Spendenaktion

Sprockhövel: Ex-Mister-NRW und Bloggerin sammeln Spenden

Farina Witt und Maik Geilenbrügge aus Sprockhövel sind auf Weltreise. In Australien sammeln sie Spenden für eine Zuflucht für verletzte und verwaiste Wombats.

Farina Witt und Maik Geilenbrügge aus Sprockhövel sind auf Weltreise. In Australien sammeln sie Spenden für eine Zuflucht für verletzte und verwaiste Wombats.

Foto: Witt/Geilenbrügge

Sprockhövel.  Maik Geilenbrügge und Farina Witt aus Sprockhövel sind auf Weltreise. In Australien starten sie eine Spendenaktion für im Feuer verletzte Wombats

Die Welt bereisen und sie gleichzeitig ein wenig besser machen, das haben sich Maik Geilenbrügge (27) und Farina Witt (28) aus Sprockhövel vorgenommen. Seit fast drei Monaten sind die beiden inzwischen unterwegs, davon einige Wochen in Australien. Die Situation dort hat die beiden Sprockhöveler so berührt, dass sie ein besonderes Engagement für verletzte Wombats planen. Außerdem haben sie eine Spendenaktion gestartet, für die sie noch Unterstützung suchen.

Hilfe in Zufluchtsstation für Wombats

„Einfach mal aus dem System ausbrechen und für 14 Monate die Welt bereisen“ – das, sagt Farina Witt, hat sich das Paar vorgenommen. Also machten sich die Bloggerin, die aktuell ihr erstes Buch schreibt und der Baufinanzierungsberater bei der Volksbank Sprockhövel, der 2017 Mister NRW war, auf den Weg. Dabei sollte es nicht nur eine Urlaubsreise für die beiden werden, wie Farina Witt betont: „Ich will die wahre Welt sehen und helfen. Einen Unterschied machen und sei er noch so klein. Einfach mal zurückgeben und ein Beispiel setzen.“

Helfen werden die beiden nun auch in Australien – ab dem 24. Februar in einer Zufluchtsstation für Wombats. Obwohl sie bereits seit mehreren Wochen in Australien sind, haben Geilenbrügge und Witt von den verheerenden Feuern bisher nicht viel mitbekommen, wie sie berichten. Im Westen des Landes spiele sich das Leben wie gewohnt ab. Die Australier seien grundsätzlich an Feuer gewöhnt, erklärt Witt, die das Land sieben Mal bereiste. „Doch so wie aktuell war es noch nie. Das hören wir immer wieder.“

Große Hürden für Helfer

Die 28-Jährige und ihr Lebensgefährte wollen helfen, standen aber zunächst oft vor großen Hürden. „Dass es so schwer sein wird, überhaupt helfen zu können, hätten wir nicht gedacht. Viele Organisationen wollten erst Geld sehen, bevor wir für sie hätten arbeiten können“, ärgert sich Farina Witt.

Ihre Recherche führte sie schließlich zum „Majors Creek Wombat Refuge“, der Zufluchtsstation für die australischen Beuteltiere, die 2002 gegründet wurde. „Bill und seine Frau Les, machen hier alles selbst. Nehmen die Tiere bei sich zu Hause auf, ziehen sie groß und päppeln sie auf. Bis sie stark genug sind, zurück in ihren natürlichen Lebensraum entlassen zu werden.“ Die Sprockhöveler wollen sie dabei zwei Wochen lang helfen – bei Reparaturarbeiten, der Pflege und Aufzucht der Tiere.

Spendenaktion zur Pflege der Beuteltiere

Unterstützen wollen die beiden auch mit Geld und haben eine Spendenaktion ins Leben gerufen. Aber: „Unsere eigene Spendenkampagne zu gründen, war alles andere als leicht.“ Beide informierten sich, eröffneten ein eigenes Spendenkonto und startete online eine Kampagne für die sie auf ihrem Instagram-Account werben.

„Keine ganze Woche nach Start der Aktion waren es bereits 2000 Euro“, freut sich Witt. „Ein Wombat kostet in zweieinhalb Jahren 1400 Dollar, also knapp 850 Euro, um ihn vollständig großzuziehen und aufzupäppeln“, erklärt sie. Inzwischen haben die Reisenden über ihr privates Spendenkonto und die Online-Plattform bereits mehr als 3500 Euro für den guten Zweck gesammelt. Vorgenommen haben sie sich, den Betreibern der Wombathilfe 6500 Euro überreichen zu können.

Maik Geilenbrügge und Farina Witt sind gespannt auf die Arbeit mit den Wombats. „Wir sind keine Superhelden, sondern einfach zwei junge Menschen, die jeden Tag ein bisschen mehr geben wollen, als zu nehmen“, betonen sie. Damit wollen sie andere inspirieren, es ihnen gleichzutun.

Gemeinnützige Organisationen in Indien

Australien ist bereits die dritte Station von Farina Witt und Maik Geilenbrügge auf ihrer Weltreise. Auch in den vorherigen Ländern haben sich die Sprockhöveler abseits der üblichen Touristenpfade bewegt.

„In Indien haben wir gemeinnützige Organisationen besucht, die vor allem Frauen und Kindern eine Zukunft bieten“, berichtet die 28-Jährige Farina. Dort lernen die Kinder und Frauen zum Beispiel Lesen und Schreiben. Die beiden Sprockhöveler waren berührt von der Armut und der Lebensfreude, die diese Menschen dennoch haben: „Im materiellen Sinne haben diese Menschen so viel weniger als wir. Doch sieht man ihr Strahlen und die Freude, am Lernen und dem Leben selbst, erkennt man: Sie sind so viel reicher als wir“, ist Farina Witt beeindruckt.

Müllsammeln an Balis Stränden

Als zweites besuchten die Weltenbummler Bali. Auch hier waren beide begeistert von der Herzlichkeit, aber auch erschrocken von den Müllmengen entlang der Wege. „Einen Abend wollten wir uns einen Sonnenuntergang, an einem der wunderschönen Strände in Uluwatuu ansehen. Und blickten dabei direkt auf einen nicht enden wollenden Pfad aus Plastikmüll, den die Flut an den Strand gespült hatte.“

Auf der kleinen Insel Gili Air sammelten die beiden den Müll in einer großen Tüte ein: „Die war fast so groß wie ich, 1,67 Meter, und anderthalb Stunden später war sie voll“, sagt Witt. Die Funde: Flipflops, T-Shirts, eine halbe Barbiepuppe, Strohhalme und viele Plastiktüten, Plastikeimer und Plastikbecher.

Weitere Traumziele auf ihrer Weltreise

Die Sprockhöveler wollen auch auf ihrer weiteren Reise aktiv werden: „Weil wir, in Indien und Bali, bereits so viel Leid gesehen haben. Menschen, Tiere und damit auch verwahrloste Kinder, die auf überfüllten und zu gemüllten Straßen, ums nackte Überleben kämpfen. Weil so viele wegschauen!“

Wohin es nach Australien geht, steht noch nicht fest. Traumziele wären für die Reisenden San Francisco, Los Angeles, Bora Bora und auch Italien. Farina Witt ist sicher: „Es bleibt spannend und öffnet mit jedem Land nicht nur unsere Augen, sondern vor allem unser Herz.“

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