Kinderbetreuung

Sprockhövel: Kita-Neubau an der Flurstraße auf der Kippe

Blick aus der Heidestraße über die Flurstraße in Sprockhövel. Auf der Fläche in unmittelbarer Nähe zur A43 sollte eine Kita gebaut werden. Jetzt steht der Neubau auf der Kippe.

Blick aus der Heidestraße über die Flurstraße in Sprockhövel. Auf der Fläche in unmittelbarer Nähe zur A43 sollte eine Kita gebaut werden. Jetzt steht der Neubau auf der Kippe.

Foto: Walter Fischer / FUNKE Foto Services

Sprockhövel.  Ob an der Flurstraße in Haßlinghausen eine Kita gebaut wird, ist unklar. Ein neuer Standort wird diskutiert. Der Bau verzögert sich so um Jahre.

An der Flurstraße in Haßlinghausen soll eine neue Kita entstehen. Seit einigen Monaten steht dieser Beschluss fest und auch die Awo als Betreiber der neuen Einrichtung. Doch jetzt steht alles auf der Kippe, denn plötzlich kommt wieder ein ganz neuer Standort für die Kita ins Gespräch.

SPD und Verwaltung schlagen neuen Standort vor

Im Umweltausschuss war der geplante Kita-Neubau Thema. Diskutiert werden sollte über einen Antrag der Grünen. Sie wollten die Verwaltung beauftragen, eine Planung und Kostenschätzung für einen einseitigen Fuß- und Radweg zu erstellen, weil die Straße sehr schmal und die Sicherheit von Eltern und Kindern nicht gewährleistet sei. Doch die Diskussion nahm einen völlig anderen Verlauf.

Eltern können ihre Kinder bereits seit Ende des Jahres für die neue Einrichtung anmelden, die im August starten soll. SPD und Verwaltung erklärten nun, man habe noch einen anderen Standort im Blick: Das Grundstück Am Susewind, das hinter dem Bauhof nahe der Wittener Straße liegt. Die SPD habe sich das Gebiet Flurstraße noch einmal angesehen und festgestellt, dass die Verkehrsführung nicht optimal sei.

Argumente gegen die Flurstraße gab es von Monaten schon

Der Erste Beigeordnete Volker Hoven erklärte, man sei dran, mit der Eigentümerin des Grundstücks Am Susewind zu sprechen. Das sei ein guter Standort. Die Flurstraße liege doch wirklich nah an der Autobahn. „Wir haben lieber eine längere Interimslösung und lassen die Kita-Container länger stehen, als dreißig Jahre eine schlechte Lösung zu haben.“

Argumente, die bereits vor Monaten, als die Entscheidung für die Flurstraße fiel, Thema waren. Felix Steindorf (CDU) kritisierte entsprechend genauso wie die Ausschussvorsitzende Britta Altenhein (Grüne), dass fünf Monate jetzt ins Land gegangen sind. Die Zeit hätte man lieber nutzen können, um auf dem Weg zu einer Kita schneller voranzukommen. Steindorf stellte noch einmal klar, dass SPD und Verwaltung alle kritischen Argumente, die man vor Monaten zum Bereich Flurstraße angebracht habe, in den Wind geschlagen hätten.

Neue Kita wird erst in zwei bis drei Jahren stehen

Jetzt kam auch von Seiten der Verwaltung der Einwand, dass man eine neue konzeptionelle Verkehrsführung für die Straße brauche. Susanne Görner vom Fachbereich Planen, Umwelt erklärte, es gebe auf der Straße keine Wendemöglichkeit und Volker Hoven unterstrich: „Wer mal da war, weiß, das führt zu Chaos, wenn 50 Eltern ihre Kinder dahinbringen.“

Er gehe davon aus, dass man sich jetzt auf der Suche nach einem neuen Standort, auf eine längere Interimslösung einstellen müsse. „Aber wir brauchen Luft zum Durchatmen. Es wird zwei bis drei Jahre dauern, bis die neue Kita errichtet ist.“ Es sei nicht einfach gewesen, eine Alternative zu finden.

Vor Bau an der Flurstraße müsste die Straße saniert werden

Susanne Görner betonte, man habe lange Zeit intensiv nach einer anderen Lösung gesucht. Man brauche ja ein Grundstück, dass auf jeden Fall 1400 Quadratmeter groß sei.

Sollte es mit dem Standort Susewind nichts werden und man schließlich doch auf die Flurstraße zurückgreifen müssen, sollte zuerst die Straße saniert werden. Das war der weitergehende Plan der FDP, dem sich dann die Grünen anschlossen und der Zustimmung im Umweltausschuss fand.

Kita-Betreiber Awo muss neu planen

Jochen Winter, Geschäftsführer der Awo Ennepe-Ruhr, die den Zuschlag zum Betrieben der neuen Kita erhalten hatte, erklärte, ihm sei es letztendlich egal, wo die Kita entstünde. „Es ist ja bisher nichts angebrannt.“ Er habe aber in dieser Woche das Gespräch mit der Verwaltung gesucht, um sich gemeinsam mit allen Beteiligten die Standorte noch einmal anzusehen. Denn die Lage der Kita beeinflusse auch den Bau und die inhaltliche Ausrichtung. Man werde noch einmal neu überlegen müssen.

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