Fahrradklima-Test

Radfahrer geben Sprockhövel die Note 3,8

Die Sprockhöveler Radfahrer lieben ihre Glückauf-Trasse, doch für das Fahrradklima in der Stadt geben sie mittelmäßige Noten.

Die Sprockhöveler Radfahrer lieben ihre Glückauf-Trasse, doch für das Fahrradklima in der Stadt geben sie mittelmäßige Noten.

Foto: Fischer

Sprockhövel.   Allgemeiner Deutscher Fahrradclub gibt Ergebnisse des Fahrradklima-Tests bekannt: Sprockhövel landet wie in den Vorjahren auf mittlerem Platz.

In Berlin sind am Dienstagmittag die Ergebnisse des ADFC-Fahrradklima-Tests von 2018 bekannt gegeben worden. Unter den 364 teilnehmenden Städten bis 50.000 Einwohner belegt Sprockhövel mit Platz 207 einen mittleren Rang – ähnlich wie bereits 2014 und etwas schlechter als bei der Teilnahme 2012. Insgesamt nahmen in Sprockhövel 80 Personen an der Online-Befragung teil, deren Bewertung endet für die Stadt mit der eher mittelmäßigen Gesamtnote 3,84. Zum Vergleich: In derselben Kategorie wie Sprockhövel hat die Nachbarstadt Gevelsberg den 184. Platz belegt und gilt als einer der besten Aufholer beim Thema Radfahren; Hattingen hingegen belegt nur Platz 81 von 98 in seiner Kategorie mit einer Gesamtnote von 4,15.

Münster ist wieder Fahrradhauptstadt

Die Online-Umfrage, die in Sprockhövel vom Arbeitskreis Radverkehrsförderung begleitet wurde, hat den Anspruch, Deutschlands unangefochtene Fahrradhauptstadt zu küren (es war wieder Münster, in der Kategorie der Städte bis 50.000 Einwohner Reken in Westfalen), weitere Fragen an die bundesweit 170.000 Teilnehmer betrafen die Fahrradfreundlichkeit und die Sicherheit auf den Straßen.

Ampelschaltungen eher radfahrunfreundlich

Themen, die die Sprockhöveler Befragten als besonders wichtig erachteten, waren das Sicherheitsgefühl, die Breite und Oberfläche der Wege für Radfahrer. die Hindernisfreiheit und die Abstellmöglichkeiten für Fahrräder. Die Sprockhöveler Interviewten äußerten sich auch zu Stärken und Schwächen des Radfahrens in ihrer Stadt. Positiv wurde erwähnt, dass es hier kaum Fahrraddiebstahl gebe, das Stadtzentrum gut erreichbar ist und das Radfahren in Sprockhövel einfach Spaß mache. Negativ schlägt dagegen der mangelnde Winterdienst auf den Radwegen zu Buche, die Tatsache, dass nur wenige Einbahnstraßen für Radfahrer geöffnet sind, die Ampelschaltungen wenig Rücksicht auf Zweiräder nehmen und ein zu geringes Angebot öffentlicher Leihfahrräder besteht.

Forderung nach mehr Radwegen

Zum Tag der Auswertung melden sich auch die Kritiker zu Wort, die das Thema Radverkehr generell als zu wenig prominent in der Kommunalpolitik vertreten fühlen. „Der Unterschied zu einer Stadt wie Wuppertal, die beim Fahrradklima-Test besonders für ihre Verbesserungen gewürdigt wurden, wird an der Schmiedestraße deutlich“, sagt Grünen-Vorstandsmitglied Alexander Karsten. „Die Schmiedestraße ist auf Wuppertaler Seite bis zum Ortseingangsschild von Sprockhövel von einem Radweg gesäumt, von da an gibt es ihn nicht mehr.“ Das seit typisch für Sprockhövel, so Alexander Karsten. Sowohl die Grünen wie auch die Mitglieder des Arbeitskreises Radverkehrsförderung machen auch auf die schlechte Verbindung der Trasse nach Hiddinghausen aufmerksam. „Die Schutzstreifen etwa entlang der Bochumer Straße werden überdies oft von Fahrzeugen zugeparkt“, kritisiert Matthias Chantrain.

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