Gericht

Raub, Erpressung, Waffen: Spielhallen-Räuber muss in Haft

Der Angeklagte Viktor H. mit seinem Verteidiger Timo Scharrmann.

Der Angeklagte Viktor H. mit seinem Verteidiger Timo Scharrmann.

Foto: Helmut Ullrich

Sprockhövel.  In Haßlinghausen überfiel ein 38-Jähriger eine Spielhalle. Das Landgericht in Hagen urteilte: Er muss ins Gefängnis. Das trieb ihn zu der Tat:

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Mit gesenktem Kopf verfolgt Viktor H. (38) den Urteilsspruch des Gerichts: Er hatte eine Spielhalle in Sprockhövel überfallen, wenige Tage zuvor dort auch heimlich in die Kasse gegriffen. Als ein Pärchen in Breckerfeld ausgeraubt wurde, war er einer der beiden Täter. Obwohl das Gericht zu seinen Gunsten urteilte, wird der 38-Jährige lange eingesperrt bleiben.

Mitarbeiterin mit einer Waffe bedroht

Das Landgericht Hagen schickte ihn jetzt für insgesamt sieben Jahre hinter Gitter.

Die Spielhallen-Servicekraft (29) blickte in die Mündung einer Waffe. Vor ihr stand, in nur einem Meter Entfernung, ein Räuber, der sich eine Wollmütze tief ins Gesicht gezogen hatte. Er forderte: „Gib mir das Geld, Geld, Geld!“ Das war am 11. April des vergangenen Jahres, um 7.43 Uhr morgens, im Spiel-Treff an der Mittelstraße in Haßlinghausen.

Die völlig verängstigte Frau stopfte 400 Euro aus der Kassenlade in den schwarzen Rucksack des Täters. Dann wurde sie gezwungen, sich selbst in der Toilettenkabine von innen einzuschließen. Der Räuber verschwand unerkannt mit der Beute.

Diebstahl wenige Tage zuvor

Bereits vier Tage zuvor, am 7. April 2018, war der Mann in derselben Spielhalle in Sprockhövel gewesen. Diesmal getarnt mit einem Motorradhelm, trug er eine Schusswaffe in der Hand. Er wurde jedoch nicht bemerkt, denn die Spielhallenaufsicht (51) war in einem Nebenraum mit dem Staubsauger beschäftigt. Spontan und unbemerkt griff er in die Kasse und stahl daraus 3000 Euro. Die Überwachungskamera filmte die Tat.

Viktor H. war von vornherein geständig: „Ich habe alles, was mir vorgeworfen wird, gemacht. Und es tut mir auch leid.“ Er sagt: „Ganz dringend brauche ich eine Therapie.“ Seit vielen Jahren ist er von Heroin und Kokain abhängig.

Drogensucht trieb ihn zu den Taten

Der Suchtdruck trieb ihn zu den Taten. Deshalb hatte er auch, zusammen mit einem Mittäter, den er nicht benennen will, in einer Wohnung in Breckerfeld ein Pärchen überfallen und ausgeraubt. Die Beute: Ein Tablet und 200 Euro Bargeld.

Die 9. Große Strafkammer erkannte im Urteil auf gemeinschaftlichen schweren Raub, auf schwere räuberische Erpressung und auf Diebstahl mit Waffen. Der Angeklagte habe sein Geständnis in völliger Offenheit abgelegt, lobte Vorsitzender Richter Bernard Kuchler: „Ein Geständnis hat einen hohen Stellenwert. Das hat sich hier erheblich zu seinen Gunsten ausgewirkt.“

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