Ministerpräsident

Sprockhövel: Middeldorf: Kemmerich hat der FDP geschadet

Bodo Middeldorf (FDP) aus Sprockhövel fordert Neuwahlen in Thüringen.

Bodo Middeldorf (FDP) aus Sprockhövel fordert Neuwahlen in Thüringen.

Foto: Manfred Sander

Sprockhövel.  Die FDP in Sprockhövel fordert Neuwahlen in Thüringen und Kemmerichs Rücktritt. Die CDU nennt die Wahl verwerflich und will eine stabile Mehrheit

Die FDP in Sprockhövel distanziert sich von der Wahl Thomas Kemmerichs zum neuen Thüringer Ministerpräsidenten. „Es gibt keinen Zweifel daran, dass Thomas Kemmerich mit sofortiger Wirkung von seinem Amt als Ministerpräsident zurücktreten muss“, erklärt der heimische Landtagsabgeordnete Bodo Middeldorf.

Schaden für die FDP

„Ich bin entsetzt und verärgert zugleich“, macht der Sprockhöveler deutlich. Als Demokrat könne er das Vorgehen in Thüringen nicht verstehen. „Thomas Kemmerich hat damit der FDP insgesamt Schaden zugefügt“, ist Middeldorf überzeugt. Er habe erwartet, dass Kemmerich die Wahl erst gar nicht annimmt.

Auch der Kreisvorstand der FDP im Ennepe-Ruhr-Kreis fordert Kemmerich auf zurückzutreten. So soll er den Weg für Neuwahlen in Thüringen frei machen. „Es darf keinen liberalen Ministerpräsidenten geben, der mit den Stimmen der AfD in das Amt gewählt worden ist“, betont Kreisvorsitzender Michael Schwunk.

Zusammenarbeit mit der AfD ausgeschlossen

In Nordrhein-Westfalen, im Ennepe-Ruhr-Kreis und Sprockhövel fahre die Partei „einen glasklaren Abgrenzungskurs gegen die AfD“, unterstreicht Middeldorf. Es dürfte überhaupt keine Art der Zusammenarbeit geben.

Zwar sei ein Ministerpräsident der Linken aus Sicht des FDP-Abgeordneten auch „nicht erstrebenswert“. Das rechtfertige aber in keiner Weise das Vorgehen in Thüringen.

CDU nennt Wahl verwerflich

Für die CDU in Sprockhövel erklärt Stadtverbandsvorsitzender Christian Waschke: „Es ist verwerflich, dass ein Ministerpräsident mit Stimmen der AfD gewählt wird.“

Neuwahlen fordert er nicht ausdrücklich, hält sie aber für wahrscheinlich, „um eine stabile Mehrheit zu bekommen“. Das sei „die eleganteste Möglichkeit, aus der Sache wieder herauszukommen“, so Waschke.

AfD in Sprockhövel

In Sprockhövel ist die AfD bisher – bis auf einen Informationsstand zur Europawahl – kaum in Erscheinung getreten. „Wir wissen nicht, ob sie in Sprockhövel zur Wahl antreten. Ich bin aber nicht so naiv zu glauben, dass uns das erspart bleibt“, sagt Middeldorf mit Blick auf seine Heimat. Deshalb will er seine Partei schon jetzt klar gegen die AfD positionieren.

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