Konzert

Schandmaul begeistern 1000 Fans

Foto: Funke Foto Services

Sprockhövel.   Die Mittelalter-Folk-Rock-Band sorgt beim Benefizkonzert für den Verein „sunshine4kids“ in der Glückauf-Halle für Stimmung. Viele Zuschauer kamen von weit her nach Sprockhövel.

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In der deutschsprachigen mittelalterlich angehauchten Folk-Rock-Szene hat sich die Band Schandmaul schon längst einen Namen gemacht. Und nun trieb es sie auch auf die Bühnenbretter der Niedersprockhöveler Glückauf-Halle. Gemeinsam mit 1000 Fans – schon Tage vorher war keine einzige Karte mehr für das Benefizkonzert zu bekommen – feierte die Band eine ganz besondere Nacht: Die Walpurgisnacht. Und noch viel mehr. Gemeinsam mit den Kindern, denen sich der Verein „sunshine4kids“ angenommen hat, führten sie ein Musical mit vielen Schandmaul-Klassikern auf.

Der Verein – zugleich Konzertveranstalter – kümmert sich um Kinder, die eine schwere Zeit durchmachen müssen, ganz gleich, ob sie ihre Eltern verloren haben, Heim-, Pflege- oder Schattenkinder sind oder an Krebs erkrankten. Der Konzerterlös war zur Unterstützung dieser Arbeit gedacht. Und Schandmaul war von der Idee begeistert, verzichtete sogar auf die Gage.

Das Musical stimmte also schon mal bestens auf den Abend ein. Und als nach einer Pause das eigentliche Benefizkonzert anfing, war die Stimmung schon längst auf dem Siedepunkt, die ersten Besucher hatte die Tanzwut gepackt. Schandmauls Musik klingt ungewöhnlich. Denn auf der Bühne kommen nicht nur die klassischen Instrumente der Rockmusik, wie Bass, Schlagzeug, akustische und E-Gitarre zum Einsatz. Erst mit den Klängen von Schalmei, Drehleier oder Dudelsack sind die Arrangements der Stücke vollständig – ungewöhnlich, aber mitreißend. Und erst auf der Bühne zeigt die Band, was in ihr steckt. Das war in der Glückauf-Halle nicht anders.

Auch wenn Frontmann Thomas Lindner bei manchem Stück, wie bei Drachentöter, einen Wackler im Text hatte – den er buchstäblich wegimprovisierte – war der Draht zum Publikum von Anfang an da. Die Bandmitglieder animierten, machten Stimmung und tanzten auf der Bühne. Gerade Anna Katharina Kränzlein und Birgit Muggenthaler, die beiden sorgen mit dem Spiel der außergewöhnlichen Instrumente erst für den Schandmaul-Sound, blieben kaum einen Moment ruhig stehen. Und im Publikum? Da war Mitsingen angesagt. Ob zu Vogelfrei, Der Teufel hat den Schnaps gemacht oder zu Teufelsweib, dem ersten Schandmaul-Stück überhaupt.

Gäste sogar aus der Schweiz

Torsten, 35 Jahre alt und aus Gummersbach, sah die Band nicht zum ersten Mal. „Und ich bin wieder mal begeistert.“ Passend zur mittelalterlich angehauchten Musik – wobei das Mittelalter eher eine untergeordnete Rolle spielt – hielt er locker ein Trinkhorn an der Hüfte. Und irgendwie hatte er die Helfer an der Bar überzeugen können, die Getränke direkt ins Horn abzufüllen. Holger Sandmann ist Nähe von Mainz extra für Schandmaul nach gekommen. „Aber hier ist auch irgendwer, der aus der Schweiz ist“, sagte er. „Und ich selbst bin mal nur über ein Wochenende nach Moskau gereist, um die Band zu sehen.“

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