder.“ Ganz jungen Menschen, die in die Partei eintreten wollen, empfehle man allerdings, sich in einer anderen Stadt den Grünen anzuschließen, weil sie dann unter jungen Leuten sind und ihnen die Arbeit mit Sicherheit mehr Spaß mache.

Eintritte jüngerer in die FDP

Auch bei der FDP ist die Mitgliederzahl in dem einen Ortsverband sehr stabil. „Sie liegt jetzt bei 40 Personen. In jüngster Zeit sind eine Reihe von jungen Leuten in die FDP eingetreten. Es gibt zurzeit sehr viele, die gerne aktiv Politik machen wollen“, freut sich der Landtagsabgeordnete und Sprockhöveler FDP-Chef Bodo Middeldorf.

Als er vor 18 Jahren den Vorsitz übernahm, hatte seine Partei gerade mal die Hälfte der Mitgliederzahl. „Da hatten wir im Rat nicht mal Fraktionsstatus“, sagt er. Heute sitze die FDP mit drei Mitgliedern im Rat, zwischendurch seien es allerdings auch schon fünf gewesen. Mittlerweile gebe es aber eine sehr ausgeglichene Struktur.

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