Flüchtlinge

Sporthalle bleibt ungenutzt

Die fertig hergerichtete Notunterkunft in der Sporthalle Haßlinghausen: Noch ist kein Flüchtling gekommen. 

Die fertig hergerichtete Notunterkunft in der Sporthalle Haßlinghausen: Noch ist kein Flüchtling gekommen. 

Foto: Fischer

Sprockhövel.   Die Stadt sollte 150 Flüchtlinge in der Haßlinghauser Dreifachsporthalle aufnehmen. Doch bislang kam niemand, die Halle steht noch leer.

Unzählige Helfer – Vereine, DRK, Flüchtlinge, Dolmetscher, Kleiderkammer, Flüchtlinge, Verwaltung und viele weitere – bereiteten die Haßlinghauser Dreifachsporthalle auf die Ankunft von 150 Flüchtlingen vor. Dann passierte: nichts. Die Halle steht weiterhin leer.

„Doch an der Hallensituation wird sich nichts ändern“, sagt Uwe Kellner von der Stadt. Wie lange die Halle nicht genutzt werden kann, vermag auch er nicht abzuschätzen. „Wahrscheinlich ein halbes Jahr.“ Zurzeit laufen wiederholt Gespräche im Kreis und bei der Stadt, um die aktuelle Situation zu erörtern und zu bewerten. Ergebnisse lagen bei Redaktionsschluss noch nicht vor.

Nur 50 Flüchtlinge kamen an

Ein Rückblick: Am vergangenen Dienstag unterrichtete die Bezirksregierung in Arnsberg die Kreisverwaltung in Schwelm, dass die Einrichtung von weiteren Erstaufnahmeeinrichtungen im Ennepe-Ruhr-Kreis notwendig wird. Insgesamt erst 400, dann 350 Flüchtlinge sollten ankommen. Je 150 hätten in Sprockhövel und Ennepetal eine vorläufige Bleibe finden sollen, 50 in Witten. Seit der Nachricht tagte ein Krisenstab nach dem anderen, und in einem logistischen Kraftakt bereiteten die Stadtverwaltungen ihre Hallen vor. Andere Aufgaben der Verwaltungen konnten nur eingeschränkt ausgeübt werden.

Ein Schwenk nach Ennepetal, Freitagabend, Betriebshof des Verkehrsverbunds Ennepe-Ruhr: Hier kamen schließlich nur 50 der 350 erwarteten Flüchtlinge an, die nach der Registrierung und einer ersten Untersuchung auch direkt in dieser Stadt unterkamen. Fünf von ihnen, meldet der Kreis, mussten zunächst stationär behandelt werden. Wo die restlichen Flüchtlinge abgeblieben sind?

Darüber wird spekuliert. Irgendwo zwischen München – Startort für die Menschen, die mit dem Zug von dort abreisten – und Ennepetal sind von insgesamt 800 Flüchtlingen 414 verschwunden. Vielleicht beim Umsteigen, auch die Notbremse soll gezogen worden sein. Die Gründe, die sie dazu bewogen hat, liegen völlig im Dunkeln. Wahrscheinlich wollten sie die Registrierung in Deutschland umgehen und die Niederlande oder Schweden erreichen.

Sprockhövels Stadtverwaltung nimmt diese Entwicklung recht gelassen hin. Für die Stadt steht fest: „Wir werden das auch noch einmal machen, doch beliebig wiederholbar wird das nicht sein“, sagt Kellner. Vorwürfe, gleich in welche Richtung, gebe es nicht. Nur Informationen sollten schneller weitergeleitet werden. Dafür war die Spendenbereitschaft der Sprockhöveler überwältigend. „In manchen Bereichen sind wir übervoll“, sagt Miriam Venn von der ehrenamtlichen Flüchtlingshilfe, die auch eine Kleiderkammer betreibt.

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