Müll

Bürger wuchten nasses Laub in extra aufgestellte Container

Michael Stein (67) brachte zusammen mit seinem Enkel Marcel (7) reichlich Laub zum Container an der Glückauf-Halle in Sprockhövel – der Rest der Familie fegte derzeit Laub für weitere Transporte.

Michael Stein (67) brachte zusammen mit seinem Enkel Marcel (7) reichlich Laub zum Container an der Glückauf-Halle in Sprockhövel – der Rest der Familie fegte derzeit Laub für weitere Transporte.

Foto: Manfred Sander

Sprockhövel.   Sammelaktion an der Glückauf-Halle lief am Wochenende gut. Bürger sind froh, Garten- und Straßenlaub abgeben zu können.

Es ist gerade 9.40 Uhr, da fährt Helmut Seifert an der Glückauf-Halle in Niedersprockhövel vor. Sein Ziel: der riesige Laubcontainer. Nach Singen ist dem 1. Vorsitzenden der Chorgemeinschaft Sprockhövel an diesem kalten Morgen nicht zumute. Er hat nur eines im Sinn: Die vier Säcke voll mit Laub aus seinem Garten loszuwerden.

Eigentlich beginnt die Laubsammelaktion an diesem regnerischen Samstag erst um 10 Uhr. Aber, wenn man weiß, wie’s geht, ist der Container mit zwei Griffen offen, die Bürger können mit ihrer Schüttaktion loslegen. Der 79-Jährige hat eine Roteiche im Garten mit 32 Zentimeter langen Blättern. „Es kommt schon einiges runter im Herbst.“ Davon kann er ein Lied singen.

Entspannter Entsorgungsmorgen

Um kurz vor 10 Uhr kommt ein großer Müllwagen mit zwei Männern. Anpacken müssen sie vorerst nicht, sondern nur ein waches Auge darauf haben, dass wirklich nur Laub das Containerinnere erreicht. Zumindest in der ersten halben Stunde fahren die Autos im Minutentakt vor. „Ich weiß gar nicht, warum die Stadt so eine Aktion nicht über 24 Stunden laufen lässt. Dann würde sich das Ganze besser verteilen. So müssen alle sehen, dass sie zwischen 10 und 14 Uhr hierhin kommen“, kritisiert ein laubbepackter Mann. An diesem Morgen geht es absolut entspannt zu.

Aber viele Gartenliebhaber haben an diesem Standort schon anderes erlebt. Mal waren zwei Container aufgestellt und kaum jemand kam. Ein anderes Mal wurde ein einziger Container vorgehalten und als es offiziell losging, um 10 Uhr, hieß es: Nichts geht mehr. Der Standort wird gelobt. Die beiden 40-Kubikmeter-Container sind so platziert, dass die Autos drum herumfahren können.

Parkplatzchaos blieb wegen guter Organisation aus

Ein Parkplatzchaos kann es auf diese Weise nicht geben. Manche schleppen körbeweise Laub aus ihrem Wagen. Aber keine Blätter von Garten-, sondern von Straßenbäumen. Ein Bewohner der Erlbruchstraße fragt sich, warum Sprockhövel nicht auch Laubkörbe aufstellt wie so viele andere Städte. „Ich muss mich immer um das Straßenlaub kümmern und die zum Teil schweren Säcke mit nassen Blättern an den Sammelstellen abgeben. Das geht doch auch anders“, ist er überzeugt.

Peter Reiser wuchtet ebenfalls Säcke mit feuchten Blättern in den Container. Er findet die Sammelaktion begrüßenswert, da kann er die Massen an Grünzeug von der Buche in seinem Garten loswerden. Auf Hilfe aus der jungen Generation kann Michael Stein (62) bauen. Seit dem frühen Morgen unterstützt ihn tatkräftig Enkel Marcel (7). Während die beiden einen Sack nach dem anderen ausleeren, füllen Papa, Mama, Oma und die Schwester zu Hause die nächsten Beutel mit Laub.

Fahrt zum Container lohnt sich für die Bürger

Auf locker 20 Säcke „Bio-Abfall“ kommen Petra und Jürgen Goehrke aus Horath. Sie wohnen 100 Meter von der Grenze zu Wuppertal entfernt. Da ist der Weg zur Glückauf-Halle eine kleine Weltreise. Aber eine lohnende.

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