Männerkochen

Männer zwischen dem ABC des Kochens und Weltpolitik

Aus der einmaligen Kochaktion der Bruzzelbrüder sind regelmäßige Treffen geworden, die es nunmehr seit 14 Jahren gibt.  

Aus der einmaligen Kochaktion der Bruzzelbrüder sind regelmäßige Treffen geworden, die es nunmehr seit 14 Jahren gibt.  

Foto: Karsten Wenke

Sprockhövel.  Die Bruzzelbrüder aus Sprockhövel gibt es seit 14 Jahren. Aus dem einmaligen Männer-Kochkreis wurden regelmäßige Treffen und Benefiz-Essen.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Weltberühmt sind sie noch nicht, aber bekannt und beliebt: Die Sprockhöveler Bruzzelbrüder. Wenn Männer kochen... kommt oft auch etwas ganz Leckeres heraus. Was 2005 als eine einmalige Aktion gedacht war, ist mittlerweile eine feste Einrichtung geworden.

Fachwissen zum Kochen

Aber so ganz ohne Fachwissen ging auch der erste Abend nicht vonstatten. Denn da gab es einen Mann vom Fach, der dafür sorgte, dass dass Fleisch nicht zu Kohlestückchen und die Suppe keine Salzlache wurde. Der Anfang glückte so furios, dass sich die damals 18 Männer entschlossen, alle zwei Monate ein Kochtreffen zu veranstalten.

„Da geht es aber nicht nur um Kochthemen“, sagt Gemeindepfarrer Arne Stolorz. Beim Schnippeln von Gemüse und Fisch kann man sich ja auch über die große Weltpolitik unterhalten. Oder über die nähergelegenen Themen. Ob Urknall und Evolution oder die Entscheidung, an einem Erste-Hilfe-Kursus teilzunehmen, das Kochevent birgt immer auch viel Gesprächsstoff.

Von Hausmannskost bis mediterran

„30 Leute sind in unserem Verteiler“, erklärt der Pfarrer. Die werden immer angeschrieben, wenn es um das nächste Kochtreffen geht. Im Vorfeld wird dann abgefragt, wer federführend ist bei der nächsten Zusammenkunft. Ausprobiert wird in der Männerküche eigentlich alles, was die Küchenfantasie so zulässt.

Ob die Brüder Hausmannskost brutzeln, ob es mal eine Paella sein darf, ob es mediterran oder indisch zugehen soll, die Künstler am Kochlöffel schrecken vor nichts zurück. Und immer ist Zeit für persönliche oder allgemeine Themen, zu denen jeder seine eigenen Erfahrungen und Einstellungen hat.

Gespräche und Tipps vom Profi

Glaube, Liebe, Hoffnung, Arbeit, Politik und Freizeit – die Gesprächsthemen gehen nicht aus. Und auch immer kommt jemand mit einem neuen Rezept, das ausprobiert wird. Im Sommer wird der Mega-Grill angeschmissen, dann können die Experten zeigen, was sie können.

„Wir hatten auch schon einen Thailänder bei uns, der Profikoch ist“, freut sich der Pfarrer, der selbst ausgesprochen gerne kocht. Kochen und Klönen ist bei jedem Treffen angesagt. Alle zwei Jahre wird etwas ganz Großes aufgelegt. Dann gibt es ein Benefizessen im Restaurant. 20 Mann schnippeln, kochen und arbeiten über Stunden mit Hochdruck, um für einhundert Menschen aufzutischen.

Kochen für den guten Zweck

„Das ist eine Mammutarbeit, aber es funktioniert“, freut sich der Pfarrer. Denn es hat tatsächlich immer geklappt. Natürlich geht dann die Arbeit mit Abräumen, Abwaschen und Ordnung machen bis in die Nacht. Aber es mache wirklich Spaß, für so viele Menschen zu kochen und etwas Gutes zu tun. „Der Chef vom Sirtaki, dem wir dankbar sind, stellt das Restaurant zur Verfügung“, erklärt Stolorz.

Einmal im Jahr gibt es auch ein Schaukochen für die Bewohner des Matthias-Claudius-Hauses. Dann brutzeln die Hobbyköche, denen man auch auf die Finger gucken darf, für die Seniorinnen und Senioren, die die Aktion immer ausgesprochen begeistert aufnehmen. Aber im Normalfall finden die leckeren Zusammenkünfte in der Küche des Gemeindehauses am Perthes-Ring statt.

Immer gibt jemand, der vom Kochen viel versteht, sein Wissen weiter. Zum Beispiel, welche Gewürze zu welchen Speisen passen. Und dass man Knoblauch nie zerquetschen soll (das gibt Mundgeruch am nächsten Tag), sondern immer klein hacken. „Das hilft“, weiß Stolorz.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben