Stadtfest

Regenwetter verdirbt Sprockhövel nicht das Stadtfest

Zwischen den dunklen Wolken gab’s zeitweise auch Sonnenschein beim Stadtfest in Niedersprockhövel.

Zwischen den dunklen Wolken gab’s zeitweise auch Sonnenschein beim Stadtfest in Niedersprockhövel.

Foto: Manfred Sander

Sprockhövel.   Das 23. Stadtfest trumpfte wieder mit einem ansprechenden Programm auf.Die Aufführungen auf den Bühnen kamen besonders gut an.

An dem kleinen Julius hätte der legendäre Forst-Poet Erich Kloss seine helle Freude gehabt. Der Zehnjährige stand am Samstagnachmittag an der rollenden Waldschule des Hegerings Sprockhövel vor einer großen Galerie ausgestopfter heimischer Wildtiere und konnte sie alle benennen – ob gefiedert oder im Fell. „So einen hatten wir hier lange nicht“, staunte Ines Hempel, die mit ihrem Ausstellungswagen regelmäßig Schulen und Kindergärten besucht.

Das Kinderprogramm auf dem 23. Stadtfest in Niedersprockhövel konnte sich wieder sehen lassen, im „Volksbank-Kinderland“ wechselten sich ab Samstagmittag muntere Tanzflöhe der entsprechenden TSG-Abteilung mit der Puppenbühne der Verkehrspolizei mit Vorträgen zweier Kindergärten und beeindruckenden Showskating-Einlagen auf Rollschuhen zu Ballettmusik von Tschaikowsky auf einer Bühne ab. „Alles sehr beeindruckend und gekonnt aufgeführt“, lobte die Moderatorin Rita Gehner.

Dabei hatte auch der Samstag nach einem völlig verregneten Stadtfestbeginn am Freitagabend mit heftigen Niederschlägen begonnen. „Meine Kinder hatten eigentlich gar keine Lust, hier her zu kommen“, sagte Iris Knäpper aus Gevelsberg mit zwei Töchtern auf dem Schoß. Doch als am frühen Nachmittag dann doch endlich die Sonne versöhnlich auf Niedersprockhövel herabstrahlte, stieg die Stimmung merklich an. Kreischend vor Freude versuchten sich einige Kinder beim Entenangeln, verputzten frische Waffeln und tobten auf einer mächtigen Hüpfburg.

Viel Einsatz der Gartenfreunde

„Wenn es nicht gerade wie aus Eimern und ununterbrochen regnet, kann man trotzdem seinen Spaß haben auf solchen Volksfesten“, meinte Fritz Berken, der sich mit Gattin Kordula und der Schwägerin auf dem Kirchplatz auf einer Bank zum Kaffee niedergelassen hatte. Im Schatten der Zwiebelturmkirche zeigten die Gartenfreunde Sprockhövel, was sie zur Gemütlichkeit eines großen Festes beizusteuern in der Lage sind. Gerne kehrten viele Festbesucher hier ein, besorgten sich Wertmarken und ließen sich auf einen gepflegten Plausch nieder. „Besonders unser selbst gemachter Kuchen ist hier ein Renner“, frohlockte der Vorsitzende Hans-Walter Sante. Das Stadtfest beschere den Gartenfreunden wesentliche Einnahmen für das Vereinsleben.

Bis zum nächsten Regenguss am späteren Nachmittag war die Hauptstraße hinauf gefühlt ebenso viel Umtrieb wie im vergangenen Jahr. „Man schlendert hier die Straße rauf und am Infostand der eigenen Krankenkasse fällt einem ein, dass man doch immer schon mal etwas nachfragen wollte“, sagte etwa Elli Drolshagen. Dem Pensionär Horst Walther hatten es die Ausstellungsstücke diverser Autohäuser angetan. „Während meine bessere Hälfte der Nachbarschaft von unserem letzten Urlaub erzählt, lasse ich mich mal beraten“, sagte der 76-jährige Hattinger, der hinter dem Steuer eines voluminösen Kombi Platz genommen hatte. Viele Geschäfte entlang der Hauptstraße hatten vor der Ladentür Stände und offene Zeltdächer aufgebaut, um mit interessierten Passanten ins Gespräch zu kommen.

Als wichtige Magneten des Stadtfestes erwiesen sich erneut die Sparkassen-Bühne mit dem Oktoberfestzelt und die AVU-Bühne an der Von-Galen-Straße. Von Freitag bis Sonntag gab es hier Musik für jeden Geschmack. „Wenn die Mucke stimmt, ist Regen kein Thema“, sagte die Studentin Hera Bleibtreu unter ihrem Schirm.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben